Zwei Modellrechnungen für Übernahme und leeres Ladenlokal, laufende Kosten pro Monat, Break-even, versteckte Kosten, Finanzierung und die Fehler, die Gründer am meisten Geld kosten
„Wie viel brauche ich, um ein Restaurant aufzumachen?“ Die ehrliche Antwort: mehr, als du denkst. Nicht, weil Gründer schlecht rechnen, sondern weil die teuersten Posten selten auf der ersten Liste stehen. Die Lüftung, die nicht reicht. Der Fettabscheider, der erneuert werden muss. Die Pacht, die schon drei Wochen vor dem ersten Gast läuft. Und der Großmarkt, an dessen Kasse aus dem Kleinkram plötzlich eine vierstellige Summe wird.
Die Kosten für die Eröffnung eines Restaurants hängen vor allem von einer Frage ab: Übernimmst du einen eingerichteten Betrieb oder baust du ein leeres Ladenlokal aus? Dazwischen liegen oft mehrere hunderttausend Euro. Dazu kommen die laufenden Kosten, die Reserve für die Anlaufphase und die Finanzierung, die zum Konzept passen muss. Wer das alles vorher sauber rechnet, startet mit Luft. Wer es nicht tut, startet mit Druck.
In diesem Beitrag zeigen wir, was es kostet, ein Restaurant zu eröffnen: zwei Modellrechnungen für Übernahme und leeres Ladenlokal, die laufenden Kosten pro Monat, den Break-even, die versteckten Kosten, die Reserve und die Finanzierung. Dazu ein Fall aus unserer Gründungsberatung und die Fehler, die Gründer am meisten Geld kosten. Die Zahlen sind Modellrechnungen, keine Marktpreise, aber sie zeigen, worauf es ankommt.
Was kostet es, ein Restaurant zu eröffnen?
Wer ein Restaurant eröffnen will, muss je nach Ausgangslage mit Kosten rechnen, die bei einer Übernahme bei einem niedrigen sechsstelligen Betrag beginnen und beim Ausbau eines leeren Ladenlokals deutlich höher liegen. In unserer Modellrechnung für ein Restaurant mit rund 60 Plätzen kostet die Übernahme rund 169.000 Euro, der Ausbau rund 338.000 Euro, jeweils inklusive Reserve. Standort, Zustand und Konzept können die Summe stark verändern.
Modell A: Übernahme
eingerichtetes Restaurant mit rund 60 Plätzen, Pacht 4.000 € im Monat
| Ablöse für Inventar und Küche | 40.000 € |
| Kaution, drei Monatspachten | 12.000 € |
| Renovierung und neue Optik | 25.000 € |
| Reparatur und Ergänzung Küchentechnik | 15.000 € |
| Kleininventar: Geschirr, Gläser, Besteck, Wäsche | 12.000 € |
| Kasse, IT, Reservierung | 4.000 € |
| Erstausstattung Ware und Getränke | 8.000 € |
| Planung, Genehmigungen, Beratung | 6.000 € |
| Marketing zur Eröffnung | 7.000 € |
| Personal vor der Eröffnung | 10.000 € |
| Liquiditätsreserve für die Anlaufphase | 30.000 € |
rund 169.000 €
Modell B: Leeres Ladenlokal
Ladenlokal ohne Gastronomie-Ausbau, vergleichbare Größe und Pacht
| Umbau Küche, Lüftung, Sanitär, Elektrik | 120.000 € |
| Küchentechnik neu | 70.000 € |
| Einrichtung Gastraum und Theke | 45.000 € |
| Kleininventar | 15.000 € |
| Kaution, drei Monatspachten | 12.000 € |
| Kasse, IT, Reservierung | 5.000 € |
| Erstausstattung Ware und Getränke | 8.000 € |
| Planung, Architekt, Genehmigungen | 15.000 € |
| Marketing zur Eröffnung | 8.000 € |
| Personal vor der Eröffnung | 10.000 € |
| Liquiditätsreserve für die Anlaufphase | 30.000 € |
rund 338.000 €
Modellrechnungen mit Annahmen zur Veranschaulichung, keine Marktpreise. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Standort, Zustand, Größe, Konzept und Ausstattung ab und können deutlich darüber oder darunter liegen. Netto, zzgl. Umsatzsteuer.
