Rechtsberatung, Tarifverträge, Interessenvertretung, Klassifizierung, Weiterbildung und Netzwerk, und wie wir als Gastro Piraten seit Jahren mit den Verbänden in Berlin, Brandenburg und Hessen zusammenarbeiten
„Wozu brauche ich einen Verband? Ich mach doch eh alles allein.“ Diesen Satz hören wir oft, gerade von kleinen Betrieben. Und dann kommt der Brief vom Amt, die Kündigung, die vor Gericht landet, oder die Frage, welcher Tarifvertrag eigentlich gilt. Genau in solchen Momenten zeigt sich, warum es gut ist, nicht allein zu sein. Der DEHOGA ist für viele Gastronomen und Hoteliers genau das: jemand im Rücken.
Der DEHOGA, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, ist der Branchenverband des Gastgewerbes in Deutschland. Er vertritt Restaurants, Gaststätten, Cafés, Hotels und Pensionen, verhandelt die Tarifverträge mit der Gewerkschaft NGG, berät seine Mitglieder in rechtlichen Fragen und bringt die Anliegen der Branche in die Politik. Organisiert ist er in einem Bundesverband und Landesverbänden in den Bundesländern.
In diesem Beitrag zeigen wir, was der DEHOGA für Gastronomen und Hoteliers leistet, für wen sich die Mitgliedschaft lohnt, wie Verband und Gastronomieberatung zusammenspielen und wie wir als Gastro Piraten seit Jahren mit den Verbänden in Berlin, Brandenburg und Hessen zusammenarbeiten. Dazu ein Beispiel aus dem Digitalisierungsprogramm GastroDigital-Hessen, das wir gemeinsam mit dem DEHOGA Hessen umgesetzt haben.
Was ist der DEHOGA?
Der DEHOGA ist der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, der Branchenverband des Gastgewerbes in Deutschland. Er besteht aus einem Bundesverband in Berlin und Landesverbänden in den Bundesländern, die ihre Mitglieder vor Ort betreuen. Mitglieder sind Betriebe aus Gastronomie und Hotellerie, vom kleinen Café bis zum großen Hotel. Der Verband vertritt sie gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.
Die Arbeit ist zweigeteilt. Der Bundesverband kümmert sich um die großen Themen, die alle Betriebe in Deutschland betreffen: Steuern, Arbeitszeit, Bürokratie, Mindestlohn, Ausbildung. Die Landesverbände sind die Ansprechpartner vor Ort: Sie beraten Mitglieder, verhandeln die regionalen Tarifverträge, organisieren Veranstaltungen und kennen die Besonderheiten ihres Bundeslandes. Für den einzelnen Betrieb ist meist der Landesverband der wichtigste Kontakt.
Wer sich mit der Branche beschäftigt, kommt am DEHOGA kaum vorbei. Viele Zahlen über das Gastgewerbe, viele Informationen zu neuen Gesetzen und viele Vorlagen für den Betriebsalltag stammen vom Verband. Und wenn es um politische Anliegen der Branche geht, etwa um die Umsatzsteuer auf Speisen, die seit dem 1. Januar 2026 dauerhaft bei 7 Prozent liegt, ist der DEHOGA eine der lautesten Stimmen. Mehr dazu im Beitrag zur Umsatzsteuer in der Gastronomie.
Was leistet der DEHOGA für seine Mitglieder?
Der DEHOGA leistet für seine Mitglieder vor allem sechs Dinge: Rechtsberatung zu Arbeitsrecht, Pacht und Gaststättenrecht, die Verhandlung der Tarifverträge als Arbeitgeberseite, die Vertretung der Branche gegenüber Politik und Verwaltung, die Klassifizierung von Hotels und Gästehäusern, Weiterbildung über Seminare und Vorträge sowie ein Netzwerk aus Kolleginnen und Kollegen. Was genau angeboten wird, unterscheidet sich je nach Landesverband.
