Ein Hotelfrühstück kalkulierst du pro Gast: Wareneinsatz für Speisen und Getränke, die Personalstunden des Frühdienstes geteilt durch die Gästezahl und ein Aufschlag für Energie, Spülen und Wäsche. In unserem Modell kostet ein Buffetfrühstück bei 60 Gästen 8,82 Euro, bei 30 Gästen 11,88 Euro. Der Preis muss beides tragen.
In vielen Hotels ist das Frühstück die Mahlzeit, über die am wenigsten gerechnet wird. Es steckt im Zimmerpreis, es muss halt sein, und solange die Bewertungen stimmen, fragt niemand nach. In der Hotelberatung sehen wir dann zwei typische Bilder: Häuser, die ihr Frühstück mit einem Wareneinsatz weit über dem Zielbereich anbieten, weil das Buffet bis zur letzten Minute voll aufgefüllt wird. Und Häuser, die den Frühstückspreis seit Jahren nicht angepasst haben, obwohl der Frühdienst längst teurer geworden ist. Wir rechnen dir hier vor, was ein Frühstück wirklich kostet, wie du es bepreist und wo du sparen kannst, ohne dass ein Gast es merkt.
Inhalt
- Was kostet ein Hotelfrühstück pro Gast?
- Warum entscheidet die Gästezahl über die Kosten?
- Wie legst du den Frühstückspreis fest?
- Welche Umsatzsteuer gilt für das Hotelfrühstück?
- Frühstück inklusive oder separat verkaufen?
- Buffet oder à la carte: Was rechnet sich?
- Wie senkst du Reste am Buffet, ohne dass es leer aussieht?
- Wie planst du den Frühdienst?
- Was erwarten Gäste vom Hotelfrühstück wirklich?
- Wie sieht eine Frühstücksanalyse in der Praxis aus?
- Welche Fehler kosten beim Frühstück am meisten?
- Wie behältst du das Frühstück im Griff?
- Häufige Fragen
Was kostet ein Hotelfrühstück pro Gast?
Ein Hotelfrühstück kostet pro Gast den Wareneinsatz für Speisen und Getränke, den anteiligen Lohn des Frühdienstes und einen Anteil für Energie, Spülen, Wäsche und Verbrauchsmaterial. In unserer Modellrechnung für ein Buffet mit 60 Gästen sind das 5,15 Euro Ware, 3,07 Euro Personal und 0,60 Euro Nebenkosten, zusammen 8,82 Euro netto.
| Kostenblock pro Gast | Annahme | netto |
|---|---|---|
| Wareneinsatz Speisen | Brot, Aufschnitt, Käse, Eier, Obst, Müsli | 4,20 € |
| Wareneinsatz Getränke | Kaffee, Tee, Saft, Milch | 0,95 € |
| Personal | 184 € pro Frühstück geteilt durch 60 Gäste | 3,07 € |
| Nebenkosten | Energie, Spülen, Wäsche, Servietten | 0,60 € |
| Direkte Kosten | 8,82 € |
Modellrechnung für ein Stadthotel mit Buffet. Personal: ein Koch und eine Servicekraft je vier Stunden, gerechnet mit Stundensätzen inklusive Lohnnebenkosten von 24 € in der Küche und 22 € im Service. Alle Werte netto, Stand 2026.
Der Wareneinsatz von 5,15 Euro ist kein Lehrbuchwert, sondern muss aus deinen eigenen Zahlen kommen. So ermittelst du ihn: Du nimmst den Frühstückseinkauf eines Monats, ziehst die Bestandsveränderung ab und teilst durch die Zahl der Frühstücksgäste laut Kasse oder Hotelsoftware. Wichtig ist eine eigene Warengruppe für das Frühstück. Wer Frühstückseinkauf und Restaurant in einen Topf wirft, kann keines von beiden sauber kalkulieren.
Die Personalkosten sind der Block, der am häufigsten fehlt. Viele Hoteliers rechnen nur die Ware, weil der Frühdienst „sowieso da ist“. Ist er aber nicht. Eine Servicekraft, die von 6 bis 10 Uhr das Frühstück betreut, kostet Geld, egal ob 20 oder 80 Gäste kommen. Wie du Stundensätze inklusive Lohnnebenkosten ermittelst, steht im Beitrag zu den Personalkosten in der Gastronomie.
Und die Gemeinkosten?