Der größte Unterschied liegt im Umbau. Wer ein eingerichtetes Restaurant übernimmt, zahlt eine Ablöse für Inventar und Küche, spart aber den Ausbau von Lüftung, Sanitär, Elektrik und Küche. Wer ein leeres Ladenlokal mietet, muss all das neu bauen, und genau diese Posten sind am schwersten zu kalkulieren. Eine gewerbliche Küchenlüftung, ein Fettabscheider oder neue Sanitäranlagen für Gäste und Personal kosten schnell mehr, als die erste Schätzung sagt.
Beide Modelle enthalten Posten, die viele Gründer vergessen: die Kaution, das Kleininventar, das Personal vor der Eröffnung, das Marketing für den Start und vor allem die Reserve. Diese Posten machen zusammen einen erheblichen Teil der Summe aus. Wer sie weglässt, rechnet sich das Projekt schön. Wie ein vollständiger Plan aussieht, zeigt der Beitrag zum Businessplan für die Gastronomie, was ein kleinerer Betrieb kostet, der Beitrag Imbiss eröffnen: Kosten.
Modellrechnungen mit Annahmen, keine Marktpreise. Für deinen Betrieb brauchst du eigene Angebote und eine eigene Planung.
Übernahme oder leeres Ladenlokal?
Eine Übernahme ist meist deutlich günstiger und schneller, weil Küche, Lüftung, Sanitär und Einrichtung vorhanden sind. Dafür übernimmst du auch den Zustand: alte Technik, Reparaturstau, ein Ruf, der am Ort hängt. Ein leeres Ladenlokal kostet mehr und dauert länger, bietet aber volle Freiheit beim Konzept. In beiden Fällen gilt: Technik, Genehmigungen und Pachtvertrag vor der Unterschrift prüfen lassen.
Bei einer Übernahme ist die Ablöse der Punkt, an dem am häufigsten zu viel bezahlt wird. Der Vorgänger rechnet mit dem Neupreis seiner Geräte, du solltest mit dem Zeitwert rechnen und mit dem, was du tatsächlich brauchst. Ein zehn Jahre alter Kombidämpfer ist nicht mehr viel wert, und eine Kühlzelle, die ständig repariert werden muss, ist eher eine Last. Lass dir eine Inventarliste geben, prüf jedes Gerät und verhandle. Was bei einer Übernahme sonst zu prüfen ist, steht im Beitrag Landgasthof übernehmen.
Beim leeren Ladenlokal ist die wichtigste Frage, ob die Fläche überhaupt für Gastronomie genutzt werden darf. Eine Nutzungsänderung braucht oft einen Bauantrag, Brandschutzauflagen, Stellplätze und Abstimmung mit dem Vermieter, und das kostet Zeit und Geld. Dazu kommt die Technik: Wo kommt die Abluft hin, reicht der Stromanschluss, gibt es einen Fettabscheider? Wie du einen Standort gründlich prüfst, zeigt der Beitrag zur Standortanalyse in der Gastronomie.
Was kostet die Küche?
Wer ein Restaurant eröffnen will, merkt schnell: Die Küche ist bei fast jeder Eröffnung der größte Einzelposten. Sie besteht aus der Technik, also Herde, Kombidämpfer, Fritteuse, Kühlung, Spülmaschine und Arbeitsflächen, und aus der Infrastruktur, also Lüftung, Abluft, Fettabscheider, Strom, Gas und Wasser. Gerade die Infrastruktur wird oft unterschätzt, weil sie nicht im Katalog des Fachhändlers steht, sondern vom Gebäude abhängt.

Bei der Technik gibt es drei Wege, Geld zu sparen, ohne an der falschen Stelle zu sparen. Erstens: nur kaufen, was das Konzept wirklich braucht. Eine Karte mit zwölf Gerichten braucht eine andere Küche als eine mit vierzig. Zweitens: gebraucht kaufen, wo es sinnvoll ist, etwa bei Arbeitstischen, Regalen oder einfachen Kühlgeräten. Drittens: Leasing oder Mietkauf für große Geräte prüfen, damit nicht das ganze Kapital in Edelstahl gebunden ist.
Bei der Infrastruktur dagegen solltest du nicht sparen, sondern sorgfältig planen. Eine Lüftung, die nicht reicht, macht die Küche unerträglich heiß und kann Ärger mit Nachbarn und Behörden bringen. Ein zu kleiner Fettabscheider wird teuer, wenn er ständig abgepumpt werden muss. Lass deshalb vor der Unterschrift prüfen, was vorhanden ist und was gebraucht wird. Mehr dazu in den Beiträgen zur Küchenplanung in der Gastronomie und zur Be- und Entlüftung.
Welche Kosten werden oft vergessen?
