Profil, Formate, Inhalte, Content-Woche, Recht und Kennzahlen: wie aus Reichweite Reservierungen werden und warum Likes allein kein Restaurant füllen
„Wir haben 4.000 Follower. Trotzdem ist es dienstags leer.“ Die Inhaberin eines Bistros zeigt uns ihr Profil. Schöne Bilder, sorgfältig ausgeleuchtet, ordentlich Herzen darunter. Was fehlt: ein Satz, wo das Bistro ist. Ein Button zum Reservieren. Ein einziges Gesicht. Und jede Antwort auf die Frage, warum man gerade heute vorbeikommen sollte.
Instagram für Gastronomen ist kein Wettbewerb um die schönsten Teller. Es ist ein Werkzeug, um Menschen in deiner Umgebung Lust auf deinen Betrieb zu machen und sie dann an den Tisch zu bringen. Likes sind dabei nur die erste Stufe. Gezählt wird am Abend, wenn die Reservierungsliste voll ist oder eben nicht.
In diesem Beitrag zeigen wir, wie Instagram für Restaurants, Cafés, Bars und Hotels 2026 funktioniert: wie ein Profil aussieht, das Gäste bringt, welche Formate sich lohnen, was du posten solltest, wie du das mit 30 Minuten am Tag schaffst, was rechtlich gilt und welche Kennzahlen wirklich zählen. Mit einem Trichter, einem Profil-Check, einer Content-Woche zum Nachbauen und einem Fall aus der Beratung.
Lohnt sich Instagram für Gastronomen noch?
Ja, Instagram lohnt sich für Gastronomen weiterhin, wenn es auf Gäste statt auf Likes ausgerichtet ist. Es ist einer der wichtigsten Kanäle, um Menschen in deiner Umgebung zu erreichen, die dich noch nicht kennen, und um Stammgäste zu halten. Es lohnt sich aber nur mit klarem Profil, regelmäßigen echten Inhalten und einem einfachen Weg zur Reservierung.
Was sich verändert hat: Instagram ist heute vor allem eine Videoplattform. Kurze Reels erreichen Menschen weit über deine Follower hinaus, während einzelne Fotos im Feed vor allem von denen gesehen werden, die dir ohnehin folgen. Gleichzeitig nutzen viele Gäste Instagram wie eine Suchmaschine: Sie schauen sich das Profil an, bevor sie reservieren, so wie früher die Speisekarte im Schaukasten.
Was sich nicht verändert hat: Gastronomie ist ein Geschäft mit Menschen. Ein Profil, auf dem nie ein Gesicht zu sehen ist, wirkt kalt, egal wie gut das Essen fotografiert ist. Die Betriebe, die auf Instagram am meisten Gäste gewinnen, zeigen das, was man nicht kopieren kann: das Team, den Ort, die Atmosphäre, die kleinen Momente. Und sie sagen klar, was man bei ihnen bekommt und wie man einen Tisch bekommt.
Was bringt Instagram wirklich: Likes oder Gäste?
Instagram bringt Gastronomen dann etwas, wenn aus Reichweite Handlung wird: Aufrufe führen zu Profilbesuchen, Profilbesuche zu Klicks auf Reservieren, Anrufen oder Route, und diese Klicks zu Gästen am Tisch. Likes sind nur ein Zwischenschritt. Wer seinen Erfolg an Herzen misst, optimiert für Applaus statt für Umsatz und wundert sich, warum es dienstags trotzdem leer bleibt.
Von der Reichweite zum Gast: der Instagram-Trichter
Aufrufe deiner Beiträge
Profilbesuche
Klicks auf Reservieren, Anrufen, Route
Reservierungen
Gäste am Tisch
Beispiel mit frei gewählten Werten für einen Monat. Entscheidend ist nicht die oberste Zahl, sondern die unterste. Und wie viele Stufen dazwischen verloren gehen.
Der Trichter zeigt, wo die meisten Profile Gäste verlieren. Nicht oben, bei der Reichweite, sondern in der Mitte. Menschen sehen einen Beitrag, besuchen das Profil und finden dort nicht, was sie brauchen: keine Adresse, keine Öffnungszeiten, keinen Button, keinen Grund, jetzt zu buchen. Dann gehen sie wieder. Ein besseres Profil holt oft mehr heraus als die doppelte Reichweite.