Die 8,82 Euro sind die direkten Kosten. Miete, Verwaltung und Abschreibung des Frühstücksraums kommen über den Deckungsbeitrag dazu. Im Hotel trägt das Frühstück diese Kosten meist nicht allein, sondern zusammen mit dem Logis. Deshalb arbeiten wir beim Frühstück mit dem Deckungsbeitrag pro Gast. Die Methode dahinter erklärt der Beitrag zur Deckungsbeitragskalkulation in der Gastronomie.
Warum entscheidet die Gästezahl über die Kosten?
Weil der Frühdienst fix ist und die Ware variabel. Ein Koch und eine Servicekraft kosten im Modell 184 Euro pro Morgen, ob 30 oder 60 Gäste kommen. Das sind 3,07 Euro pro Kopf bei 60 Gästen und 6,13 Euro bei 30. Die direkten Kosten steigen damit von 8,82 auf 11,88 Euro.
Direkte Kosten pro Frühstück bei unterschiedlicher Belegung
30 Gäste (Nebensaison, Wochenende im Stadthotel)
60 Gäste (gute Belegung)
Modellrechnung, gleicher Wareneinsatz von 5,15 € und 0,60 € Nebenkosten pro Gast, gleiche Besetzung von zwei Personen je vier Stunden.
Daraus folgt die wichtigste Steuerungsgröße für das Frühstück: Personalstunden pro Frühstücksgast. Plane den Frühdienst nach der erwarteten Gästezahl aus der Belegung vom Vorabend, nicht nach einem starren Schema. Bei schwacher Belegung reicht vielleicht eine Person, die Buffet und Kaffee betreut, während die Küche erst später startet. Bei voller Belegung lohnt eine zusätzliche Kraft, damit Tische schneller abgeräumt werden und das Buffet nicht leer aussieht.
Und der Mindestlohn steigt am 1. Januar 2027 von 13,90 auf 14,60 Euro. Steigen deine Personalkosten im Frühdienst um rund 5 Prozent, werden aus 184 Euro gut 193 Euro pro Morgen. Bei 60 Gästen sind das 15 Cent mehr pro Frühstück, bei 30 Gästen gut 30 Cent. Klingt wenig, summiert sich aber bei 15.000 Frühstücken im Jahr auf mehrere Tausend Euro. Mehr dazu im Beitrag zum Mindestlohn in der Gastronomie.
Wie legst du den Frühstückspreis fest?
Den Frühstückspreis legst du so fest, dass er die direkten Kosten auch bei schwacher Belegung sicher trägt und einen Deckungsbeitrag für Raum und Verwaltung übrig lässt. Rechne mit der Gästezahl deiner schwachen Monate, nicht mit dem Durchschnitt. In unserem Modell bringt ein Frühstückspreis von 22 Euro brutto 20,04 Euro netto und damit genug Spielraum.
| Rechenschritt | 30 Gäste | 60 Gäste |
|---|---|---|
| Frühstückspreis brutto | 22,00 € | 22,00 € |
| netto nach Aufteilung | 20,04 € | 20,04 € |
| minus direkte Kosten | 11,88 € | 8,82 € |
| Deckungsbeitrag pro Gast | 8,16 € | 11,22 € |
Aufteilung im Modell: 16,50 € Speisen mit 7 % (15,42 € netto) und 5,50 € Getränke mit 19 % (4,62 € netto). Den Aufteilungsschlüssel für deinen Betrieb legst du mit deinem Steuerberater fest.
Prüf das Ergebnis gegen den Wareneinsatz. Im Modell liegen die Speisen bei 4,20 Euro auf 15,42 Euro netto, also 27,2 Prozent, die Getränke bei 0,95 Euro auf 4,62 Euro, also 20,6 Prozent. Beides passt zu unseren Richtwerten: Speisen 28 bis 32 Prozent, Getränke 18 bis 22 Prozent, gesamt 25 bis 28 Prozent. Das Frühstück insgesamt liegt mit 5,15 Euro auf 20,04 Euro bei 25,7 Prozent. Liegt deine Quote deutlich darüber, ist entweder der Preis zu niedrig oder das Buffet zu großzügig bestückt.
Und schau auf den Markt. Ein Gast vergleicht den Frühstückspreis mit dem Café um die Ecke und mit dem Hotel nebenan. Wenn dein kalkulierter Preis deutlich darüber liegt, rechne rückwärts: Was darf das Frühstück bei einem marktüblichen Preis an Ware und Personal kosten? Wie die Rückwärtskalkulation funktioniert, steht im Beitrag Speisen kalkulieren.