Oft vergessen werden Gebühren und Genehmigungen, Pflichtschulungen, Beiträge zu Berufsgenossenschaft, Kammer, Rundfunk und GEMA, Wartungskosten für Fettabscheider und Lüftung, die Einrichtung der Kasse, Pacht und Personal vor dem ersten Umsatz und das Kleininventar. Einzeln sind diese Posten überschaubar, zusammen ergeben sie schnell einen fünfstelligen Betrag, der im Plan fehlt.
- Gebühren und Genehmigungen: Gaststättenerlaubnis oder Anzeige, Bauantrag bei Nutzungsänderung, Brandschutz, Schankanlagenabnahme.
- Pflichtschulungen: Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz für alle, die mit Lebensmitteln arbeiten, Hygieneschulungen.
- Beiträge: Berufsgenossenschaft, Industrie- und Handelskammer, Rundfunkbeitrag, GEMA, falls Musik läuft.
- Wartung: Fettabscheider, Lüftungsreinigung, Schornsteinfeger, Schädlingsbekämpfung, Prüfung elektrischer Geräte.
- Kasse: Meldung der zertifizierten Sicherheitseinrichtung beim Finanzamt, Einrichtung, Schulung.
- Vorlaufkosten: Pacht und Personal laufen oft schon Wochen vor dem ersten Umsatz.
- Kleininventar: Gläser, Besteck, Geschirr, Wäsche, Tabletts, Putzmittel, und der Ersatz, der schneller kommt als gedacht.

Das Kleininventar ist der Klassiker. Gläser für Wasser, Wein, Bier und Longdrinks, Besteck für alle Plätze plus Reserve, Geschirr in mehreren Größen, Tabletts, Schneidebretter, Pfeffermühlen, Servietten, Tischwäsche, Putzmittel, Behälter für die Küche. Jedes Teil kostet wenig, aber für ein Restaurant mit 60 Plätzen kommt schnell eine fünfstellige Summe zusammen. Und Gläser gehen schneller kaputt, als man denkt.
Ein Tipp aus der Praxis: Mach eine eigene Position im Plan für alles, was nicht in eine andere Position passt, und setz sie nicht zu klein an. In fast jedem Gründungsprojekt, das wir begleiten, wird diese Position überschritten. Welche Versicherungen ein neuer Betrieb braucht, steht im Beitrag zu den Versicherungen im Gastgewerbe.
Warum ist die Reserve so wichtig?
Wer ein Restaurant eröffnen will, braucht eine Reserve, weil fast jede Eröffnung teurer wird und langsamer anläuft als geplant. Sie deckt unerwartete Mehrkosten beim Umbau und die Verluste der ersten Monate, in denen der Umsatz noch nicht reicht, um alle Kosten zu tragen. Eine einfache Faustregel sind mindestens drei bis sechs Monatspachten. Besser ist es, die Fixkosten der ersten Monate realistisch zu rechnen.

Die meisten Restaurants brauchen Monate, bis sie ihren Umsatz erreichen. Stammgäste müssen erst entstehen, das Team muss sich einspielen, die Abläufe müssen sitzen. In dieser Zeit laufen Pacht, Löhne, Energie und Tilgung in voller Höhe. Wer ohne Reserve startet, gerät schon beim ersten schwachen Monat unter Druck, und unter Druck werden schlechte Entscheidungen getroffen: Preise werden gesenkt, Personal wird gekürzt, Lieferanten werden vertröstet.
Wichtig ist, die Reserve getrennt zu halten. Sie ist kein Teil des Budgets für Umbau oder Einrichtung, sondern ein eigener Topf, der nur angegriffen wird, wenn es wirklich nötig ist. Und sie sollte nicht aus dem Eigenkapital kommen, das die Bank als Sicherheit sieht. Wie du deine Liquidität monatlich planst, damit du Engpässe früh siehst, zeigt der Beitrag zur Liquiditätsplanung in der Gastronomie.
Welche laufenden Kosten kommen jeden Monat?