Deshalb lohnt sich eine einfache Frage bei jeder Reservierung: „Wie sind Sie auf uns gekommen?“ Wer das vier Wochen lang mitschreibt, weiß danach mehr über seinen Instagram-Erfolg als jede Statistik. Und wer online reserviert, kann ein Feld dafür im Reservierungssystem einbauen. Wie du Reservierungen so organisierst, dass auch weniger Tische leer bleiben, steht im Beitrag zu den No-Shows in der Gastronomie.
Wie sieht ein Profil aus, das Gäste bringt?
Ein Instagram-Profil, das Gäste bringt, sagt in wenigen Sekunden, was du bist, wo du bist und wie man einen Tisch bekommt. Dazu gehören ein Name mit Ort, eine klare Bio, ein Button zum Reservieren oder Anrufen, Adresse und Öffnungszeiten, Highlights mit Karte und Anfahrt, ein Link zum Impressum und Beiträge, auf denen Menschen zu sehen sind. Es ist dein digitaler Eingang.
Der Profil-Check: zehn Punkte für Restaurants auf Instagram
Name mit Ort, etwa „Gasthaus Linde Freising“, damit man dich in der Suche findet.
Eine Bio in zwei Zeilen: was du bist, für wen, wo. Keine Sprüche ohne Inhalt.
Ein Button zum Reservieren, Anrufen oder Route planen, als Unternehmensprofil eingerichtet.
Ein Link zur Reservierung oder Website, nicht nur zur Startseite, sondern zur passenden Seite.
Adresse und Kategorie im Profil, damit Instagram dich lokal zuordnet.
Highlights mit Speisekarte, Öffnungszeiten, Anfahrt, Team und Events.
Ein Profilbild, das auch klein erkennbar ist, etwa Logo oder Signature-Gericht.
Die ersten neun Beiträge im Raster zeigen Menschen, Raum und Essen, nicht nur Teller.
Ein erkennbarer Link zum Impressum.
Antworten auf Nachrichten und Kommentare innerhalb eines Tages.
Der wichtigste Punkt ist der dritte. Ein Unternehmensprofil auf Instagram erlaubt Kontaktbuttons, die direkt zur Reservierung, zum Anruf oder zur Route führen. Viele Betriebe haben sie nie eingerichtet. Dann muss der Gast erst den Namen googeln, dort die Nummer suchen und hoffen, dass jemand rangeht. Bei jedem dieser Schritte steigen Menschen aus. Und die Bio sollte nicht „Love, Food, Passion“ sagen, sondern: „Frühstück und Mittag am Marktplatz. Mo bis Sa ab 8 Uhr.“
Achte auch darauf, dass die Angaben auf Instagram mit denen auf Google und deiner Website übereinstimmen: gleicher Name, gleiche Adresse, gleiche Öffnungszeiten. Das hilft nicht nur dem Gast, sondern auch Suchmaschinen und KI-Assistenten, die dein Restaurant empfehlen sollen. Wie du dein Google-Profil richtig aufsetzt, steht im Beitrag zum Google-Unternehmensprofil für Restaurants.
Welche Formate funktionieren für Restaurants?
Für Restaurants funktionieren vier Formate, die unterschiedliche Aufgaben haben: Reels erreichen neue Menschen in der Umgebung, Karussells werden gespeichert und geteilt, Storys halten Stammgäste täglich auf dem Laufenden und einzelne Beiträge prägen den ersten Eindruck des Profils. Eine gute Mischung nutzt alle vier, mit dem Schwerpunkt auf kurzen Videos.
Reels
Kurze Videos bis wenige Minuten, oft 15 bis 30 Sekunden
Stärke: erreichen Menschen, die dich noch nicht kennen
Für Gastronomen: Handwerk, Flamme, Anrichten, Menschen, Humor
Karussell
Mehrere Bilder oder Videos zum Wischen
Stärke: werden gespeichert und geteilt
Für Gastronomen: Wochenkarte, Team-Porträts, Vorher-nachher, Tipps
Story
Verschwindet nach 24 Stunden, dauerhaft als Highlight
Stärke: hält Stammgäste auf dem Laufenden
Für Gastronomen: Tagesgericht, freie Tische heute, Umfragen, Reposts
Beitrag
Einzelnes Foto im Feed
Stärke: prägt den ersten Eindruck des Profils
Für Gastronomen: Signature-Gericht, Raum, Terrasse, Events
Bei Reels zählt der Anfang. Die ersten ein, zwei Sekunden entscheiden, ob jemand weiterschaut oder weiterwischt. Eine Flamme, ein Messer, das durch eine Kruste schneidet, ein Lachen im Team, eine Frage wie „Warum dauert unser Kaiserschmarrn 20 Minuten?“ funktionieren besser als ein Logo oder ein langsamer Schwenk durch den leeren Gastraum. Ton gehört dazu: Das Zischen in der Pfanne ist oft besser als jede Musik.