Welche Umsatzsteuer gilt für das Hotelfrühstück?
Seit dem 1. Januar 2026 gilt für die Speisen des Frühstücks dauerhaft der ermäßigte Satz von 7 Prozent, genau wie für die Übernachtung. Getränke wie Kaffee, Tee und Saft bleiben bei 19 Prozent. Ein Frühstück zum Festpreis musst du deshalb weiterhin aufteilen, nur nicht mehr zwischen Übernachtung und Frühstück, sondern zwischen Speisen und Getränken.
Bis Ende 2025 war das deutlich komplizierter. Die Übernachtung lag bei 7 Prozent, das Frühstück im Hotel bei 19 Prozent, und jede Inklusivrate musste aufgeteilt werden. Seit 2026 laufen Übernachtung und Frühstücksspeisen beim gleichen Satz. Die Rechtsgrundlage ist § 12 Abs. 2 UStG, für die Speisen Nummer 15, für die Beherbergung Nummer 11. Die Getränke bleiben aber ausdrücklich ausgenommen, und genau dort passieren jetzt die Fehler.
| Leistung | bis 2025 | seit 2026 |
|---|---|---|
| Übernachtung | 7 % | 7 % |
| Frühstück, Speisen | 19 % | 7 % |
| Frühstück, Getränke | 19 % | 19 % |
Vereinfachte Übersicht. Für 2024 und 2025 galten im Hotel für das Frühstück 19 Prozent. Wie du Pauschalpreise im Einzelfall aufteilst, legst du mit deinem Steuerberater fest.
Der typische Fehler seit 2026
Weil Übernachtung und Frühstücksspeisen jetzt beide bei 7 Prozent liegen, buchen manche Häuser die gesamte Inklusivrate einfach mit 7 Prozent. Der Kaffee, der Orangensaft und die Milch im Frühstück tragen aber 19 Prozent. Wer sie mit 7 Prozent abrechnet, führt zu wenig Umsatzsteuer ab, und bei einer Betriebsprüfung wird nachgerechnet. Den Aufteilungsschlüssel klärst du mit deinem Steuerberater, denn wir sind keine Steuerberater.
Für Pauschalangebote, in denen neben Übernachtung und Frühstück weitere Leistungen stecken, etwa Parken, WLAN, Wellness oder Tagungsräume, lässt die Finanzverwaltung vereinfachte Aufteilungen zu. Welche Methode du nutzen darfst und wie du sie im Hotelprogramm hinterlegst, klärst du ebenfalls mit deinem Steuerberater. Was sich bei der Umsatzsteuer in der Gastronomie insgesamt geändert hat, steht im Beitrag zur Umsatzsteuer 2026, und was passiert, wenn falsch aufgeteilt wurde, im Beitrag zur Betriebsprüfung.
Frühstück inklusive oder separat verkaufen?
Frühstück inklusive verkauft sich einfacher und erhöht die Frühstücksquote, verschleiert aber die Kosten. Separat verkauft macht das Frühstück zur eigenen Erlösquelle mit klarem Preis, senkt aber die Quote. Für Stadthotels mit vielen Geschäftsreisenden ist eine Rate ohne Frühstück plus Aufpreis oft sinnvoll, für Ferienhotels meist die Inklusivrate.
Inklusive
Einfacher Verkauf, höhere Frühstücksquote, bessere Bewertungen. Risiko: Kosten werden nie einzeln geprüft.
Separat
Klarer Preis, eigene Erlösquelle, niedrigere Zimmerrate im Vergleich. Risiko: Gäste frühstücken auswärts.
Beides
Zwei Raten im Buchungssystem. Der Gast wählt, du siehst, was Frühstück wirklich wert ist.
Wer mit Inklusivrate arbeitet, sollte das Frühstück intern trotzdem wie ein separates Produkt führen: eigene Warengruppe, eigener Wareneinsatz, eigene Personalplanung. Rechne den Frühstückswert intern mit dem Preis, zu dem du es einzeln verkaufen würdest. Nur so siehst du, ob deine Zimmerrate nach Abzug des Frühstücks noch trägt.