Jeden Monat kommen vor allem Wareneinsatz und Personal, danach Pacht, Energie, Versicherungen, Wartung, Software, Buchhaltung, Marketing sowie Tilgung und Zinsen. In unserer Modellrechnung mit 70.000 Euro Monatsumsatz netto und 27 Prozent Wareneinsatz bleiben nach allen Kosten rund 15.800 Euro vor Unternehmerlohn und Steuern. Das klingt viel, aber davon lebt der Inhaber, und davon müssen Rücklagen gebildet werden.
| Position | pro Monat | Hinweis |
|---|---|---|
| Umsatz netto | 70.000 € | Annahme |
| Wareneinsatz, 27 Prozent | 18.900 € | im Zielbereich 25 bis 28 Prozent |
| Personal inklusive Arbeitgeberanteil | 22.000 € | Annahme |
| Pacht | 4.000 € | Annahme |
| Energie | 2.500 € | Strom, Gas, Wasser |
| Versicherungen und Beiträge | 600 € | Betrieb, Berufsgenossenschaft, Kammer |
| Marketing | 700 € | Online, Druck |
| Reparatur und Wartung | 800 € | Technik, Lüftung, Abscheider |
| Kasse und Software | 300 € | Lizenzen, Reservierung |
| Buchhaltung und Steuerberatung | 900 € | Lohn, Finanzbuchhaltung |
| Sonstiges | 1.000 € | Reinigung, Wäsche, Kleinkram |
| Tilgung und Zinsen | 2.500 € | für die Finanzierung |
| Bleibt vor Unternehmerlohn und Steuern | 15.800 € | pro Monat |
Der Wareneinsatz von 27 Prozent liegt in dieser Rechnung im gesunden Bereich. In unseren Beratungsprojekten liegt er gesamt meist bei 25 bis 28 Prozent, ab 28 Prozent besteht Handlungsbedarf. Liegt er bei 32 Prozent statt 27, fehlen in diesem Beispiel 3.500 Euro im Monat, also über 40.000 Euro im Jahr. Deshalb gehören eine saubere Kalkulation und eine Speisekarte, die zum Konzept passt, zu den wichtigsten Aufgaben vor der Eröffnung. Mehr dazu im Beitrag Speisekarte optimieren.
Beim Personal ist der Mindestlohn ein wichtiger Faktor. Er liegt seit Januar 2026 bei 13,90 Euro und steigt im Januar 2027 auf 14,60 Euro. Wer heute plant, sollte mit dem Lohnniveau des Eröffnungsjahres und mit weiteren Steigerungen rechnen. Was das konkret bedeutet, steht im Beitrag zum Mindestlohn in der Gastronomie. Und wie viel am Ende für den Inhaber übrig bleibt, zeigt der Beitrag Wie viel verdient ein Gastronom.
Modellrechnung mit Annahmen. Die Personalkosten hängen stark von Konzept, Öffnungszeiten und Region ab.
Ab wann rechnet sich ein Restaurant?
Ein Restaurant rechnet sich, sobald der Deckungsbeitrag nach Wareneinsatz alle festen Kosten deckt. In unserer Modellrechnung liegen die monatlichen Fixkosten bei rund 35.300 Euro. Bei 27 Prozent Wareneinsatz bleiben von jedem Euro Umsatz 73 Cent, der Break-even liegt damit bei rund 48.400 Euro Monatsumsatz. Erst darüber verdient der Betrieb Geld, und davon muss noch der Unternehmerlohn bezahlt werden.
Diese Zahl ist eine der wichtigsten für jeden Gründer, weil sie zeigt, wie viel Umsatz mindestens nötig ist. Rechne sie in Gäste um: Bei einem durchschnittlichen Bon von 35 Euro netto pro Gast sind 48.400 Euro rund 1.380 Gäste im Monat oder bei 26 Öffnungstagen gut 53 Gäste am Tag. Ist das an deinem Standort realistisch, auch an einem Dienstag im Februar? Diese Frage solltest du ehrlich beantworten, bevor du unterschreibst.
Wichtig ist auch, den eigenen Lohn einzuplanen. Viele Gründer rechnen den Betrieb ohne Unternehmerlohn und freuen sich über einen Gewinn, von dem sie am Ende ihre Miete, ihre Krankenversicherung und ihre Altersvorsorge bezahlen müssen. Ein Restaurant, das nur ohne Unternehmerlohn funktioniert, ist ein teurer Arbeitsplatz. Welche Rechtsform dabei steuerlich sinnvoll ist, zeigt der Beitrag zur Rechtsform in der Gastronomie.
Modellrechnung mit Annahmen. Durchschnittsbon und Öffnungstage sind Beispiele.
Wie finanzierst du die Eröffnung?
Die Eröffnung finanzierst du meist aus einer Kombination aus Eigenkapital, Bankkredit und Förderkrediten, etwa von der KfW oder den Förderbanken der Länder, oft ergänzt durch eine Bürgschaft. Dazu kommen Leasing für Technik, Finanzierung über Lieferanten und in Einzelfällen Crowdfunding. Für Gründer aus der Arbeitslosigkeit kann der Gründungszuschuss helfen. Grundlage ist immer ein belastbarer Businessplan.
