Der Oster-Fahrplan von Gründonnerstag bis Ostermontag, Osterbrunch mit vollständiger Kalkulation, Karfreitag und stille Feiertage, Feiertagszuschläge und der Sonderfall Ostersonntag, Reservierung mit Anzahlung, Familienangebote und Marketing ab Januar
„Ostern läuft doch von allein.“ Die Tische sind voll, das Telefon klingelt, das Buffet ist leer. Und trotzdem sagen viele Wirte nach Ostern, dass es viel Arbeit war und wenig übrig geblieben ist. Weil der Brunch ohne Zeitfenster lief und der Saal nur einmal voll war, weil drei reservierte Tische leer blieben, weil um vierzehn Uhr die Hälfte des Buffets in die Tonne wanderte und weil die Zuschläge fürs Team in der Kalkulation fehlten. Ostern ist ein Spitzentag, aber nur, wenn man ihn wie einen Spitzentag plant.
Ostern in der Gastronomie ist mehr als ein Brunch am Sonntag. Es sind fünf Tage mit ganz unterschiedlichem Gästeverhalten: der Gründonnerstag mit Familienbesuch, der stille Karfreitag mit Fisch, der Ostersamstag als Vorbereitungstag, der Ostersonntag als Hauptgeschäftstag und der Ostermontag mit Ausflüglern. Wer jeden Tag passend bespielt, verdient an allen fünf. Wer nur an den Sonntag denkt, verschenkt die anderen vier.
In diesem Beitrag zeigen wir den Oster-Fahrplan für 2027, rechnen einen Osterbrunch vollständig durch, zeigen sechs Hebel, die den Ertrag verbessern, erklären, was am Karfreitag gilt, warum der Ostersonntag bei den Zuschlägen ein Sonderfall ist, wie Reservierung mit Anzahlung funktioniert, welche Familienangebote sich lohnen und wann das Marketing beginnen muss. Alles aus unserer Gastronomieberatung, mit einem Fall aus der Praxis.
Wann ist Ostern 2027, und was bedeutet das für die Planung?
Ostern fällt 2027 früh: Ostersonntag ist der 28. März, Karfreitag der 26. März, Ostermontag der 29. März. In der Nacht zum Ostersonntag wird zudem auf Sommerzeit umgestellt. Für die Planung heißt das: Das Osterangebot muss spätestens im Januar online sein, weil viele Gäste früh buchen, Biergarten und Terrasse sind Ende März wetterabhängig, und Dienstplan und Brunchzeiten müssen die fehlende Stunde in der Osternacht berücksichtigen.
| Tag | Charakter | Angebot |
|---|---|---|
| Gründonnerstag, 25. März | Werktag, abends oft Auftakt mit Familienbesuch | grüne Gerichte, Kräuter, Frühlingskarte |
| Karfreitag, 26. März | gesetzlicher, in allen Ländern stiller Feiertag | Fischkarte, ruhige Atmosphäre, keine Tanzveranstaltung |
| Ostersamstag, 27. März | Werktag, Einkaufs- und Vorbereitungstag | Familienprogramm, Außer-Haus, Ostergebäck |
| Ostersonntag, 28. März | Hauptgeschäftstag, Umstellung auf Sommerzeit | Osterbrunch, Mittagsmenü mit Lamm |
| Ostermontag, 29. März | gesetzlicher Feiertag, Ausflügler | Biergarten, Kaffee und Kuchen, Ausflugskarte |
Die Zeitumstellung ist ein Detail, das jedes Jahr irgendwo für Chaos sorgt. Wer um halb zehn zum Brunch einlädt, hat Gäste und Mitarbeiter, die nach der Umstellung eine Stunde weniger geschlafen haben, und manche kommen schlicht zu spät, weil die Uhr am Herd noch Winterzeit zeigt. Ein Hinweis in der Reservierungsbestätigung und im Dienstplan kostet nichts und erspart Ärger.
Ein frühes Ostern hat außerdem Auswirkungen auf die Karte. Spargel ist Ende März meist noch nicht in großer Menge regional verfügbar, Bärlauch und Kräuter dagegen schon. Lamm ist der Klassiker, Fisch für den Karfreitag ohnehin. Wer regional einkaufen will, plant die Osterkarte nach dem, was tatsächlich da ist, und spricht früh mit seinen Lieferanten. Wie die Spargelsaison danach kalkuliert wird, zeigt der Beitrag zur Spargelkalkulation, wie regional einkaufen funktioniert, der Beitrag Regional einkaufen.
Wie kalkulierst du einen Osterbrunch?