Ein Beispiel: Ein Doppelzimmer kostet 139 Euro mit Frühstück für zwei Personen. Bei 22 Euro Frühstückswert pro Person bleiben für die Übernachtung 95 Euro. Liegt die Rate ohne Frühstück bei Mitbewerbern in deiner Lage bei 110 Euro, verkaufst du dein Zimmer unter Wert und gibst das Frühstück faktisch zu billig weiter. Wie du deine Raten auf den eigenen Buchungskanälen besser steuerst, steht im Beitrag zu Direktbuchungen im Hotel.
Buffet oder à la carte: Was rechnet sich?
Das Buffet rechnet sich ab einer gewissen Gästezahl, weil es mit wenig Personal viele Gäste versorgt. Es hat aber den höheren Wareneinsatz, weil Reste anfallen. À la carte senkt den Wareneinsatz deutlich, braucht aber mehr Küchen- und Servicezeit pro Gast. In der Praxis rechnet sich oft eine Mischform: Buffet für kalte Komponenten, Eierspeisen auf Bestellung.
| Form | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|
| Buffet | Wenig Personal je Gast, große Auswahl, schnell | Reste, hoher Wareneinsatz bei schwacher Belegung |
| À la carte | Kaum Reste, frisch, wertig | Viel Personal, Wartezeiten zur Spitze |
| Mischform | Kalt am Buffet, warm auf Bestellung | Braucht klare Abläufe am Pass |
| Etagere am Tisch | Planbar bei kleinen Häusern unter 15 Gästen | Wenig Auswahl, viel Tellerware |
Die Eierstation ist das beste Beispiel für eine Mischform, die sich rechnet. Rührei aus dem Chafing Dish wird nach 20 Minuten trocken, der Rest landet im Abfall. Eier auf Bestellung kosten pro Portion etwas mehr Arbeitszeit, aber kaum Ware für die Tonne, und der Gast erlebt etwas, das er im Kettenhotel nebenan nicht bekommt. Für Buffets außerhalb des Frühstücks, etwa bei Tagungen oder Feiern, gelten eigene Regeln. Wie du dort pro Gast kalkulierst, steht im Beitrag Buffet kalkulieren.
Wie senkst du Reste am Buffet, ohne dass es leer aussieht?
Reste senkst du mit kleineren Schalen, die häufiger nachgefüllt werden, mit einem Nachfüllstopp 30 bis 45 Minuten vor Ende der Frühstückszeit und mit Produktionsmengen nach der Belegung vom Vorabend. Das Buffet sieht trotzdem voll aus, weil kleine Schalen voll wirken und große halb leer. Der Wareneinsatz sinkt, ohne dass ein Gast etwas vermisst.
Mach eine Woche lang eine einfache Restliste: Was geht nach dem Frühstück zurück, und wie viel davon kann weiterverwendet werden? Ein Beispiel aus der Rechnung: Wenn von 60 vorbereiteten Portionen Rührei regelmäßig 12 zurückgehen, sind das 20 Prozent der Produktion für die Tonne. Die Liste zeigt dir nach wenigen Tagen, welche Positionen du kleiner produzieren oder streichen kannst.
Fünf Hebel gegen Buffetreste
1. Kleinere Schalen und Platten, dafür häufiger nachfüllen. 2. Nachfüllstopp 30 bis 45 Minuten vor Schluss, danach nur noch auf Nachfrage. 3. Produktionsmenge nach Belegung vom Vorabend, nicht nach Gefühl. 4. Aufschnitt und Käse portionsweise auslegen statt ganzer Packungen. 5. Brot und Brötchen in zwei Wellen backen statt alles um sechs Uhr.
Was übrig bleibt und hygienisch einwandfrei ist, kann oft weiterverwendet werden: Obst für Smoothies am Mittag, Brot für Croutons oder Knödel, Käse für das Abendgericht. Das muss allerdings in deinem HACCP-Konzept geregelt sein. Wie du Abfälle systematisch erfasst und senkst, zeigt der Beitrag Lebensmittelabfälle in der Gastronomie vermeiden, die Grundlagen zum Wareneinsatz der Beitrag zum Wareneinsatz in der Küche.
Wie planst du den Frühdienst?
Den Frühdienst planst du nach der erwarteten Gästezahl aus der Belegung vom Vorabend und nach der Ankunftskurve deiner Gäste. Geschäftsreisende frühstücken früh und schnell, Feriengäste spät und lang. Wer die Spitze kennt, setzt Personal genau dort ein und spart die Stunden, in denen der Frühstücksraum halb leer ist.