Ein Reel muss nicht aussehen wie ein Werbefilm. Im Gegenteil: Hochglanzvideos wirken auf Instagram oft wie Werbung und werden schneller weggewischt als ehrliche Aufnahmen aus dem Alltag. Ein Smartphone, gutes Tageslicht oder das Licht über dem Pass und ein kurzer Satz im Bild reichen. Wer will, nimmt einen kleinen Gimbal für ruhige Bilder. Mehr Technik braucht es für die meisten Betriebe nicht.
Ein Trick, der viel Zeit spart, sind Serien. Statt jedes Mal neu zu überlegen, gibt es feste Formate, die sich wiederholen: „Montags in 15 Sekunden“ für die Wochenkarte, „Wer steht heute am Pass?“ für das Team, „Frag den Koch“ für Fragen aus den Kommentaren. Serien sind leichter zu produzieren, und Gäste erkennen sie wieder und warten darauf. Ein gutes Reel kannst du außerdem mehrfach nutzen: als Reel, als Ausschnitt in der Story, als Standbild im Feed und später noch einmal im nächsten Jahr zur selben Saison. Instagram für Gastronomen heißt nicht, ständig Neues zu erfinden, sondern Gutes klug zu wiederholen.
Was soll ein Restaurant auf Instagram posten?
Ein Restaurant sollte auf Instagram vor allem fünf Dinge zeigen: die Menschen im Team, das Handwerk in Küche und Bar, die Gäste und ihre Momente, den Ort und die Atmosphäre sowie Anlässe wie Wochenkarte, Saison oder Events. Jeder Beitrag sollte entweder Lust machen, Vertrauen schaffen oder einen konkreten Grund liefern, vorbeizukommen.
- Menschen. Die Köchin, der Azubi, die Servicekraft seit zwanzig Jahren. Gesichter schaffen Vertrauen und sind das, was kein anderer Betrieb kopieren kann.
- Handwerk. Teig kneten, Fond ansetzen, Fleisch reifen lassen, Kaffee rösten, Cocktails mixen. Zeig, was Arbeit ist, dann versteht der Gast auch den Preis.
- Gäste. Ein Geburtstag, ein Stammtisch, eine Familie beim Sonntagsessen, natürlich nur mit Einwilligung.
- Ort. Die Terrasse im Abendlicht, der Kachelofen, der Blick aus dem Fenster. Wer zum ersten Mal kommt, will wissen, wie es dort aussieht.
- Anlass. Wochenkarte, Spargel, Wild, Weihnachtsfeiern, Live-Musik, freie Tische heute Abend. Das ist der Teil, der am direktesten zu Reservierungen führt.
Ein Satz zu Tellerfotos: Sie gehören dazu, aber sie allein reichen nicht. Ein Schnitzel sieht in jedem Profil ähnlich aus. Was es unterscheidet, ist die Geschichte dahinter: das Kalb vom Hof um die Ecke, die Panade nach dem Rezept der Großmutter, der Koch, der seit zwölf Jahren jeden Tag Schnitzel klopft. Und vergiss die Getränke nicht. Eine neue Limonade, der erste Federweißer der Saison oder ein Cocktail-Reel heben oft den Bon. Wie du den Getränkeumsatz gezielt steigerst, steht im Beitrag Getränkeumsatz steigern.
Saisonale Anlässe sind für Gastronomen auf Instagram besonders stark, weil sie Dringlichkeit schaffen: Die Spargelzeit ist kurz, die Weihnachtsfeier muss gebucht werden, das Martinsgans-Menü gibt es nur im November. Plan diese Anlässe früh und beginne rechtzeitig mit Beiträgen dazu. Wie du die Saison insgesamt planst, zeigt der Beitrag zur Saisonplanung für Weihnachtsfeiern.
Wie schaffst du Instagram mit 30 Minuten am Tag?
Instagram schaffst du als Gastronom mit rund 30 Minuten am Tag, wenn du eine feste Content-Woche hast, Inhalte im laufenden Betrieb aufnimmst statt sie extra zu produzieren und die Aufgabe im Team verteilst. Zehn Minuten filmen, zehn Minuten schneiden und posten, zehn Minuten antworten. Mehr braucht es für die meisten Betriebe nicht, aber das jeden Tag.