Einen Osterbrunch kalkulierst du in fünf Schritten: Bruttopreis in Speisen- und Getränkeanteil aufteilen, beides netto rechnen, Wareneinsatz der Speisen abziehen, Getränkeeinkauf abziehen, alle Personalstunden inklusive Spülküche und Nebenkosten wie Deko und Wäsche abziehen. In unserer Modellrechnung für 2027 mit 100 Erwachsenen und 20 Kindern bleiben ohne Zuschläge rund 9,45 Euro je Gast vor Raum- und Fixkosten, mit 50 Prozent Sonntagszuschlag nur noch 5,56 Euro, und mit 125 Prozent Feiertagszuschlag macht der Brunch zu 39 Euro sogar Verlust. Der Mindestlohn von 14,60 Euro ab Januar 2027 und die Zuschläge gehören deshalb in jede Osterkalkulation.
Osterbrunch 2027, 100 Erwachsene und 20 Kinder
| Preis brutto: Erwachsene 39 €, Kinder 6 bis 12 Jahre 15 € | |
| Umsatz netto, aufgeteilt in Speisen (7 %) und Getränke (19 %) | 3.846 € |
| Wareneinsatz Speisen, 32 % | 1.005 € |
| Getränke im Einkauf: Kaffee, Tee, Säfte | 141 € |
| Personal 2027: 3 Küche, 4 Service, 2 Spülküche | 1.326 € |
| Deko, Wäsche, Energie, 2 € je Gast | 240 € |
| Bleibt ohne Zuschläge vor Raum- und Fixkosten | 1.134 € |
9,45 € je Gast, ohne Zuschläge
Gleicher Brunch mit Zuschlägen
| Sonntagszuschlag 50 % auf den Grundlohn | 467 € |
| Bleibt mit Sonntagszuschlag | 667 € |
| Je Gast | 5,56 € |
| Feiertagszuschlag 125 % auf den Grundlohn | 1.167 € |
| Bleibt mit Feiertagszuschlag | minus 33 € |
Mit 125 % Zuschlag macht der Brunch zu 39 € Verlust
Modellrechnung mit Annahmen für 2027, Mindestlohn 14,60 € ab Januar 2027. Grundlohn je Stunde: Küche 17,00 €, Service 15,50 €, Spülküche 14,60 €. Personalkosten je Stunde inklusive Arbeitgeberanteilen und Ausfallzeiten: Küche 24 €, Service 22 €, Spülküche 21 €. Küche und Spülküche 7 Stunden, Service 6 Stunden. Zuschläge auf den Grundlohn gerechnet. 20 Prozent des Brunchpreises entfallen auf Getränke. Kinder unter 6 Jahren frei und nicht eingerechnet.
Die Rechnung zeigt, warum ein Brunchpreis aus dem Vorjahr 2027 nicht mehr trägt. Seit Januar 2027 liegt der Mindestlohn bei 14,60 Euro, und jede Stunde in Spülküche, Service und Küche wird teurer. Dazu kommen an Ostern Zuschläge: In den meisten Ländern ist der Ostersonntag arbeitsrechtlich ein normaler Sonntag, viele Betriebe zahlen dann einen Sonntagszuschlag. In Brandenburg oder bei Tarifverträgen, die den Ostersonntag wie einen Feiertag behandeln, sind es bis zu 125 Prozent. Wer mit 50 Prozent Sonntagszuschlag rechnet, braucht in diesem Modell einen Erwachsenenpreis von rund 47 Euro, um wieder bei knapp 10 Euro je Gast zu landen. Bei 125 Prozent reicht selbst das nicht, dann helfen nur die Hebel weiter unten, vor allem die zweite Sitzung. Was der Mindestlohn 2027 für deine Kalkulation insgesamt bedeutet, steht im Beitrag zum Mindestlohn in der Gastronomie.
Die Aufteilung zwischen Speisen und Getränken ist dabei wichtig, weil seit 2026 Speisen dauerhaft mit 7 Prozent und Getränke mit 19 Prozent Umsatzsteuer berechnet werden. Wer einen Pauschalpreis anbietet, in dem Kaffee, Tee und Säfte enthalten sind, muss den Preis aufteilen. In der Modellrechnung sind 20 Prozent als Getränkeanteil angesetzt. Wie du den Anteil sauber und nachvollziehbar festlegst, klärst du mit deiner Steuerberatung. Mehr zur Umsatzsteuer steht im Beitrag zur Umsatzsteuer in der Gastronomie.
Der Wareneinsatz der Speisen ist mit 32 Prozent angesetzt, am oberen Ende dessen, was wir in Beratungsprojekten für Speisen sehen, nämlich 28 bis 32 Prozent. Beim Brunch liegt er oft höher als bei der normalen Karte, weil Lachs, Käse, Aufschnitt und frisches Obst teuer sind und weil ein Buffet immer etwas Überproduktion braucht, damit es bis zum Schluss voll aussieht. Genau hier liegt der größte Hebel: Ein Buffet, das zu groß geplant ist, produziert Abfall, und Abfall ist bezahlter Wareneinsatz ohne Umsatz. Wie du Buffets grundsätzlich kalkulierst, zeigt der Beitrag Buffet kalkulieren.