Die Ankunftskurve findest du in deiner Kasse oder im Hotelprogramm, wenn Frühstücksgäste beim Betreten erfasst werden. Ohne Daten reicht eine Strichliste für zwei Wochen: Wie viele Gäste kommen zwischen 6:30 und 7:00 Uhr, zwischen 7:00 und 7:30 Uhr und so weiter? Das Ergebnis ist fast immer eine deutliche Spitze, bei Stadthotels unter der Woche oft früh, bei Ferienhotels später.
| Gäste laut Belegung | Besetzung (Beispiel) |
|---|---|
| unter 25 | eine Kraft für Buffet und Kaffee, Eier auf Bestellung durch dieselbe Person |
| 25 bis 60 | eine Küchenkraft, eine Servicekraft |
| über 60 | plus eine Servicekraft zur Spitze, zwei bis drei Stunden |
Orientierung, keine Norm. Die richtige Besetzung hängt von Raum, Wegen und Angebot ab.
Leg die Besetzung als Regel in deinen Dienstplan, gekoppelt an die Belegung. Dann entscheidet nicht der Bauch am Vorabend, sondern eine Zahl. Und denk an die Aufgaben neben dem Gast: Tische eindecken, Buffet aufbauen, Spülen, Nachbereitung. Wer diese Arbeiten in ruhigere Zeiten legt, braucht zur Spitze weniger Hände. Wie ein klarer Ablauf im Service aussieht, steht im Beitrag zu den Servicestandards in der Gastronomie.
Was erwarten Gäste vom Hotelfrühstück wirklich?
Gäste erwarten vom Hotelfrühstück nicht die größte Auswahl, sondern Frische, guten Kaffee, warme Eier und ein Buffet, das bis zum Schluss gepflegt aussieht. Dazu kommen Alternativen für vegetarische, vegane und laktosefreie Ernährung. Wer diese Punkte zuverlässig liefert, darf das Angebot verkleinern und spart dabei Ware und Arbeit.
Der Kaffee ist der unterschätzteste Posten am Frühstück. Er kostet im Wareneinsatz nur Cent, prägt aber den Eindruck des ganzen Morgens. Ein Vollautomat, der dünnen Kaffee liefert, schadet dem Frühstück mehr als drei fehlende Wurstsorten. Dasselbe gilt für Brot: lieber zwei gute Sorten vom regionalen Bäcker als acht aufgebackene Teiglinge.
Regionalität ist dabei ein echtes Verkaufsargument, wenn sie sichtbar ist. Ein kleines Schild mit dem Namen der Käserei oder des Imkers erzählt mehr als jedes Wort auf der Website. Rechne aber nach: Regionale Ware ist oft teurer, und das muss im Preis oder in einer kleineren Auswahl ausgeglichen werden. Wie du regional einkaufst, ohne die Kalkulation zu sprengen, steht im Beitrag zum regionalen Einkauf in der Gastronomie, Alternativen für pflanzliche Ernährung im Beitrag vegetarisch und vegan in der Gastronomie.
Und nutze das Frühstück im Marketing. Kaum etwas wird in Hotelbewertungen so häufig erwähnt wie das Frühstück. Fotos vom Buffet, von der Eierstation oder vom regionalen Honig gehören auf deine Website, in dein Google-Profil und in die Buchungsstrecke. Wie du dein Hotelprofil bei Google pflegst, zeigt der Beitrag zum Google Business Profile für Hotels.
Wie sieht eine Frühstücksanalyse in der Praxis aus?
Eine Frühstücksanalyse beginnt immer mit drei Zahlen: Frühstücksgäste pro Tag, Wareneinsatz pro Gast und Personalstunden pro Gast. In fast jedem Hotel, das wir begleiten, fehlt mindestens eine davon. Sobald alle drei auf dem Tisch liegen, zeigt sich, ob das Problem bei der Ware, beim Personal oder beim Preis liegt.
Aus der Beratungspraxis: Ferienhotel an der Mecklenburgischen Seenplatte
Ein familiengeführtes Ferienhotel mit rund 40 Zimmern, Frühstück im Zimmerpreis enthalten, sehr gute Bewertungen. Kalkuliert war das Frühstück nie, es lief im Wareneinsatz des Restaurants mit. Das Buffet wurde bis 10:30 Uhr in großen Schalen voll aufgefüllt, Rührei kam aus dem Chafing Dish.