Die Content-Woche zum Nachbauen
Montag
Was kommt diese Woche?
Reel: Wochenkarte oder Tagesgericht in 15 Sekunden
Dienstag
Wer steht dahinter?
Karussell: ein Mensch aus dem Team, drei Bilder, zwei Sätze
Mittwoch
Wie entsteht es?
Reel: Mise en place, Anrichten, frisches Brot aus dem Ofen
Donnerstag
Was sagen Gäste?
Story: Reposts von Gästen, eine Bewertung, eine Umfrage
Freitag
Komm vorbei!
Story mit Reservierungslink: freie Tische, Wochenende, Event
Pro Tag rund 30 Minuten: 10 Minuten filmen im laufenden Betrieb, 10 Minuten schneiden und posten, 10 Minuten auf Kommentare und Nachrichten antworten. Wochenende ist frei, da läuft der Laden.

Der größte Zeitfresser ist die Frage „Was posten wir heute?“. Die Content-Woche nimmt dir diese Frage ab, weil jeder Tag sein Thema hat. Das zweite Geheimnis ist, nichts extra zu produzieren. Die Mise en place wird ohnehin gemacht, das Brot wird ohnehin gebacken, der Kuchen kommt ohnehin aus dem Ofen. Wer im richtigen Moment zehn Sekunden filmt, hat sein Reel.
Und verteile die Aufgabe. In vielen Betrieben gibt es jemanden im Team, der gern filmt und ein Gespür dafür hat, oft jemand Junges aus Service oder Küche. Gib dieser Person die Verantwortung, ein paar klare Regeln und eine halbe Stunde bezahlte Arbeitszeit pro Tag. Das ist günstiger als jede Agentur und wirkt echter. Für Bewerber ist ein lebendiges Profil übrigens auch ein Argument: Viele schauen sich das Instagram-Profil an, bevor sie sich bewerben. Mehr dazu im Beitrag Mitarbeiter in der Gastronomie finden und halten.
Wie nutzt du Gästefotos und Kommentare?
Gästefotos und Kommentare nutzt du, indem du Gäste einlädst, dich zu markieren, ihre Beiträge mit Erlaubnis in deiner Story teilst, auf jeden Kommentar und jede Nachricht freundlich und schnell antwortest und auch auf Kritik sachlich reagierst. Jeder Gast mit Smartphone ist ein möglicher Fotograf für dein Profil. Das ist die günstigste und glaubwürdigste Werbung, die es gibt.

Dafür reicht oft ein kleiner Anstoß: ein Hinweis auf der Karte oder am Tisch mit deinem Profilnamen, ein schön gestalteter Platz, an dem man gern ein Foto macht, oder ein Gericht, das zum Fotografieren einlädt. Wenn Gäste dich markieren, teile ihre Beiträge in deiner Story und bedanke dich. Das zeigt anderen Gästen, dass bei dir etwas los ist, und es freut den, der markiert hat.
Kommentare und Nachrichten verdienen eine schnelle Antwort, am besten am selben Tag. Eine Frage nach einem freien Tisch, die zwei Tage unbeantwortet bleibt, ist eine verlorene Reservierung. Und Kritik in Kommentaren solltest du nicht löschen, sondern ruhig und konkret beantworten. Wie du mit Bewertungen und Kritik umgehst und Stammgäste gewinnst, steht im Beitrag Der Gast ist König.
Welche Regeln gelten rechtlich auf Instagram?
Auf Instagram gelten für Gastronomen vor allem fünf Regeln: Ein geschäftliches Profil braucht eine Anbieterkennzeichnung, also ein Impressum. Musik in Reels muss für die kommerzielle Nutzung lizenziert sein. Fotos von erkennbaren Gästen und Mitarbeitern brauchen eine Einwilligung. Bezahlte Kooperationen müssen als Werbung gekennzeichnet sein. Und KI-generierte Inhalte müssen in bestimmten Fällen erkennbar sein.