Modellrechnung mit Annahmen für 2027, netto. Ob und welche Zuschläge du zahlst, ergibt sich aus Tarif- oder Arbeitsvertrag.
Welche Hebel verbessern den Ertrag?
Den Ertrag eines Osterbrunchs verbessern vor allem sechs Hebel: eine zweite Sitzung, damit sich Raum und Personal auf mehr Gäste verteilen, Sekt und Aperitif als Zusatzverkauf statt in der Pauschale, ein kleineres, aber besseres Buffet, Nachfüllen im Takt mit kleinen Schalen, Vorauszahlung gegen No-Shows und ein Außer-Haus-Angebot für Gäste, die zu Hause feiern. Jeder Hebel für sich bringt etwas, zusammen verändern sie das Ergebnis deutlich.
| Hebel | Wie | Wirkung |
|---|---|---|
| Zweite Sitzung | zwei feste Zeitfenster statt offenem Brunch | Fixkosten verteilen sich auf mehr Gäste |
| Sekt und Aperitif extra | nicht in der Pauschale, aktiv angeboten | zusätzlicher Getränkeumsatz mit gutem Deckungsbeitrag |
| Weniger, aber bessere Positionen | Buffet mit klarer Auswahl statt Masse | weniger Wareneinsatz, weniger Abfall |
| Nachfüllen im Takt | kleine Schalen, oft nachgelegt | frisch wirkendes Buffet, weniger Reste |
| Vorauszahlung oder Anzahlung | Plätze verbindlich buchen | weniger No-Shows, planbarer Einkauf |
| Außer-Haus zum Mitnehmen | Osterzopf, Lammbraten, Eier | zusätzlicher Umsatz ohne Sitzplatz |

Die zweite Sitzung ist der stärkste Hebel. Ein offener Brunch von zehn bis vierzehn Uhr füllt den Saal meist nur einmal, mit einer Spitze um elf Uhr und viel Leerlauf danach. Zwei feste Sitzungen, etwa um halb zehn und um halb eins, füllen ihn zweimal, mit fast demselben Personal und denselben Fixkosten. Die zweite Sitzung braucht etwas Nachschub und eine schnelle Umdeckung, bringt aber fast den doppelten Umsatz. Dafür müssen die Gäste vorher wissen, dass ihr Platz begrenzt ist, und das gehört in die Reservierungsbestätigung.
Auch das Nachfüllen entscheidet. Große Platten, die um zehn aufgebaut und bis zwölf nicht angerührt werden, sehen um halb zwölf traurig aus, und was übrig bleibt, darf oft nicht mehr verwendet werden. Kleine Schalen, die im Viertelstundentakt frisch nachgelegt werden, sehen immer gut aus, verbrauchen weniger und reduzieren den Abfall. Wer das konsequent macht, senkt den Wareneinsatz und erhöht gleichzeitig die Zufriedenheit. Wie du Lebensmittelabfälle systematisch misst und senkst, zeigt der Beitrag zu den vier Abfallkontrollpunkten.
Was gilt am Karfreitag?
Am Karfreitag ist Bewirtung erlaubt, aber er ist in allen Bundesländern ein stiller Feiertag. Öffentliche Tanzveranstaltungen und andere Veranstaltungen, die dem ernsten Charakter des Tages widersprechen, sind eingeschränkt oder verboten, oft ganztägig, in manchen Ländern nur zu bestimmten Zeiten. Die Regeln stehen in den Feiertagsgesetzen der Länder und unterscheiden sich deutlich. Für das Geschäft ist Karfreitag vor allem ein Fischtag.

Für viele Gäste ist Fisch am Karfreitag Tradition, auch für die, die sonst nicht in die Kirche gehen. Eine eigene Fischkarte oder ein Fischmenü für diesen Tag ist deshalb fast immer erfolgreich. Die Kalkulation folgt denselben Regeln wie sonst, mit einer Besonderheit: Fisch ist empfindlich, und wer zu viel bestellt, hat am Samstag ein Problem. Eine Vorbestellung für größere Gruppen und eine realistische Planung nach den Verkaufszahlen der Vorjahre helfen.
Bei Veranstaltungen gilt Vorsicht. Ein Abend mit Live-Musik oder ein Tanzabend am Karfreitag kann je nach Bundesland verboten sein, auch in geschlossenen Räumen, wenn er öffentlich ist. Leise Hintergrundmusik im Restaurant ist meist unproblematisch, eine Party nicht. Wer ein Event für das Osterwochenende plant, legt es besser auf Samstag oder Montag. Was bei Veranstaltungen sonst zu beachten ist, steht im Beitrag zu Feiern und Veranstaltungen.