Banken erwarten einen spürbaren Eigenanteil. Wie hoch er sein muss, hängt von Bank, Konzept, Erfahrung und Sicherheiten ab. Fehlendes Eigenkapital lässt sich teilweise ausgleichen, etwa mit einer Bürgschaft einer Bürgschaftsbank oder mit Förderprogrammen, die Nachrangkapital bereitstellen. Wie die einzelnen Wege funktionieren, zeigen unsere Beiträge KfW oder Hausbank, Bürgschaft, Finetrading und Crowdfunding.
Ein häufiger Fehler ist, die Finanzierung zu knapp zu planen, damit die Rate niedrig bleibt. Wer zu wenig aufnimmt, steht beim ersten Mehrkostenposten ohne Spielraum da und muss nachfinanzieren, was mitten im Umbau schwierig und teuer ist. Besser ist es, die Reserve mitzufinanzieren und lieber eine etwas höhere Rate in Kauf zu nehmen. Welche Förderprogramme es gibt, steht im Beitrag zu den Fördermitteln in der Gastronomie, was der Gründungszuschuss bringt, im Beitrag Gründungszuschuss Gastronomie.
Wie lange dauert es bis zur Eröffnung?
Bis zur Eröffnung dauert es bei einer Übernahme mit wenig Umbau oft nur wenige Wochen, beim Ausbau eines leeren Ladenlokals mit Nutzungsänderung dagegen oft viele Monate. Diese Zeit kostet Geld, denn Pacht, Finanzierung und oft schon erstes Personal laufen, bevor der erste Gast bezahlt. Wer ein Restaurant eröffnen will, sollte deshalb die Zeit bis zur Eröffnung als eigenen Kostenblock planen.
Die größten Zeitfresser sind Genehmigungen, Handwerker und Lieferzeiten. Ein Bauantrag für eine Nutzungsänderung kann je nach Kommune lange dauern, gute Handwerker sind oft Wochen im Voraus ausgebucht, und manche Küchengeräte haben Lieferzeiten, die niemand eingeplant hat. Verhandle deshalb mit dem Verpächter nach Möglichkeit eine pachtfreie oder pachtreduzierte Zeit für den Umbau. Das ist üblich und kann einen fünfstelligen Betrag sparen.
Ein realistischer Zeitplan mit Puffer gehört in jeden Businessplan. Rechne für jede Woche Verzögerung aus, was sie dich kostet, an Pacht, Zinsen und Personal, das schon eingestellt ist. Dann siehst du, wie wichtig ein guter Projektplan ist und warum es sich lohnt, Genehmigungen und Handwerker früh anzustoßen.
Was kostet ein Café oder eine Bar im Vergleich?
Ein Café oder eine Bar kostet in der Regel weniger als ein Restaurant mit voller Küche, weil Lüftung, Küchentechnik und Fettabscheider oft kleiner ausfallen oder ganz entfallen. Dafür kommen andere Posten dazu: bei der Bar die Theke, Kühlung, Schankanlage, Gläser und der Warenbestand an Spirituosen, beim Café die Kaffeemaschine, die Kühlvitrine und oft eine kleine Backstube. Die Logik der Kostenrechnung bleibt dieselbe.
Wer überlegt, statt eines Restaurants ein kleineres Konzept zu eröffnen, sollte die Unterschiede genau rechnen. Ein Café braucht weniger Investition, hat aber oft einen niedrigeren Durchschnittsbon und muss mehr Gäste bedienen, um die Kosten zu decken. Eine Bar hat einen höheren Getränkeanteil und damit oft einen günstigeren Wareneinsatz, dafür spätere Öffnungszeiten und andere Anforderungen an Lärmschutz und Nachbarschaft. Die Besonderheiten stehen in den Beiträgen Die eigene Bar eröffnen, Businessplan für ein Café und Imbiss eröffnen: Kosten.
Kosten-Check vor der Unterschrift
Vor der Unterschrift unter Pacht- oder Kaufvertrag solltest du sieben Punkte geprüft haben: den Zustand von Küche, Lüftung und Fettabscheider, die Genehmigungslage für Gastronomie, eine realistische Umbauschätzung mit Puffer, die Ablöse gegen den Zeitwert, die Höhe der Pacht im Verhältnis zum erwartbaren Umsatz, die Finanzierung inklusive Reserve und deinen eigenen Unternehmerlohn. Wer diese Punkte kennt, weiß, was das Restaurant wirklich kostet.