| Regel | Was gilt | Was du tust |
|---|---|---|
| Impressum | geschäftliche Profile brauchen eine leicht erkennbare Anbieterkennzeichnung | Link in der Bio, als Impressum erkennbar |
| Musik | für Geschäftskonten nur lizenzierte Musik für kommerzielle Nutzung | Musik aus der freigegebenen Bibliothek oder Originalton |
| Fotos von Personen | erkennbare Personen als Hauptmotiv nur mit Einwilligung | Einwilligung einholen, bei Mitarbeitern schriftlich |
| Fremde Fotos | Gästefotos gehören dem Fotografen | nur mit Erlaubnis teilen, mit Markierung |
| Werbung | bezahlte oder getauschte Kooperationen kennzeichnen | als Werbung oder bezahlte Partnerschaft markieren |
| Gewinnspiele | Teilnahmebedingungen und Regeln der Plattform beachten | klare Bedingungen, Hinweis, dass Instagram nicht beteiligt ist |
| KI-Inhalte | Transparenzpflichten nach der KI-Verordnung | KI-Bilder und KI-Stimmen kennzeichnen |
Vereinfachte Übersicht, keine Rechtsberatung. Im Zweifel vor Gewinnspielen oder Kooperationen rechtlich prüfen lassen.
Die Anbieterkennzeichnung regelt § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes, das seit 2024 an die Stelle des alten Telemediengesetzes getreten ist. Für Bilder von Personen gilt das Recht am eigenen Bild nach § 22 des Kunsturhebergesetzes und daneben der Datenschutz. Bei Mitarbeitern ist eine schriftliche Einwilligung der sichere Weg, und sie kann jederzeit widerrufen werden. Wer mit Influencern zusammenarbeitet, muss Werbung nach § 5a UWG erkennbar machen. Wie du KI-Bilder und KI-Telefonassistenten richtig kennzeichnest, steht im Beitrag zur KI-Kennzeichnungspflicht in der Gastronomie.
Darfst du KI für Instagram nutzen?
Ja, KI-Werkzeuge können Gastronomen bei Instagram viel Arbeit abnehmen: beim Formulieren von Texten und Hashtags, beim Schneiden und Untertiteln von Reels, beim Planen der Content-Woche oder beim Beantworten häufiger Fragen. Echte Menschen und echte Gerichte ersetzen sie aber nicht. Und KI-generierte Bilder oder Stimmen musst du in bestimmten Fällen kenntlich machen.
Die sinnvollste Nutzung ist die unsichtbare: Die KI schreibt aus deinen Stichpunkten eine Bildunterschrift, schlägt drei Varianten für den ersten Satz eines Reels vor oder erstellt automatisch Untertitel, weil viele Menschen Videos ohne Ton schauen. Das spart Zeit, und der Inhalt bleibt echt. Heikel wird es, wenn KI-Bilder so aussehen wie echte Gerichte aus deiner Küche. Ein Gast, der ein KI-Schnitzel bestellt und ein echtes bekommt, fühlt sich getäuscht, auch wenn das echte gut ist.
Unser Rat für Instagram für Gastronomen: KI für Texte, Planung und Schnitt nutzen, für das Essen und die Menschen echte Fotos und Videos. Wer KI-Bilder für Stimmungen, Illustrationen oder Ankündigungen einsetzt, kennzeichnet sie klar. Das ist nicht nur rechtlich sauber, sondern auch ehrlich gegenüber dem Gast.
Was gilt bei Instagram für Hotels und Landgasthöfe?
Für Hotels und Landgasthöfe mit Zimmern ist Instagram zusätzlich ein Schaufenster für Übernachtungen und Feiern. Neben Essen und Team gehören Zimmer, Frühstück, Umgebung, Wanderwege, Hochzeiten und Tagungen ins Profil, und der Button sollte direkt zur Buchung führen. Gäste planen eine Übernachtung länger im Voraus als einen Restaurantbesuch, deshalb sind gespeicherte Beiträge hier besonders wertvoll.
Gut funktionieren Karussells mit dem Weg vom Parkplatz bis zum Zimmer, Reels vom Frühstück am Morgen, Ausflugstipps in der Region und Einblicke in eine Hochzeit oder Familienfeier, natürlich nur mit Einwilligung des Paares. Wer Direktbuchungen stärken will, verlinkt aus der Bio auf die eigene Buchungsseite statt auf ein Buchungsportal. Und auch hier gilt: Menschen schlagen Hochglanz. Ein Foto der Wirtin, die morgens die Frühstückseier vom Hof nebenan holt, sagt mehr über das Haus als jedes Zimmerbild.
Welche Kennzahlen zählen auf Instagram?