Nach zwei Wochen Restliste und einer eigenen Warengruppe für das Frühstück war klar: Der Wareneinsatz pro Gast lag deutlich über dem, was die Familie geschätzt hatte, vor allem wegen Rücklauf bei Rührei, Aufschnitt und Brötchen. Die Maßnahmen: kleinere Schalen, Nachfüllstopp um 10 Uhr, Eier auf Bestellung, Brötchen in zwei Backwellen und eine Besetzung nach Belegung vom Vorabend.
Die Bewertungen blieben stabil, die Eierstation wurde in mehreren Gästebewertungen ausdrücklich gelobt. Zusammengesetztes, typisches Beispiel aus mehreren Hotelprojekten.
Der Fall zeigt das Grundmuster, das wir in der Gastronomieberatung von Hotels immer wieder sehen: Das Frühstück ist selten zu billig verkauft, aber fast immer zu großzügig produziert. Deshalb beginnt jede Hotelberatung, die wir zum Thema Frühstück machen, mit der Restliste und nicht mit dem Preis. Das gilt genauso in der Restaurantberatung, wenn ein Betrieb Brunch oder Frühstück anbietet. Erst wenn die Produktion stimmt, lohnt der Blick auf die Rate.
Welche Fehler kosten beim Frühstück am meisten?
Am teuersten sind ein Frühstück ohne eigene Warengruppe, ein Buffet, das bis zur letzten Minute voll aufgefüllt wird, und ein Frühdienst, der unabhängig von der Belegung immer gleich besetzt ist. Seit 2026 kommt ein steuerlicher Fehler dazu: Getränke im Frühstück werden mit 7 statt 19 Prozent abgerechnet. Alle vier Fehler lassen sich mit einfachen Regeln abstellen.
| Fehler | Folge | Lösung |
|---|---|---|
| Keine eigene Warengruppe | Wareneinsatz unbekannt | Frühstückseinkauf getrennt buchen |
| Buffet bis zum Schluss voll | Reste, hoher Wareneinsatz | Nachfüllstopp, kleine Schalen |
| Feste Besetzung | Hohe Personalkosten bei schwacher Belegung | Besetzung nach Belegung vom Vorabend |
| Getränke mit 7 % | Umsatzsteuer-Nachzahlung | Aufteilung mit dem Steuerberater festlegen |
| Frühstückswert nie geprüft | Zimmerrate unter Wert | Intern wie separates Produkt führen |
| Preis seit Jahren gleich | Lohn und Ware steigen, Marge schrumpft | Jährlich neu kalkulieren |
Der letzte Punkt wird gerade 2027 wichtig. Mindestlohn und Lohnstruktur steigen, Lebensmittel und Energie ebenfalls. Ein Frühstückspreis, der 2023 gestimmt hat, deckt 2027 seine Kosten möglicherweise nicht mehr. Rechne ihn jedes Jahr im Herbst neu, bevor die Raten für das nächste Jahr in die Buchungsportale gehen.
Wie behältst du das Frühstück im Griff?
Du behältst das Frühstück im Griff mit drei Kennzahlen, die du jeden Monat ansiehst: Wareneinsatz pro Frühstücksgast, Personalstunden pro Frühstücksgast und Frühstücksquote, also der Anteil der Übernachtungsgäste, die frühstücken. Dazu einmal im Jahr eine Neukalkulation des Frühstückspreises vor der Ratenplanung.
Frühstücks-Check für dein Hotel
- ☐ Eigene Warengruppe für Frühstückseinkauf eingerichtet?
- ☐ Wareneinsatz pro Gast für Speisen und Getränke getrennt bekannt?
- ☐ Personalstunden pro Frühstücksgast im Monat ausgerechnet?
- ☐ Besetzung im Dienstplan an die Belegung gekoppelt?
- ☐ Restliste eine Woche lang geführt und ausgewertet?
- ☐ Nachfüllstopp vor Ende der Frühstückszeit festgelegt?
- ☐ Getränke im Frühstück mit 19 Prozent abgerechnet, Aufteilung mit dem Steuerberater geklärt?
- ☐ Frühstückswert in der Inklusivrate intern beziffert?
- ☐ Frühstückspreis für 2027 mit neuen Löhnen neu kalkuliert?
- ☐ Fotos vom Frühstück auf Website und im Google-Profil?