- Technik: Küche, Lüftung, Abscheider, Kühlung von einer Fachperson prüfen lassen.
- Genehmigung: Ist Gastronomie an dieser Stelle erlaubt, braucht es eine Nutzungsänderung?
- Umbau: Angebote von Handwerkern und ein Puffer für Unerwartetes.
- Ablöse: Inventarliste, Zeitwert, nur übernehmen, was gebraucht wird.
- Pacht: Welcher Umsatz ist nötig, damit sie tragbar ist?
- Finanzierung: Investition, Anlaufkosten und Reserve vollständig finanziert.
- Unternehmerlohn: Bleibt nach allen Kosten genug zum Leben?
Wo kannst du sparen, ohne zu riskieren?
Sparen kannst du ohne Risiko vor allem bei Technik, die du gebraucht kaufen oder leasen kannst, bei der Einrichtung, die nicht neu sein muss, bei einer schlanken Karte, die weniger Geräte und Lager braucht, und bei der Ablöse, die du gegen den Zeitwert verhandelst. Nicht sparen solltest du bei Lüftung, Brandschutz, Hygiene, Kasse und Reserve, denn hier wird ein Fehler später deutlich teurer.
- Konzept schlank halten. Eine kleinere Karte braucht weniger Geräte, weniger Lager und weniger Personal.
- Gebraucht kaufen. Arbeitstische, Regale, Stühle und viele Geräte gibt es in gutem Zustand gebraucht.
- Leasen statt kaufen. Große Geräte und Kasse über Leasing finanzieren, um Kapital frei zu halten.
- Ablöse verhandeln. Zeitwert statt Neupreis, und nur übernehmen, was du brauchst.
- Schrittweise ausbauen. Erst eröffnen, dann aus den ersten Erfahrungen nachrüsten.
Ein schrittweiser Ausbau ist für viele Gründer der klügste Weg. Statt am ersten Tag alles perfekt zu haben, eröffnet man mit dem, was das Konzept wirklich braucht, und rüstet nach, wenn klar ist, was Gäste wollen und was die Küche braucht. Das spart Kapital und vermeidet Fehlkäufe. Was ein durchdachtes Konzept ausmacht, zeigt der Beitrag Gastronomiekonzept entwickeln.
Wie sieht das in der Praxis aus?
In der Praxis wird fast jede Eröffnung teurer und dauert länger als geplant, meist wegen Lüftung, Abscheider, Brandschutz oder Genehmigungen. Und fast jedes neue Restaurant läuft langsamer an als erwartet. Wer eine Reserve eingeplant hat, übersteht beides. Wer nicht, gerät in den ersten Monaten in eine Krise, die mit dem eigentlichen Konzept gar nichts zu tun hat. Ein Fall aus unserer Gründungsberatung zeigt das.
Fall: Restaurant in Mainz
Ein Gründerpaar übernimmt ein ehemaliges Bistro, um daraus ein Restaurant mit gehobener Küche zu machen. Der Plan steht, die Finanzierung auch, und für Umbau und Technik ist ein fester Betrag eingeplant. Zwei Wochen nach Baubeginn stellt sich heraus, dass die Lüftung für die neue Küche nicht reicht und der Fettabscheider erneuert werden muss. Zusammen kostet das einen hohen fünfstelligen Betrag, der nirgends vorgesehen war.
Was das Projekt rettet, ist die Reserve, auf die wir in der Gründungsberatung bestanden hatten. Sie deckt den größten Teil der Mehrkosten. Der Rest wird durch einen Verzicht gelöst: Die Einrichtung des Gastraums wird teilweise gebraucht gekauft, statt neu. Die Eröffnung verschiebt sich um drei Wochen, aber sie findet statt, und das Paar startet ohne Schulden beim Lieferanten.
In den ersten beiden Monaten läuft der Umsatz langsamer an als geplant, wie bei fast jeder Eröffnung. Ohne Reserve wäre jetzt das Geld für Löhne und Pacht knapp geworden. So bleibt Zeit, bis sich das Restaurant herumgesprochen hat. Der Satz der Gründerin hinterher: Wir dachten, die Reserve ist für Notfälle. Dabei war die ganze Eröffnung ein Notfall.
Fallbeispiel aus der Beratungspraxis, aus mehreren Fällen zusammengesetzt und anonymisiert.