Auf Instagram zählen für Gastronomen vor allem Kennzahlen, die nah am Gast sind: Klicks auf Reservieren, Anrufen und Route, Profilbesuche, gespeicherte und geteilte Beiträge, Nachrichten und erreichte Konten in deiner Umgebung. Follower und Likes sind Begleitzahlen. Die wichtigste Zahl steht aber nicht in der App, sondern im Reservierungsbuch: Gäste, die über Instagram kommen.
| Kennzahl | Was sie zeigt | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Klicks auf Reservieren, Anrufen und Route | ob aus Interesse Handlung wird | die wichtigste Zahl, monatlich steigend |
| Profilbesuche | ob Beiträge neugierig machen | steigend, im Verhältnis zu den Aufrufen |
| Gespeichert und geteilt | ob Inhalte nützlich oder unterhaltsam sind | wichtiger als Likes |
| Nachrichten und Kommentare | ob echte Gespräche entstehen | schnell beantworten |
| Erreichte Konten in der Nähe | ob du die richtigen Menschen erreichst | Standort und Region prüfen |
| Gäste, die Instagram nennen | ob am Ende jemand kommt | bei Reservierung kurz nachfragen |
Schau dir diese Zahlen für dein Instagram als Gastronom einmal im Monat an, nicht jeden Tag. Tageswerte schwanken stark und verleiten dazu, ständig alles zu ändern. Ein Monat zeigt, welche Themen und Formate tragen. Und notier dir, was du im Monat gepostet hast. Dann siehst du, ob die Woche mit den Team-Porträts mehr Profilbesuche gebracht hat als die Woche mit den Tellerfotos.
Ein Hinweis zu Followern: Gekaufte Follower, Follow-for-Follow-Aktionen und Gewinnspiele mit Teilnahme aus ganz Deutschland bringen große Zahlen und kaum Gäste. 800 Follower aus deiner Stadt sind für ein Restaurant mehr wert als 8.000 aus dem ganzen Land. Instagram zeigt dir in der Statistik, wo deine Follower wohnen. Dieser Blick ist ehrlicher als jede Gesamtzahl.
Lohnt sich Werbung auf Instagram?
Werbung auf Instagram lohnt sich für Gastronomen, wenn das Profil schon gut aufgestellt ist, die Anzeige ein klares Ziel wie Reservierungen für einen bestimmten Anlass hat und sie auf einen engen Radius um den Betrieb begrenzt wird. Mit einem kleinen Testbudget und zwei Varianten siehst du schnell, ob es funktioniert. Werbung für ein schwaches Profil verbrennt dagegen nur Geld.
Gute Anlässe für Anzeigen sind zeitlich begrenzte Angebote mit klarem Nutzen: Weihnachtsfeiern, Brunch am Muttertag, die Eröffnung, ein neues Mittagsangebot für die Büros im Viertel, eine Veranstaltung. Schlechte Anlässe sind Imagewerbung ohne Ziel oder das bloße Bewerben eines Beitrags, damit er mehr Likes bekommt. Miss bei jeder Anzeige, wie viele Reservierungen sie gebracht hat, nicht wie viele Menschen sie gesehen haben.
Ein Tipp: Bevor du Geld für Anzeigen ausgibst, nutze kostenlose Kooperationen in deiner Umgebung, etwa mit dem Hofladen, von dem du Eier beziehst, dem Weingut, dem Bäcker oder dem Sportverein. Gegenseitige Erwähnungen erreichen genau die Menschen, die in deiner Gegend leben. Mit wem sich Kooperationen mit Influencern lohnen und wie man sie fair gestaltet, steht im Beitrag zum Influencer-Marketing in der Gastronomie.
Instagram, Google oder Website: Was kommt zuerst?
Zuerst kommt das Google-Unternehmensprofil, weil dort die Menschen suchen, die heute essen gehen wollen. Danach eine einfache Website oder zumindest eine Seite mit Karte, Öffnungszeiten und Reservierung. Instagram kommt als Drittes und macht Lust auf deinen Betrieb, bindet Stammgäste und erreicht neue Menschen. Alle drei müssen dieselben Daten zeigen und aufeinander verweisen.
Viele Gastronomen machen es umgekehrt: Sie stecken viel Zeit in Instagram, während das Google-Profil seit Jahren falsche Öffnungszeiten zeigt und die Website eine PDF-Karte von 2019 hat. Ein Gast, der über ein Reel neugierig wird und dann bei Google den Hinweis „dauerhaft geschlossen“ findet, ist verloren. Die Grundlage muss stimmen, bevor die Reichweite etwas bringt.
Wie du eine Website baust, die Gäste bringt, steht im Beitrag Restaurant-Website erstellen. Den Überblick über alle sozialen Kanäle, von Facebook bis TikTok, gibt der Beitrag zum Social-Media-Marketing für Restaurants. Und wie Digitalisierung im Gastgewerbe insgesamt gelingt, beschreibt unser Buch Der digitale Wirt.