Wenn du bei mehr als drei Punkten zögerst, lohnt sich ein Blick von außen. In unserer Hotelberatung rechnen wir mit dir Frühstück, Logis und Restaurant getrennt durch und zeigen dir, welcher Bereich trägt und welcher subventioniert wird. Gastronomieberatung und Hotelberatung gehören für uns zusammen, denn im Hotel greifen Küche, Service und Zimmer ineinander. Alle Leistungen findest du unter Beratung für Gastronomie und Hotellerie, die Kalkulation als eigene Leistung unter Kalkulation. Die Methode dahinter ist dieselbe wie bei jeder Kalkulation in der Gastronomie: erst die Kosten pro Einheit, dann der Preis. Eine saubere Kalkulation in der Gastronomie trennt dabei immer Speisen und Getränke.
So verstehen wir Unternehmensberatung Gastronomie im Hotel: erst rechnen, dann entscheiden. Weil jede Kalkulation nur so gut ist wie die Zahlen dahinter, prüfen wir in unserer BWA-Analyse deine BWAs und Summen- und Saldenlisten der letzten drei Jahre bis zum aktuellen Stand. Du bekommst das Ergebnis in einem Video-Call mit klaren Handlungshinweisen und als PDF für deinen Steuerberater, für 699 Euro zzgl. Umsatzsteuer in rund sieben Werktagen. Laufende Unterstützung findest du im Bereich BWA und Controlling, die monatlichen Zahlen im Beitrag zu den Kennzahlen in der Gastronomie.
Ein Gastronomieberater, der aus dem Hotel kommt, schaut beim Frühstück auf mehr als die Ware: Wie laufen die Wege zwischen Küche und Buffet? Wo wartet der Gast? Was erzählt das Frühstück über das Haus? Ein Berater für Gastronomie mit Hotelerfahrung verbindet diese Fragen mit der Kalkulation. Das ist Restaurantberatung und Unternehmensberatung Gastronomie in einem, angewendet auf die erste Mahlzeit des Tages. Ein guter Berater für Gastronomie fragt deshalb nicht zuerst nach dem Preis, sondern nach dem Rücklauf. Wer gerade ein Hotel oder eine Pension übernimmt, sollte das Frühstück in der Gründungsberatung gleich mitplanen. Eine Gründungsberatung, die nur den Kaufpreis und die Zimmerzahl betrachtet, übersieht einen der größten laufenden Kostenblöcke. In der Existenzgründung entscheidet das Frühstückskonzept über Personalbedarf, Einkauf und Zimmerrate. Mehr unter Existenzgründung. Und wer sein Frühstück zum Aushängeschild macht, findet die passenden Wege im Gastronomie Marketing, denn kaum ein Foto verkauft ein Hotel so gut wie ein gutes Frühstück. Gastronomie Marketing beginnt hier beim ersten Kaffee.
Wer hier schreibt
René Kaplick ist in der Gastronomie aufgewachsen und hat mit zehn Jahren die ersten Gäste bedient. Danach kamen Kochausbildung, Sternegastronomie im First Floor Berlin und der Abschluss als Handelsfachwirt. Seit 2010 hat er mit den Gastro Piraten über 5.600 Betriebe beraten, KfW- und BAFA-akkreditiert und als DEHOGA-Partner. Er ist Gründer und CEO der Gastro Piraten, Keynote-Speaker und Autor. Mehr über uns.
Zum Weiterlesen: Vom Wirt zum Unternehmer
Das Frühstück hat zwei Seiten: die Kosten, die jeden Morgen entstehen, und den Preis, der sie tragen muss. Band 1 „Wo dein Geld hingeht“ aus René Kaplicks Reihe „Vom Wirt zum Unternehmer“ behandelt die Kostenseite mit Wareneinsatz, Personal und Energie. Band 2 „Wo dein Geld herkommt“ zeigt die Ertragsseite mit Preisen, Kalkulation und Deckungsbeitrag. Beide mit Arbeitsblättern zum Nachrechnen.
Was kostet dein Frühstück wirklich?
Im kostenlosen Erstgespräch rechnen wir mit dir die drei Kennzahlen deines Frühstücks aus und zeigen dir, ob das Problem bei Ware, Personal oder Preis liegt. Mit klaren Zahlen statt Bauchgefühl.
Hospitality Business School
Jeden Montag um 10 Uhr rechnen wir live und kostenlos mit Gastronomen und Hoteliers: Kalkulation, Controlling, Personal und Marketing, mit echten Fragen aus echten Betrieben. Bring deine Frühstückszahlen mit. Hier kostenlos anmelden.