Rechtsberatung
Arbeitsrecht, Pacht und Miete, Gaststättenrecht, Abmahnungen, oft als erste Einschätzung am Telefon
Tarifverträge
Der Verband verhandelt als Arbeitgeberseite mit der Gewerkschaft NGG die Tarifverträge im Gastgewerbe
Interessenvertretung
Stimme der Branche gegenüber Politik und Verwaltung, etwa bei Steuern, Bürokratie und Arbeitszeit
Klassifizierung
Sterne für Hotels und Klassifizierung für Gästehäuser und Pensionen nach festen Kriterien
Weiterbildung
Seminare, Vorträge und Informationsveranstaltungen zu Recht, Personal, Digitalisierung und mehr
Netzwerk
Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen, Branchentreffen, regionale Gruppen und Austausch
Die Leistungen unterscheiden sich je nach Landesverband. Was genau angeboten wird und was die Mitgliedschaft kostet, erfährst du direkt bei deinem Landesverband.
Dazu kommen viele kleine Dinge, die im Alltag Zeit und Geld sparen: Mustervorlagen für Verträge und Aushänge, Informationen zu neuen Pflichten, etwa zur Kassenführung oder zum Arbeitsschutz, Rundschreiben zu Gesetzesänderungen und je nach Landesverband Vergünstigungen über Rahmenverträge mit Partnern. Wer Mitglied ist, muss nicht jede neue Regel selbst recherchieren, sondern bekommt sie aufbereitet.
Besonders wertvoll ist der Verband in Zeiten, in denen sich viel ändert. Mindestlohn, Minijob-Grenze, E-Rechnung, Kassenpflichten, Verpackungsregeln: Allein 2026 und 2027 kommen auf Gastronomen viele Neuerungen zu. Wer die Informationen gebündelt von seinem Verband bekommt, behält leichter den Überblick. Was der Mindestlohn 2027 für deinen Betrieb bedeutet, steht im Beitrag zum Mindestlohn in der Gastronomie.
Wie hilft die Rechtsberatung im Alltag?
Die Rechtsberatung hilft im Alltag vor allem bei Fragen, die schnell eine Antwort brauchen: eine Kündigung, eine Abmahnung, ein Streit mit dem Verpächter, ein Brief von der Behörde, eine Frage zur Arbeitszeit oder zum Urlaub. Viele Landesverbände bieten ihren Mitgliedern eine erste Einschätzung am Telefon oder per E-Mail. Das ersetzt nicht in jedem Fall einen Anwalt, verhindert aber viele teure Fehler.

Gerade kleine Betriebe profitieren davon. Ein Restaurant mit zehn Mitarbeitern hat keine eigene Personalabteilung und keinen Hausanwalt. Wenn ein Mitarbeiter kündigt, ein Gast mit Anwalt droht oder das Ordnungsamt einen Bescheid schickt, steht der Inhaber oft allein da. Eine kurze Einschätzung vom Verband, was zu tun ist und welche Fristen laufen, kann in solchen Momenten viel Geld und Nerven sparen.
Die Rechtsberater der Verbände kennen die Branche. Sie wissen, welche Fragen in der Gastronomie immer wieder auftauchen, welche Fehler häufig gemacht werden und wie Gerichte in typischen Fällen entscheiden. Das unterscheidet sie von einem allgemeinen Anwalt, der vielleicht nur selten mit Gaststätten zu tun hat. Wie du dich gegen typische Risiken absicherst, steht auch im Beitrag zu den Versicherungen im Gastgewerbe.
Umfang und Form der Rechtsberatung unterscheiden sich je nach Landesverband.
Welche Rolle spielt der DEHOGA bei Tarifverträgen?
Der DEHOGA verhandelt als Arbeitgeberseite mit der Gewerkschaft NGG die Tarifverträge im Gastgewerbe, meist auf Ebene der Landesverbände. Darin stehen Löhne, Urlaub, Zuschläge und Arbeitszeiten. Werden Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt, gelten sie für alle Betriebe im Tarifgebiet. Viele Landesverbände bieten zusätzlich eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung an, die Beratung und Leistungen ohne Bindung an den Tarif ermöglicht.