Vereinfachte Darstellung, keine Rechtsberatung. Die Feiertagsgesetze der Länder regeln Details unterschiedlich.
Was gilt bei den Zuschlägen, und warum ist der Ostersonntag ein Sonderfall?
Zuschläge für Arbeit an gesetzlichen Feiertagen sind nach § 3b EStG bis 125 Prozent des Grundlohns steuerfrei, für Sonntagsarbeit bis 50 Prozent. Der Ostersonntag ist dabei ein Sonderfall: Arbeitsrechtlich ist er nur in Brandenburg ein gesetzlicher Feiertag, in allen anderen Ländern ein normaler Sonntag. Steuerlich behandelt die Finanzverwaltung ihn dagegen wie einen Feiertag. Für Tarifverträge und Arbeitsverträge kann das einen großen Unterschied machen.
| Zuschlag | Steuerfrei bis |
|---|---|
| Sonntagsarbeit | bis 50 Prozent des Grundlohns |
| Arbeit an gesetzlichen Feiertagen | bis 125 Prozent des Grundlohns |
| Nachtarbeit zusätzlich | 25 Prozent, zwischen 0 und 4 Uhr 40 Prozent |
| Feiertagsarbeit nach Mitternacht | zählt bis 4 Uhr des Folgetags mit, wenn die Arbeit am Feiertag begonnen hat |
| Grundlohn für die Berechnung | höchstens 50 Euro je Stunde |
Die Rechtsgrundlage für die Steuerfreiheit steht in § 3b EStG. Wichtig ist die Unterscheidung: Das Steuerrecht sagt nur, bis zu welcher Höhe ein Zuschlag steuerfrei ist. Ob du überhaupt einen Zuschlag zahlen musst und wie hoch, ergibt sich aus dem Tarifvertrag, dem Arbeitsvertrag oder einer betrieblichen Regelung. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass der Ostersonntag außerhalb Brandenburgs kein gesetzlicher Feiertag im Sinne einer tariflichen Regelung ist, wenn diese nur auf gesetzliche Feiertage abstellt. Ein Tarif, der Feiertagszuschläge nur für gesetzliche Feiertage vorsieht, gilt dann am Ostersonntag in den meisten Ländern nicht, sondern nur der Sonntagszuschlag.
Für die Praxis heißt das: Klär vor Ostern mit deiner Lohnbuchhaltung, welche Zuschläge in deinem Betrieb gelten, für Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag, und sag es dem Team klar. Nichts sorgt an einem vollen Ostersonntag für mehr schlechte Stimmung als die Frage, ob es heute Feiertagszuschlag gibt oder nicht. Und plan die Zuschläge in der Kalkulation ein, denn sie verändern die Personalkosten des Tages spürbar. Wie Zuschläge in der Lohnabrechnung behandelt werden, steht auf unserer Seite zur Lohnbuchhaltung, wie Arbeitszeiten an langen Feiertagen sauber erfasst werden, im Beitrag zur Arbeitszeiterfassung.
Vereinfachte Darstellung, keine Steuer- oder Rechtsberatung.
Wie organisierst du Reservierungen an Ostern?
Reservierungen an Ostern organisierst du am besten mit festen Zeitfenstern, Vorauszahlung oder Anzahlung über das Reservierungssystem, klaren Stornoregeln, einer Erinnerung einige Tage vorher und einer Warteliste für kurzfristig frei werdende Plätze. Am Ostersonntag ist die Nachfrage oft größer als das Angebot, und jeder leere Tisch ist ein Umsatz, der sich nicht nachholen lässt. Verbindlichkeit ist deshalb wichtiger als an jedem anderen Tag.
Viele Gäste akzeptieren eine Vorauszahlung an Ostern ohne Diskussion, weil sie es von anderen Spitzenterminen kennen. Wichtig ist, dass die Regeln vorher klar kommuniziert werden: Wie viel wird angezahlt, bis wann kann kostenfrei storniert werden, was passiert bei Nichterscheinen. Eine Warteliste für den Ostersonntag hilft, kurzfristige Absagen schnell nachzubesetzen. Wie No-Shows grundsätzlich vermieden werden, zeigt der Beitrag zu No-Shows in der Gastronomie.
Auch das Telefon wird an Ostern zum Engpass. In den Wochen vorher klingelt es ständig, oft im vollen Service. Ein Online-Reservierungssystem mit klaren Zeitfenstern entlastet das Team, und ein Telefonassistent, der Standardanfragen beantwortet, kann helfen. Wie das funktioniert, steht im Beitrag KI in der Gastronomie.