Wie sieht das in der Praxis aus?
In der Praxis bringt Instagram dann Gäste, wenn drei Dinge zusammenkommen: ein Profil, das klar sagt, was, wo und wie man reserviert, Inhalte mit Menschen und Handwerk statt nur Tellerfotos und eine feste Routine, die im Alltag funktioniert. Das zeigt sich besonders gut bei Betrieben, die nicht in einer Großstadt liegen und trotzdem Gäste aus der Region gewinnen wollen.
Fall: Landgasthof in der Rhön
Ein Wirtsehepaar postet seit Jahren zweimal pro Woche ein Foto vom Tagesgericht. Die Bilder sind ordentlich, die Reaktion mäßig, Reservierungen über Instagram gibt es kaum. Die Umstellung: Die Bio sagt jetzt in einer Zeile, was, wo und wann. Oben im Profil steht ein Button zum Reservieren. Statt Tellerfotos laufen kurze Reels mit der Wirtin beim Kuchenbacken und dem Sohn am Grill, montags die Wochenkarte als Karussell, freitags eine Story mit freien Tischen für das Wochenende. Nach drei Monaten kommen die Reservierungen über Instagram nicht mehr gelegentlich, sondern regelmäßig jede Woche, vor allem für Sonntagmittag und Familienfeiern. Der Aufwand: rund eine halbe Stunde am Tag, aufgeteilt auf beide.
Fallbeispiel aus der Beratungspraxis, aus mehreren Fällen zusammengesetzt und anonymisiert.
Der Fall zeigt, dass es selten an der Qualität der Bilder liegt. Die Fotos vom Tagesgericht waren gut. Was gefehlt hat, waren Menschen, ein klarer Anlass und ein kurzer Weg zur Reservierung. Und es zeigt, dass Instagram auch auf dem Land funktioniert, oft sogar besser als in der Stadt, weil es dort weniger Wettbewerb um die Aufmerksamkeit gibt. Wie sich Landgasthöfe insgesamt positionieren, steht im Beitrag zur Positionierung in der Landgastronomie.
Welche Fehler auf Instagram kosten Gäste?
Gäste kosten vor allem ein Profil ohne Ort und ohne Reservierungsweg, nur Tellerfotos ohne Menschen, lange Pausen, unbeantwortete Nachrichten, gekaufte Follower, fremde Musik ohne Lizenz, Fotos ohne Einwilligung und Erfolgsmessung über Likes statt über Reservierungen. Die meisten dieser Fehler lassen sich an einem Nachmittag beheben.
| Fehler | Was passiert | Besser |
|---|---|---|
| Kein Ort, kein Button | Interessierte finden den Weg nicht | Name mit Ort, Kontakt- und Reservierungsbutton |
| Nur Tellerfotos | austauschbar, kein Vertrauen | Menschen, Handwerk, Atmosphäre |
| Wochenlange Pausen | Profil wirkt verlassen | feste Content-Woche, Aufgabe im Team |
| Nachrichten unbeantwortet | verlorene Reservierungen | täglich zehn Minuten antworten |
| Gekaufte Follower | große Zahl, keine Gäste | lokale Reichweite, echte Gespräche |
| Charthits im Reel | Stummschaltung, Abmahnrisiko | lizenzierte Musik oder Originalton |
| Likes als Erfolgsmaß | falsche Entscheidungen | Klicks auf Reservieren und Gäste zählen |
Der häufigste Fehler steht ganz oben, und er ist am leichtesten zu beheben. Nimm dir heute zehn Minuten, öffne dein Profil mit den Augen eines Fremden und frag dich: Weiß ich nach fünf Sekunden, was das ist, wo es ist und wie ich einen Tisch bekomme? Wenn nicht, fang dort an. Alles andere kommt danach.
Wie unterstützen wir dich bei Instagram?
Wir unterstützen dich, indem wir dein Instagram-Profil auf Gäste ausrichten, mit dir eine Content-Woche entwickeln, die in deinen Alltag passt, dein Team im Filmen und Posten schulen und Instagram mit Google-Profil, Website und Reservierung verbinden. Ziel ist nicht die größte Reichweite, sondern mehr Reservierungen von den richtigen Gästen aus deiner Umgebung.
- Marketing. Profil-Check, Content-Woche, Schulung fürs Team und Kampagnen für Anlässe über unseren Bereich Marketing.