Für Betriebe ist das wichtig, weil der Tarifvertrag oft über den gesetzlichen Mindestlohn hinausgeht und weitere Pflichten mit sich bringt, etwa mehr Urlaub oder bestimmte Zuschläge. Wer Mitglied ist, bekommt die aktuellen Tarifverträge und kann bei Fragen direkt nachfragen. Wer nicht Mitglied ist, muss sich selbst informieren und läuft Gefahr, einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag zu übersehen.
Der Verband ist dabei nicht nur Verhandlungspartner, sondern auch Vermittler. Er erklärt seinen Mitgliedern, was ein neuer Tarifvertrag bedeutet, wie er umgesetzt wird und welche Übergangsregeln gelten. Das hilft besonders bei Tarifänderungen, die mitten im Jahr greifen, und bei Fragen, wie Teilzeitkräfte, Minijobber und Azubis eingruppiert werden. Was dazu sonst wichtig ist, steht im Bereich Lohnbuchhaltung.
Warum ist die Interessenvertretung so wichtig?
Die Interessenvertretung ist wichtig, weil einzelne Betriebe kaum Gehör in der Politik finden, ein Verband mit vielen Mitgliedern aber schon. Der DEHOGA bringt die Anliegen der Branche in Gesetzgebung und Verwaltung ein: bei Steuern, Bürokratie, Arbeitszeit, Ausbildung, Mindestlohn und vielem mehr. Viele Erleichterungen der letzten Jahre wären ohne eine starke Stimme der Branche kaum denkbar gewesen.
Ein Beispiel ist die Umsatzsteuer auf Speisen in der Gastronomie, für deren dauerhafte Senkung auf 7 Prozent sich die Branche über Jahre eingesetzt hat. Seit dem 1. Januar 2026 gilt sie. Andere Themen, bei denen der Verband die Stimme der Branche ist, sind die Diskussion um mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit, der Abbau von Dokumentationspflichten oder die Gestaltung der Ausbildung. Wie die Debatte um das Arbeitszeitgesetz die Gastronomie betrifft, steht im Beitrag zur Arbeitszeitgesetz-Reform.
Für den einzelnen Betrieb hat die Interessenvertretung noch einen zweiten Nutzen: Sie macht sichtbar, was die Branche leistet. Gastronomie und Hotellerie sind für Städte, Dörfer und den Tourismus unverzichtbar, und das muss immer wieder gesagt werden. Wer Mitglied ist, trägt dazu bei, dass diese Stimme stark bleibt, auch wenn er selbst nicht in Berlin am Verhandlungstisch sitzt.
Was bringen Weiterbildung und Netzwerk?
Weiterbildung und Netzwerk bringen vor allem Wissen und Austausch: Seminare und Vorträge zu Recht, Personal, Digitalisierung, Hygiene und Betriebsführung, Branchentreffen, regionale Stammtische und die Möglichkeit, mit Kolleginnen und Kollegen über Probleme zu sprechen, die man allein nicht lösen muss. Viele gute Ideen entstehen nicht im Büro, sondern beim Gespräch am Stehtisch nach einem Vortrag.

Die Verbände laden dafür regelmäßig Fachleute ein, die über aktuelle Themen sprechen: neue Gesetze, Personalgewinnung, Kalkulation, Digitalisierung, Energie oder Marketing. Auch wir halten solche Vorträge, zum Beispiel beim DEHOGA Brandenburg. Dort sprechen wir über Themen, die Gastronomen im Alltag beschäftigen, von der Kalkulation bis zur Sichtbarkeit in Suchmaschinen und KI-Systemen, immer mit konkreten Beispielen aus der Beratungspraxis.
Mindestens genauso wertvoll ist der Austausch untereinander. Ein Wirt aus der Uckermark hat oft dieselben Probleme wie eine Hotelierin aus dem Spreewald: Personal finden, Kosten im Griff behalten, Gäste gewinnen. Wer sich austauscht, merkt, dass er nicht allein ist, und lernt aus den Erfahrungen anderer. Viele Kooperationen, gemeinsame Einkaufsgemeinschaften und Freundschaften sind so entstanden.
Was bedeutet die Klassifizierung für Hotels und Gästehäuser?