Welche Familienangebote lohnen sich?
An Ostern lohnen sich vor allem Familienangebote, die wenig kosten und Erinnerungen schaffen: eine Ostereiersuche im Garten oder Biergarten, ein Eierfärben oder Basteln am Ostersamstag, eine Kinderecke beim Brunch und ein Kindermenü mit klarer Preisregel. Sie bringen Familien in den Betrieb, füllen die ruhigeren Tage rund um den Sonntag und schaffen Bindung, die über Jahre wirkt. Wer als Kind bei dir Eier gesucht hat, kommt als Erwachsener wieder.

Für die Kalkulation gilt: Ein Familienprogramm muss nicht kostenlos sein. Ein Eierfärben mit Anmeldung, einem kleinen Teilnahmepreis und Kaffee und Kuchen für die Eltern bringt Umsatz an einem Tag, der sonst oft ruhig ist. Eine Ostereiersuche nach dem Brunch kostet ein paar Eier und etwas Schokolade, verlängert aber den Aufenthalt und damit den Getränkeumsatz. Wichtig ist eine klare Organisation mit festen Zeiten, sonst endet das Programm im Chaos.

Bei Kindern gelten außerdem ein paar praktische Regeln: Eier gehören zu den Hauptallergenen, beim Färben und bei Schokolade sollten Allergien vorher abgefragt werden, und die Ostereiersuche braucht einen sicheren Bereich ohne Straße oder Teich in der Nähe. Für die Preisregel bei Kindern hat sich eine Staffel bewährt, etwa frei bis sechs Jahre, halber Preis oder fester Kinderpreis bis zwölf. Das ist einfach zu kommunizieren und fair.
Wann beginnt das Marketing für Ostern?
Das Marketing für Ostern beginnt im Januar. Bei einem frühen Ostern wie 2027 sollte das Angebot spätestens Mitte Januar auf der Website und im Google-Profil stehen, im Februar folgen Erinnerungen an Stammgäste per Newsletter und Social Media, Anfang März die letzten Plätze. Gastronomie Marketing für Ostern heißt: früh sichtbar sein, ein klares Angebot mit Preis und Zeiten zeigen und die Buchung so einfach wie möglich machen.
Viele Familien suchen ihr Osterrestaurant im Netz oder fragen einen KI-Assistenten, etwa „Osterbrunch mit Kinderprogramm in der Nähe“. Gefunden wird, wer ein konkretes Angebot als Text auf der Website hat, mit Datum, Uhrzeiten, Preis, Kinderregel und Buchungslink. Ein Beitrag im Google-Profil mit Foto vom letzten Jahr, ein kurzes Video von der Eiersuche auf Instagram und eine Mail an die Stammgäste reichen oft, um beide Sitzungen zu füllen. Wie du Instagram mit wenig Aufwand bespielst, steht im Beitrag Instagram für Gastronomen, wie das Google-Profil wirkt, im Beitrag zum Google-Unternehmensprofil.
Ein unterschätzter Kanal sind Gutscheine. Ein Brunch-Gutschein als Geschenk zu Weihnachten, eingelöst an Ostern, verkauft den Ostersonntag schon im Dezember. Wer das mit einer kleinen Aktion verbindet, hat im Januar bereits einen Teil der Plätze verkauft. Wie Feiertage und Spitzentage insgesamt geplant werden, zeigt auch der Beitrag zu Feiern und Veranstaltungen.
Was gehört aufs Außer-Haus-Angebot?
Aufs Außer-Haus-Angebot an Ostern gehören vor allem Produkte, die Familien zu Hause gern servieren, aber ungern selbst machen: Osterzopf und Hefegebäck, ein fertiger Lammbraten oder eine Lammkeule zum Aufwärmen, gefärbte Eier, Kräuterquark, Salate und Desserts. Ein Vorbestellsystem mit festem Abholfenster am Ostersamstag macht das planbar. Es bringt Umsatz ohne Sitzplatz und erreicht Gäste, die an Ostern ohnehin zu Hause feiern.
Für die Kalkulation gilt dasselbe wie im Restaurant, mit zwei Unterschieden: Es fallen Verpackungskosten an, und es gibt keinen Service. Bei Speisen gilt auch außer Haus der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent. Wichtig ist eine klare Vorbestellfrist, damit Einkauf und Produktion stimmen, und eine Anzahlung oder Bezahlung bei Bestellung, damit nicht abgeholt wird, was nicht bezahlt ist. Was bei Verpackungen seit der neuen EU-Verpackungsverordnung gilt, steht im Beitrag zur PPWR in der Gastronomie.
Checkliste: Was ist wann zu tun?