- Digitalisierung. Google-Profil, Website, Reservierung und die Verbindung aller Kanäle über unseren Bereich Digitalisierung.
digitale
Wirt
Das Buch zur Digitalisierung: Der digitale Wirt
Von Google-Profil über Reservierung bis Social Media: welche digitalen Werkzeuge sich für Gastronomen wirklich lohnen und wie man sie ohne Agentur einführt.
Bei Amazon ansehen →Bringt dein Instagram Gäste?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns dein Profil mit den Augen eines Gastes an und sagen dir, wo du Reservierungen verlierst.
Du willst solche Themen regelmäßig live mit uns durchgehen? Dann melde dich für die Hospitality Business School an, unser wöchentliches Online-Format für Gastronomen im DACH-Raum, montags von 10 bis 11 Uhr.
Likes füllen keine Tische. Ein Profil mit Ort, Menschen und Reservierungsbutton schon. Und dafür reichen 30 Minuten am Tag.
Häufige Fragen zu Instagram für Gastronomen
Lohnt sich Instagram für Restaurants noch?
Ja, wenn es richtig genutzt wird. Instagram ist für Gastronomen einer der wichtigsten Kanäle, um neue Gäste in der Umgebung zu erreichen und Stammgäste zu halten. Es lohnt sich aber nur, wenn das Profil auf Reservierungen ausgerichtet ist, regelmäßig echte Menschen und echtes Handwerk zeigt und du misst, wie viele Gäste am Ende wirklich kommen.
Wie oft sollte ein Restaurant auf Instagram posten?
Regelmäßigkeit ist wichtiger als Menge. Für die meisten Restaurants reichen zwei bis drei Beiträge oder Reels pro Woche und an den meisten Tagen eine Story. Wer jeden Tag rund 30 Minuten investiert, kann mit einer festen Content-Woche gut planen. Eine Pause von mehreren Wochen schadet mehr als ein schwächerer Beitrag.
Was sollte ein Restaurant auf Instagram posten?
Am besten funktionieren Menschen, Handwerk und Einblicke hinter die Kulissen: das Team, das Anrichten, frisches Brot, die Wochenkarte, Gäste, die sich freuen, und Anlässe wie Saison oder Events. Reine Tellerfotos ohne Geschichte wirken austauschbar. Jeder Beitrag sollte einen Grund liefern, vorbeizukommen.
Braucht ein Restaurant auf Instagram ein Impressum?
Ja. Ein geschäftlich genutztes Instagram-Profil braucht nach dem Digitale-Dienste-Gesetz eine leicht erkennbare und unmittelbar erreichbare Anbieterkennzeichnung. In der Praxis reicht meist ein Link in der Bio, der auf das Impressum der Website führt und als Impressum erkennbar ist.
Darf ich in Reels jede Musik verwenden?
Nein. Für Unternehmensprofile stellt Instagram nur eine eingeschränkte Musikbibliothek mit lizenzierten Titeln für die kommerzielle Nutzung bereit. Bekannte Charthits sind dort meist nicht enthalten oder für Geschäftskonten nicht freigegeben. Wer fremde Musik ohne Lizenz verwendet, riskiert, dass Beiträge stummgeschaltet oder entfernt werden, und im schlimmsten Fall Abmahnungen.
Darf ich Fotos von Gästen und Mitarbeitern posten?
Nur mit Einwilligung, wenn die Personen erkennbar und Hauptmotiv sind. Bei Mitarbeitern sollte die Einwilligung schriftlich vorliegen und kann widerrufen werden. Fotos, die Gäste selbst von deinem Betrieb posten, darfst du nicht einfach übernehmen, sondern nur mit Erlaubnis des Urhebers teilen, am besten per Story-Repost mit Markierung.
Lohnt sich bezahlte Werbung auf Instagram für Gastronomen?
Sie kann sich lohnen, wenn das Profil schon gut aufgestellt ist und die Anzeige ein klares Ziel hat, etwa Reservierungen für einen bestimmten Anlass in einem engen Radius um den Betrieb. Starte mit einem kleinen Budget, teste zwei Varianten und miss, wie viele Reservierungen entstehen. Werbung für ein schwaches Profil verbrennt Geld.
Was ist wichtiger: Instagram oder Google?
Für die meisten Restaurants ist das Google-Unternehmensprofil die wichtigste Grundlage, weil dort Menschen suchen, die heute essen gehen wollen. Instagram ergänzt das, indem es Lust auf deinen Betrieb macht und Stammgäste bindet. Die richtige Reihenfolge ist: zuerst Google und eine einfache Möglichkeit zu reservieren, dann Instagram.