Die Klassifizierung ist ein System, mit dem Hotels nach festen Kriterien Sterne erhalten und Gästehäuser, Pensionen und Gasthöfe eine eigene Einstufung bekommen. Sie wird über den DEHOGA organisiert und regelmäßig überprüft. Für Gäste ist sie eine verlässliche Orientierung, für Betriebe ein Qualitätsnachweis, der auf Websites, in Prospekten und bei Firmenkunden genutzt werden kann.
Für Hoteliers lohnt es sich, die Kriterien zu kennen, auch wenn sie nicht sofort klassifiziert werden wollen. Sie zeigen, was Gäste in einer bestimmten Kategorie erwarten, und helfen bei Entscheidungen über Ausstattung, Service und Investitionen. Wer bei einer Renovierung ohnehin investiert, kann gezielt dafür sorgen, dass die nächste Stufe erreichbar wird. Die Kriterien und die Ansprechpartner findest du beim DEHOGA.
Eine Klassifizierung ersetzt aber keine guten Bewertungen. Gäste schauen heute zuerst auf Google und Buchungsportale. Die Sterne sind ein Rahmen, die Bewertungen zeigen, wie es tatsächlich ist. Beides zusammen ergibt ein glaubwürdiges Bild, und wer seinen Gästen einen guten Aufenthalt bietet, wird in beiden Systemen gut dastehen.
Welche Rolle spielt der DEHOGA bei der Ausbildung?
Der DEHOGA spielt bei der Ausbildung eine wichtige Rolle: Er wirkt an der Gestaltung der Ausbildungsberufe im Gastgewerbe mit, wirbt für die Berufe der Branche, unterstützt Ausbildungsbetriebe mit Informationen und arbeitet mit Kammern und Berufsschulen zusammen. Die Ausbildungsberufe wurden 2022 neu geordnet, unter anderem mit der Fachkraft Gastronomie und dem Fachmann für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie.
Für Ausbildungsbetriebe ist der Verband ein guter Ansprechpartner, wenn es um Fragen zu Ausbildungsverträgen, Vergütung, Prüfungen oder Problemen im Ausbildungsverhältnis geht. Viele Landesverbände organisieren außerdem Wettbewerbe, Messen und Aktionen, um junge Menschen für die Branche zu gewinnen. Das ist wichtiger denn je, denn der Nachwuchs fehlt in fast allen Regionen.
Wer ausbildet, investiert in die eigene Zukunft. Azubis, die gut ausgebildet werden, bleiben oft im Betrieb und übernehmen später Verantwortung. Ein Verband, der dabei unterstützt, hilft also nicht nur bei Formularen, sondern auch bei der wichtigsten Frage der Branche: Wer arbeitet in fünf Jahren bei uns? Für Azubis gilt übrigens nicht der Mindestlohn, sondern die Mindestausbildungsvergütung nach dem Berufsbildungsgesetz.
Welche Themen beschäftigen die Verbände 2026 und 2027?
Die Verbände beschäftigen 2026 und 2027 vor allem diese Themen: der Mindestlohn von 14,60 Euro ab Januar 2027 und die neue Minijob-Grenze von 633 Euro, die Debatte um mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit, neue Pflichten bei Kasse und E-Rechnung, die europäischen Verpackungsregeln, strengere Regeln für Umweltwerbung und vor allem der Personalmangel. Für jedes dieser Themen informiert der Verband seine Mitglieder.
- Mindestlohn und Minijob. 14,60 Euro und 633 Euro ab Januar 2027, mit Folgen für Dienstpläne und Kalkulation.
- Arbeitszeit. Die Diskussion um eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit.
- Kasse und E-Rechnung. Neue Pflichten bei elektronischen Rechnungen und Kassen in den kommenden Jahren.
- Verpackung. Die europäische Verpackungsverordnung mit Pflichten für To-go und Lieferung.
- Umweltwerbung. Strengere Regeln für Umweltaussagen und Siegel seit September 2026.
- Personal. Nachwuchs, Fachkräfte aus dem Ausland, Quereinsteiger und Bindung im Team.