Für Ostern 2027 hat sich ein Zeitplan in fünf Etappen bewährt: im Dezember Gutscheine und erste Planung, im Januar Angebot, Kalkulation und Veröffentlichung, im Februar Personalplanung, Zuschlagsregeln und Erinnerung an Stammgäste, Anfang März Bestellungen, Warteliste und Vorbestellungen für Außer-Haus, in der Osterwoche Briefing, Zeitumstellung und Ablaufplan. Wer so plant, hat an Ostern selbst nur noch eine Aufgabe: gute Gastgeber sein.
- Dezember: Brunch-Gutscheine als Weihnachtsgeschenk anbieten, Termine für Familienprogramm festlegen.
- Januar: Brunch, Menüs und Außer-Haus kalkulieren, Zeitfenster festlegen, Angebot auf Website und Google-Profil.
- Februar: Dienstplan mit Zuschlägen und Ruhezeiten, Mail an Stammgäste, Social Media mit Bildern vom Vorjahr.
- Anfang März: Lieferanten für Fisch, Lamm und Frühlingsgemüse briefen, Warteliste, Vorbestellungen sammeln.
- Osterwoche: Briefing mit dem ganzen Team, Hinweis auf die Zeitumstellung, Ablaufplan für jede Sitzung.
Ein Gastronomieberater sieht bei solchen Zeitplänen oft schnell, wo es hakt, etwa wenn das Angebot zu spät online geht oder die Kalkulation die Zuschläge nicht enthält. In der Restaurantberatung arbeiten wir deshalb mit genau dieser Checkliste, die sich auch auf Muttertag, Pfingsten und Weihnachten übertragen lässt. Wie du die Liquidität über solche Spitzen und die ruhigeren Wochen danach planst, zeigt der Beitrag zur Liquiditätsplanung.
Wie sieht das in der Praxis aus?
In der Praxis scheitert Ostern selten an zu wenig Gästen, sondern an der Organisation: offener Brunch ohne Zeitfenster, keine Anzahlung, ein zu großes Buffet, ein Team, das nicht weiß, welche Zuschläge gelten, und ein Angebot, das zu spät online geht. Mit zwei Sitzungen, Vorauszahlung, einem kleineren Buffet, klaren Zuschlagsregeln und Marketing ab Januar wird aus einem anstrengenden Wochenende ein ertragreiches. Ein Fall aus unserer Gastronomieberatung zeigt das.
Fall: Landgasthof im Weserbergland
Ein Landgasthof bietet jedes Jahr einen Osterbrunch an, offen von zehn bis vierzehn Uhr, ohne feste Zeiten, ohne Anzahlung. Das Ergebnis ist immer gleich: Um elf ist der Saal überfüllt und das Buffet leer, um halb eins sitzen nur noch wenige Gäste beim Kaffee, mehrere reservierte Tische bleiben leer, und am Nachmittag wandert ein großer Teil des Buffets in die Tonne. Der Wirt hat das Gefühl, dass Ostern viel Arbeit macht und wenig bringt.
In der Gastronomieberatung bauen wir den Brunch um: zwei feste Sitzungen, um halb zehn und um halb eins, buchbar nur mit Vorauszahlung über das Reservierungssystem. Das Buffet wird kleiner, aber besser, mit kleineren Schalen, die im Takt nachgelegt werden. Sekt zum Empfang wird nicht mehr in die Pauschale gepackt, sondern am Tisch angeboten. Am Ostersamstag gibt es ein Eierfärben für Familien, am Ostermontag eine Ausflugskarte im Biergarten. Das Angebot geht im Januar online, im Februar folgt die Erinnerung an die Stammgäste.
Im nächsten Jahr sind beide Sitzungen Wochen vorher ausgebucht, No-Shows gibt es praktisch nicht mehr, der Abfall ist deutlich geringer, und der Ertrag des Ostersonntags hat sich spürbar verbessert, bei kaum mehr Personal. Der Wirt sagt: Ich dachte, Ostern ist einfach anstrengend. Dabei war es nur schlecht organisiert.
Fallbeispiel aus der Beratungspraxis, aus mehreren Fällen zusammengesetzt und anonymisiert.
Der Fall zeigt, dass Spitzentage wie Ostern nach anderen Regeln funktionieren als normale Tage. An einem normalen Sonntag ist ein offener Brunch kein Problem. An Ostern, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, verschenkt er Umsatz. Wer das versteht und den Tag gezielt plant, verdient an Ostern deutlich mehr, mit weniger Stress.
Welche Fehler kosten am meisten?