Der Fall zeigt, warum wir in der Gründungsberatung bei jeder Planung auf einer Reserve bestehen, auch wenn sie die Finanzierung größer macht. Sie ist kein Luxus, sondern die Versicherung gegen die zwei Dinge, die fast immer passieren: unerwartete Mehrkosten und ein langsamer Start. Wer sie hat, kann in Ruhe entscheiden. Wer sie nicht hat, muss unter Druck entscheiden.
Welche Fehler kosten am meisten?
Am meisten kosten bei der Eröffnung eines Restaurants eine fehlende Reserve, ein zu optimistisch geplanter Umbau, der Kauf von allem neu, eine zu hohe Pacht, ein vergessener Unternehmerlohn und unterschätzter Kleinkram. Fast alle diese Fehler lassen sich mit einer ehrlichen Planung, einer Prüfung vor der Unterschrift und einem Blick von außen vermeiden.
| Fehler | Was passiert | Besser |
|---|---|---|
| Keine Reserve eingeplant | erster schwacher Monat wird zur Krise | Anlaufverluste und Reserve fest einplanen |
| Umbau zu optimistisch | Lüftung, Abscheider, Brandschutz sprengen das Budget | Gutachten vor Unterschrift, Puffer im Umbau |
| Alles neu kaufen | Kapital in Technik gebunden | gebraucht, Leasing, Ablöse prüfen |
| Pacht zu hoch | frisst dauerhaft den Gewinn | Pacht gegen realistischen Umsatz rechnen |
| Unternehmerlohn vergessen | Betrieb rechnet sich nur auf dem Papier | eigenen Lohn als Kosten einplanen |
| Kleinkram unterschätzt | viele kleine Rechnungen, große Summe | eigene Position im Plan |
Die Pacht verdient besondere Aufmerksamkeit, weil sie über viele Jahre läuft. Eine Pacht, die im Verhältnis zum realistischen Umsatz zu hoch ist, frisst Monat für Monat den Gewinn, egal wie gut der Betrieb läuft. Rechne deshalb vor der Unterschrift aus, welchen Umsatz du brauchst, damit die Pacht tragbar ist, und vergleiche das mit dem, was an diesem Standort realistisch ist. Und lass den Pachtvertrag prüfen, bevor du unterschreibst.
Was bringt eine Gründungsberatung?
Eine Gründungsberatung bringt vor allem eine ehrliche Planung: Wir prüfen mit dir Standort und Objekt, rechnen Investition, laufende Kosten, Break-even und Reserve durch, schreiben mit dir den Businessplan, begleiten die Gespräche mit Bank und Förderstellen und sagen dir auch, wenn ein Projekt sich nicht rechnet. Wir sind eine Unternehmensberatung für Gastronomie und Hotellerie, die Gründer von der ersten Idee bis nach der Eröffnung begleitet.
Die Gastro Piraten arbeiten seit 2010 als Gastronomieberatung und Hotelberatung im DACH-Raum und haben über 5.600 Betriebe begleitet, darunter viele Existenzgründungen in der Gastronomie, vom Imbiss bis zum Restaurant mit Saal. In der Gastronomieberatung erleben wir immer wieder, dass Gründer ihr Konzept lieben und ihre Zahlen fürchten. Unsere Aufgabe ist, dass sie beides gleich gut kennen, bevor sie den Schlüssel bekommen.
Was bei der Gründung sonst zu beachten ist, von der Gaststättenerlaubnis bis zur ersten Woche, steht im Beitrag Eigenes Restaurant eröffnen. Wer eher an eine Bar denkt, findet die Besonderheiten im Beitrag Die eigene Bar eröffnen. Und in der Unternehmensberatung begleiten wir größere Vorhaben, etwa Übernahmen oder mehrere Standorte.
Wie unterstützen wir dich?
Wir unterstützen dich, indem wir Standort und Objekt prüfen, Investition und laufende Kosten realistisch rechnen, den Break-even ermitteln, die Reserve festlegen, die Finanzierung mit Bank und Förderstellen vorbereiten, den Businessplan schreiben und dich nach der Eröffnung mit Kalkulation und Zahlen begleiten. So weißt du vor der Unterschrift, was dein Restaurant wirklich kostet und was es verdienen muss.
- Gründungsberatung und Gastronomieberatung. Standort, Kosten, Businessplan und Finanzierung über unsere Gastronomieberatung.
- Unternehmensberatung für Gastronomie und Hotellerie. Übernahmen, größere Projekte und Wachstum über unsere Unternehmensberatung.
- Zahlen nach der Eröffnung. Wie sich Umsatz und Kosten entwickeln, zeigt die BWA-Analyse.