Häufige Fragen zum Hotelfrühstück
Was kostet ein Hotelfrühstück pro Person?
Die direkten Kosten liegen in unserer Modellrechnung für ein Buffet bei 8,82 Euro netto pro Gast bei 60 Gästen: 5,15 Euro Ware, 3,07 Euro Personal und 0,60 Euro für Energie, Spülen und Wäsche. Bei 30 Gästen steigen sie auf 11,88 Euro, weil sich der Frühdienst auf weniger Gäste verteilt. Deine eigenen Werte ermittelst du aus Einkauf, Dienstplan und Gästezahl.
Wie kalkuliere ich den Frühstückspreis im Hotel?
Ermittle Wareneinsatz, Personalkosten und Nebenkosten pro Gast, rechne mit der Gästezahl deiner schwachen Monate und schlag einen Deckungsbeitrag für Raum und Verwaltung auf. Teile den Bruttopreis in Speisen mit 7 Prozent und Getränke mit 19 Prozent auf. Im Modell bringt ein Preis von 22 Euro brutto 20,04 Euro netto und einen Deckungsbeitrag von 8 bis 11 Euro.
Welche Mehrwertsteuer gilt für das Hotelfrühstück 2026?
Seit dem 1. Januar 2026 gelten für die Speisen des Frühstücks 7 Prozent Umsatzsteuer, genau wie für die Übernachtung. Getränke wie Kaffee, Tee und Saft bleiben bei 19 Prozent. Ein Frühstück zum Festpreis muss deshalb in Speisen und Getränke aufgeteilt werden. Den Aufteilungsschlüssel legst du mit deinem Steuerberater fest.
Wie hoch sollte der Wareneinsatz beim Hotelfrühstück sein?
Unsere Richtwerte: für Speisen 28 bis 32 Prozent und für Getränke 18 bis 22 Prozent vom Nettoerlös, für das Frühstück insgesamt 25 bis 28 Prozent. In unserem Modell liegt das Frühstück bei 25,7 Prozent. Liegt deine Quote deutlich darüber, ist meist das Buffet zu großzügig bestückt oder der Preis zu niedrig.
Lohnt sich Frühstück inklusive im Zimmerpreis?
Für Ferienhotels meist ja, weil es den Verkauf vereinfacht und fast alle Gäste frühstücken. Stadthotels mit vielen Geschäftsreisenden fahren oft besser mit zwei Raten, mit und ohne Frühstück. Wichtig ist in beiden Fällen, das Frühstück intern wie ein eigenes Produkt zu kalkulieren, damit du weißt, was von der Zimmerrate für die Übernachtung bleibt.
Wie reduziere ich Reste am Frühstücksbuffet?
Mit kleineren Schalen, die häufiger nachgefüllt werden, einem Nachfüllstopp 30 bis 45 Minuten vor Ende der Frühstückszeit und Produktionsmengen nach der Belegung vom Vorabend. Eier auf Bestellung statt Rührei im Chafing Dish und Brötchen in zwei Backwellen senken den Rücklauf zusätzlich. Eine Woche Restliste zeigt dir, wo du anfangen solltest.
Wie viel Personal brauche ich für das Hotelfrühstück?
Das hängt von der Gästezahl ab. Zur Orientierung: Unter 25 Gästen reicht oft eine Kraft für Buffet, Kaffee und Eier. Zwischen 25 und 60 Gästen eine Küchen- und eine Servicekraft, darüber eine zusätzliche Servicekraft zur Spitze. Plane die Besetzung nach der Belegung vom Vorabend und der Ankunftskurve deiner Gäste.
Wann lohnt sich eine Hotelberatung zum Frühstück?
Eine Hotelberatung zum Frühstück lohnt sich, wenn du deinen Wareneinsatz pro Gast nicht kennst, der Frühstückspreis seit Jahren unverändert ist oder das Frühstück in einer Inklusivrate nie separat bewertet wurde. Ein Gastronomieberater mit Hotelerfahrung rechnet Ware, Personal und Preis getrennt durch und zeigt, ob das Frühstück trägt oder subventioniert wird.
Das Frühstück ist die Mahlzeit, an die sich Gäste am längsten erinnern, und die, über die Hoteliers am wenigsten rechnen: Führ ab morgen eine Woche Restliste und rechne danach deinen Wareneinsatz pro Gast aus.