Am meisten kosten an Ostern diese Fehler: das Angebot zu spät veröffentlichen, einen Brunch ohne Zeitfenster anbieten, keine Anzahlung verlangen, ein zu großes Buffet aufbauen, Zuschläge falsch oder gar nicht einplanen und die Zeitumstellung in der Osternacht vergessen. Fast alle lassen sich mit einer Checkliste, die im Januar beginnt, und einem kurzen Gespräch mit der Lohnbuchhaltung vermeiden.
| Fehler | Was passiert | Besser |
|---|---|---|
| Ostern erst im März planen | beste Gäste haben schon woanders gebucht | Angebot ab Januar online |
| Brunch ohne Zeitfenster | Saal nur einmal belegt, Personal für einen Durchgang | zwei feste Sitzungen |
| Keine Anzahlung | No-Shows am wichtigsten Tag des Frühjahrs | Anzahlung oder Vorauszahlung |
| Buffet mit zu vielen Positionen | hoher Wareneinsatz, viel Abfall | klare Auswahl, oft nachfüllen |
| Zuschläge falsch eingeplant | Ärger im Team oder falsche Abrechnung | Regeln vorher mit Lohnbuchhaltung klären |
| Zeitumstellung vergessen | Team und Gäste eine Stunde zu spät | Dienstplan und Bestätigungen anpassen |
Was bringt eine Gastronomieberatung für das Ostergeschäft?
Eine Gastronomieberatung bringt für das Ostergeschäft vor allem einen Plan, der früh beginnt und den Ertrag im Blick hat: Wir kalkulieren mit dir Brunch, Menü und Außer-Haus-Angebot, planen Zeitfenster und Personal, richten Reservierung mit Anzahlung ein, klären Zuschlagsregeln mit der Lohnbuchhaltung, entwickeln Familienangebote und setzen das Marketing ab Januar auf. Wir sehen als Berater für Gastronomie in der Restaurantberatung und als Unternehmensberatung Gastronomie für größere Häuser jedes Jahr, wie viel an diesem Wochenende liegen bleibt.
Die Gastro Piraten arbeiten seit 2010 als Gastronomieberatung, Restaurantberatung und Hotelberatung im DACH-Raum und haben über 5.600 Betriebe begleitet. In der Gastronomieberatung gehören Spitzentage wie Ostern, Muttertag und Weihnachten zu den Terminen, bei denen sich eine saubere Kalkulation in der Gastronomie besonders schnell auszahlt, weil an wenigen Tagen ein großer Teil des Frühjahrsumsatzes entsteht. Für Hotels mit Osterarrangements kommen Übernachtungspakete und Ostermenüs für Hausgäste dazu, die wir in der Hotelberatung mitplanen.
Für Gründer, die im Frühjahr eröffnen, ist Ostern oft der erste große Test. In unserer Gründungsberatung und Existenzgründungsberatung planen wir das mit, und ein erfahrener Gastronomieberater begleitet auf Wunsch auch den ersten Ostersonntag, damit die Existenzgründung in der Gastronomie nicht mit einem überforderten Team und einem leeren Buffet um elf Uhr beginnt. Größere Häuser und Betriebe mit mehreren Standorten begleiten wir als Unternehmensberatung Gastronomie in der Unternehmensberatung.
Wie unterstützen wir dich?
Wir unterstützen dich, indem wir mit dir den Oster-Fahrplan für alle fünf Tage aufstellen, Brunch, Menüs und Außer-Haus-Angebot kalkulieren, Zeitfenster und Personal planen, Reservierung mit Anzahlung einrichten, die Zuschlagsregeln für dein Team klären, Familienangebote entwickeln und das Gastronomie Marketing ab Januar aufsetzen. So wird Ostern vom anstrengendsten zum ertragreichsten Wochenende des Frühjahrs.
- Gastronomieberatung. Kalkulation, Zeitfenster und Angebote über unsere Gastronomieberatung.
- Lohnbuchhaltung. Feiertags- und Sonntagszuschläge sauber abgerechnet über unsere Lohnbuchhaltung.
- Marketing. Osterangebot, Google-Profil und Social Media über unseren Bereich Marketing.
- Zahlen. Wie sich das Ostergeschäft in deinen Monatszahlen zeigt, zeigt die BWA-Analyse.
Das Buch zum Thema
Rettungsanker Gastronomie, Band 2: Die Ertragsseite
Preise, Karte, Umsatz pro Gast: René Kaplick zeigt, wie Betriebe mehr aus jedem Gast und jedem Tag machen, mit Zahlen aus der Gastronomieberatung.
Ostern ist einer der umsatzstärksten Termine im Jahr, im Buch steht, wie du solche Spitzentage so planst und bepreist, dass sie sich wirklich lohnen.
Ist dein Ostern 2027 schon geplant?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir auf deinen Brunch, deine Reservierung und deine Kalkulation und sagen dir ehrlich, wo an Ostern Geld liegen bleibt und wie du es holst.
Du willst solche Themen regelmäßig live mit uns durchgehen? Dann melde dich für die Hospitality Business School an, unser wöchentliches Online-Format für Gastronomen und Hoteliers im DACH-Raum, montags von 10 bis 11 Uhr.