- Businessplan. Was hinein muss, steht im Beitrag zum Businessplan für die Gastronomie.
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Wer eine Eröffnung plant, findet dort jede Kostenposition aus diesem Beitrag ausführlich erklärt, dazu Finanzierung und Versicherungen.
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Häufige Fragen zu den Kosten einer Restauranteröffnung
Was kostet es, ein Restaurant zu eröffnen?
Das hängt vor allem davon ab, ob du ein eingerichtetes Restaurant übernimmst oder ein leeres Ladenlokal ausbaust. In unserer Modellrechnung für ein Restaurant mit rund 60 Plätzen kostet die Übernahme rund 169.000 Euro, der Ausbau eines leeren Ladenlokals rund 338.000 Euro, jeweils inklusive Reserve. Die tatsächlichen Kosten können je nach Standort, Zustand und Konzept deutlich abweichen.
Was ist günstiger: Übernahme oder Neubau?
Eine Übernahme ist meist deutlich günstiger, weil Küche, Lüftung, Sanitär und Einrichtung schon vorhanden sind. Dafür übernimmst du auch den Zustand: Alte Technik, Reparaturstau oder ein schlechter Ruf können teuer werden. Ein leeres Ladenlokal kostet mehr, bietet aber volle Freiheit beim Konzept. Lass in beiden Fällen Technik und Genehmigungslage vor der Unterschrift prüfen.
Wie viel Eigenkapital brauche ich für ein Restaurant?
Banken erwarten einen spürbaren Eigenanteil an der Gesamtinvestition, wie hoch er sein muss, hängt von Bank, Konzept und Sicherheiten ab. Fehlendes Eigenkapital lässt sich teilweise über Förderkredite, Bürgschaften oder Nachrangdarlehen ausgleichen. Wichtig ist, dass die Reserve nicht aus dem Eigenkapital genommen wird, das für die Bank als Sicherheit dient.
Wie hoch sollte die Liquiditätsreserve sein?
Die Reserve sollte die Anlaufverluste der ersten Monate und unerwartete Mehrkosten beim Umbau abdecken. Eine einfache Faustregel sind mindestens drei bis sechs Monatspachten. Besser ist es, die Fixkosten der ersten Monate realistisch zu rechnen und davon auszugehen, dass der Umsatz langsamer anläuft als geplant. In unserer Modellrechnung sind 30.000 Euro angesetzt.
Welche laufenden Kosten hat ein Restaurant?
Die größten laufenden Kosten sind Wareneinsatz und Personal, danach kommen Pacht, Energie, Versicherungen, Wartung, Software, Buchhaltung, Marketing sowie Tilgung und Zinsen. In unserer Modellrechnung mit 70.000 Euro Monatsumsatz bleiben nach allen Kosten rund 15.800 Euro vor Unternehmerlohn und Steuern. Der Wareneinsatz sollte dabei im Bereich von 25 bis 28 Prozent liegen.
Ab wann rechnet sich ein Restaurant?
Ein Restaurant rechnet sich, sobald der Deckungsbeitrag nach Wareneinsatz alle festen Kosten deckt. In unserer Modellrechnung liegen die monatlichen Fixkosten bei rund 35.300 Euro, bei 27 Prozent Wareneinsatz liegt der Break-even damit bei rund 48.400 Euro Monatsumsatz. Erst darüber verdient der Betrieb Geld, und davon muss auch noch der Unternehmerlohn bezahlt werden.
Welche Kosten werden bei der Eröffnung oft vergessen?
Häufig vergessen werden Gebühren und Genehmigungen, Pflichtschulungen wie die Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz, Beiträge zu Berufsgenossenschaft, Kammer, Rundfunk und GEMA, Wartungskosten für Fettabscheider und Lüftung, die Kasseneinrichtung, Pacht und Personal vor dem ersten Umsatz und das Kleininventar. Diese Posten summieren sich schnell zu einem fünfstelligen Betrag.
Wie finanziere ich die Eröffnung eines Restaurants?
Üblich ist eine Kombination aus Eigenkapital, Bankkredit und Förderkrediten, etwa von der KfW oder den Förderbanken der Länder, oft ergänzt durch eine Bürgschaft. Dazu kommen Leasing für Technik, Finanzierung über den Lieferanten und in Einzelfällen Crowdfunding. Für Gründer aus der Arbeitslosigkeit kann der Gründungszuschuss eine Rolle spielen. Grundlage für alles ist ein belastbarer Businessplan.