Für den einzelnen Betrieb ist es kaum möglich, all diese Themen selbst zu verfolgen. Der Verband bündelt die Informationen und erklärt, was wann gilt. Wir greifen diese Themen in unseren Beiträgen und Vorträgen ebenfalls auf, mit dem Blick darauf, was sie für Kalkulation und Betriebsführung bedeuten. Was die europäischen Verpackungsregeln für dich bedeuten, steht im Beitrag zur Verpackungsverordnung PPWR.
Was riskiert, wer allein bleibt?
Wer ohne Verband und ohne Beratung allein bleibt, riskiert vor allem, neue Pflichten zu spät zu bemerken, bei Rechtsfragen falsch zu reagieren, einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag zu übersehen und Fehler zu wiederholen, die andere schon gemacht haben. Das muss nicht teuer werden, kann es aber schnell, etwa bei einer verlorenen Kündigungsschutzklage oder einer Nachzahlung nach einer Prüfung.
Dazu kommt ein weniger sichtbares Risiko: die Einsamkeit des Unternehmers. Viele Gastronomen arbeiten sechs oder sieben Tage die Woche, haben kaum Zeit für Austausch und tragen jede Entscheidung allein. Das kostet Kraft. Wer ein Netzwerk hat, sei es über den Verband, über Kollegen oder über eine Beratung, hat jemanden, mit dem er Probleme besprechen kann, bevor sie groß werden. Das ist vielleicht der wichtigste Nutzen von allen.
Für wen lohnt sich die Mitgliedschaft?
Die Mitgliedschaft lohnt sich besonders für kleine und mittlere Betriebe ohne eigene Rechts- oder Personalabteilung, für Gründer, die sich in Recht, Tarif und Pflichten erst zurechtfinden müssen, für Hotels, die eine Klassifizierung anstreben, und für alle, die Austausch mit Kolleginnen und Kollegen suchen. Ob sie sich im Einzelfall rechnet, zeigt der Vergleich von Beitrag und tatsächlich genutzten Leistungen.
Für Gründer ist der Verband oft eine gute erste Anlaufstelle. Wer ein Restaurant eröffnet, muss viele Dinge zum ersten Mal klären: Gaststättenerlaubnis, Hygiene, Arbeitsverträge, Kasse, Versicherungen. Der Verband bietet dafür Informationen und Kontakte. In unserer Gründungsberatung empfehlen wir Gründern deshalb oft, mit dem Landesverband zu sprechen, bevor sie die ersten Verträge unterschreiben. Wie du eine Existenzgründung in der Gastronomie strukturiert angehst, zeigt der Beitrag Eigenes Restaurant eröffnen.
Für bestehende Betriebe ist der Verband vor allem ein Sicherheitsnetz für Rechtsfragen und eine Informationsquelle für neue Pflichten. Für Hotels kommt die Klassifizierung hinzu, für Ausbildungsbetriebe die Unterstützung bei Fragen rund um Azubis und Prüfungen. Und wer sich engagieren will, kann im Verband mitarbeiten, etwa in regionalen Gruppen oder Fachausschüssen, und so die Branche mitgestalten.
Wie spielen Verband und Gastronomieberatung zusammen?
Verband und Gastronomieberatung spielen zusammen, weil sie unterschiedliche Aufgaben haben: Der Verband vertritt die Branche, verhandelt Tarife, berät rechtlich und informiert über Gesetze. Eine Gastronomieberatung arbeitet operativ im einzelnen Betrieb mit Kalkulation, BWA, Speisekarte, Personalplanung, Konzept und Digitalisierung. Viele Betriebe nutzen den Verband für Recht und Rahmen und eine Beratung für die Zahlen und die Umsetzung.