Ostern läuft nicht von allein. Es läuft so gut, wie du es im Januar planst.
Häufige Fragen zu Ostern in der Gastronomie
Wann ist Ostern 2027?
Ostersonntag ist 2027 der 28. März. Gründonnerstag fällt auf den 25. März, Karfreitag auf den 26. März, Ostermontag auf den 29. März. In der Nacht zum Ostersonntag wird außerdem auf Sommerzeit umgestellt, die Nacht ist also eine Stunde kürzer. Das solltest du bei Dienstplan, Brunchzeiten und Reservierungsbestätigungen berücksichtigen.
Wie kalkuliere ich einen Osterbrunch?
Du teilst den Bruttopreis in Speisen- und Getränkeanteil auf, rechnest beide netto, ziehst Wareneinsatz, Getränkeeinkauf, alle Personalstunden inklusive Spülküche und Nebenkosten ab. In unserer Modellrechnung für 2027 mit 100 Erwachsenen zu 39 Euro und 20 Kindern zu 15 Euro bleiben ohne Zuschläge rund 9,45 Euro je Gast vor Raum- und Fixkosten, mit 50 Prozent Sonntagszuschlag rund 5,56 Euro. Mit 125 Prozent Feiertagszuschlag entsteht Verlust. Wichtig sind deshalb ein Preis, der Mindestlohn 2027 und Zuschläge trägt, eine zweite Sitzung, Sekt als Zusatzverkauf und weniger Abfall.
Was darf ich am Karfreitag in der Gastronomie?
Bewirtung ist am Karfreitag erlaubt. Karfreitag ist aber in allen Bundesländern ein stiller Feiertag, an dem öffentliche Tanzveranstaltungen und andere Veranstaltungen, die dem ernsten Charakter des Tages widersprechen, eingeschränkt oder verboten sind. Die genauen Regeln und Uhrzeiten stehen in den Feiertagsgesetzen der Länder und unterscheiden sich deutlich. Prüf vor jeder Veranstaltung die Regeln deines Bundeslandes.
Ist der Ostersonntag ein gesetzlicher Feiertag?
Arbeitsrechtlich ist der Ostersonntag nur in Brandenburg ein gesetzlicher Feiertag, in den anderen Ländern ist er ein normaler Sonntag. Das hat das Bundesarbeitsgericht bestätigt, und es kann für tarifliche oder vertragliche Feiertagszuschläge entscheidend sein. Steuerlich behandelt die Finanzverwaltung den Ostersonntag dagegen wie einen Feiertag, Zuschläge können deshalb bis 125 Prozent des Grundlohns steuerfrei sein. Kläre die Abrechnung mit deiner Lohnbuchhaltung.
Welche Feiertagszuschläge sind an Ostern steuerfrei?
Nach § 3b EStG sind Zuschläge für Arbeit an gesetzlichen Feiertagen bis 125 Prozent des Grundlohns steuerfrei, für Sonntagsarbeit bis 50 Prozent, für Nachtarbeit zusätzlich 25 Prozent. Der Grundlohn wird dabei mit höchstens 50 Euro je Stunde angesetzt. Ob du Zuschläge zahlen musst, ergibt sich nicht aus dem Steuerrecht, sondern aus Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag.
Wie vermeide ich No-Shows an Ostern?
Mit verbindlichen Reservierungen: Vorauszahlung oder Anzahlung über das Reservierungssystem, klare Stornoregeln, eine Erinnerung einige Tage vorher und feste Zeitfenster. Gerade am Ostersonntag ist jeder leere Tisch ein verlorener Umsatz, der sich nicht mehr nachholen lässt, weil die Nachfrage oft größer ist als das Angebot.
Wann sollte ich mein Osterangebot veröffentlichen?
Spätestens im Januar. Viele Familien und Gruppen planen Ostern früh, und wer sein Angebot erst im März veröffentlicht, bekommt oft nur noch die Reste. Bei frühem Ostern wie 2027 gilt das besonders. Ein guter Zeitplan: Angebot im Januar auf Website und Google-Profil, im Februar Erinnerung an Stammgäste und Social Media, Anfang März letzte Plätze.
Lohnt sich ein Familienprogramm an Ostern?
Ja, eine Ostereiersuche, ein Eierfärben oder eine Bastelecke kosten wenig, bringen Familien in den Betrieb und schaffen Erinnerungen, die zum Wiederkommen führen. Besonders am Ostersamstag und Ostermontag, die oft ruhiger sind als der Sonntag, kann ein Familienprogramm den Umsatz deutlich erhöhen. Plane es mit Anmeldung und festen Zeiten, damit es nicht im Chaos endet.