| Frage im Betrieb | Wer hilft | Warum |
|---|---|---|
| Arbeitsrechtliche Frage, Abmahnung, Pachtstreit | Verband, Fachanwalt | erste Einschätzung oft über den Verband |
| Tarifvertrag und Löhne im eigenen Gebiet | Verband | verhandelt den Tarif mit |
| Kalkulation, Preise, Speisekarte | Gastronomieberatung | Arbeit mit den eigenen Zahlen |
| BWA lesen, Kosten senken, Liquidität | Gastronomieberatung, Steuerberatung | operativ im Betrieb |
| Gründung, Konzept, Businessplan | Gründungsberatung, Verband | Verband für Rahmen, Beratung für den Plan |
| Politische Anliegen der Branche | Verband | eine Stimme für alle Betriebe |
In der Praxis ergänzen sich beide sehr gut. Ein Betrieb, der zum Beispiel mit steigenden Personalkosten kämpft, bekommt vom Verband die Information, was der neue Tarifvertrag vorschreibt. Mit einer Gastronomieberatung rechnet er dann aus, was das für seine Kalkulation bedeutet, wo er Abläufe verbessern kann und wie er seine Preise anpasst. Das eine ohne das andere ist oft nur die halbe Lösung.
Wir arbeiten deshalb gern mit den Verbänden zusammen, statt in Konkurrenz zu ihnen. Wenn ein Kunde eine Rechtsfrage hat, die in die Rechtsberatung des Verbands gehört, sagen wir das. Und wenn ein Verbandsmitglied Unterstützung bei Kalkulation, Konzept oder Digitalisierung braucht, sind wir da. Wie eine solche Beratung aussieht, zeigt der Beitrag BWA in der Gastronomie verstehen.
Wie arbeiten die Gastro Piraten mit dem DEHOGA zusammen?
Wir arbeiten seit Jahren eng mit den Verbänden zusammen, vor allem in Berlin und Brandenburg, wo wir zu Hause sind. Mit dem DEHOGA Berlin haben wir früher Gastronomen in Berlin intensiv unterstützt und eng zusammengearbeitet, beim DEHOGA Brandenburg halten wir Vorträge, und das Digitalisierungsprogramm GastroDigital-Hessen haben wir gemeinsam mit dem DEHOGA Hessen umgesetzt. Zu den Verbänden in Berlin und Brandenburg haben wir bis heute einen sehr guten, direkten Kontakt.

Berlin. 2018 begann unsere enge Zusammenarbeit mit dem DEHOGA Berlin. In dieser Zeit haben wir viele Berliner Gastronomen unterstützt, bei Kalkulation, Organisation und den Fragen, die eine Großstadt mit sich bringt: hohe Mieten, starker Wettbewerb, Personalmangel. Aus dieser Zeit sind viele Kontakte geblieben, und der Austausch mit dem Verband ist bis heute eng.
Brandenburg. Beim DEHOGA Brandenburg halten wir Vorträge zu Themen, die Gastronomen im Land beschäftigen, von der Kalkulation über die Personalplanung bis zur Sichtbarkeit in Suchmaschinen und KI-Systemen. Brandenburg ist unser Zuhause, unser Büro liegt in Letschin im Oderbruch, und wir kennen die Herausforderungen der Landgastronomie aus erster Hand: lange Wege, saisonale Schwankungen, Nachfolgefragen. Wie Landgasthöfe sich klar aufstellen, zeigt der Beitrag zur Positionierung in der Landgastronomie.
Hessen. Das Programm GastroDigital-Hessen haben wir gemeinsam mit dem DEHOGA Hessen umgesetzt, als Projektpartner nach einer EU-weiten Ausschreibung. Laut dem Abschlussbericht der Hessen Agentur fanden von März bis November 2022 rund 1.200 Vor-Ort-Beratungen in über 280 Betrieben statt, finanziert mit 2,5 Millionen Euro Landesmitteln. Gastronomen und Hoteliers bekamen dabei Unterstützung bei Kasse, Reservierung, Online-Auftritt und digitalen Abläufen, direkt in ihrem Betrieb. Was wir dabei gelernt haben, steckt heute in unserer Arbeit im Bereich Digitalisierung.
Wie sieht das in der Praxis aus?
In der Praxis zeigt sich der Wert der Zusammenarbeit von Verband und Beratung am besten in Programmen wie GastroDigital-Hessen: Der Verband bringt die Betriebe und das Vertrauen, die Beratung bringt das Wissen und die Umsetzung vor Ort. So kommen auch kleine Betriebe an Unterstützung, die sie allein nie gesucht hätten. Ein Beispiel aus dem Programm zeigt, wie das aussah.
Aus der Praxis: Landgasthof in Nordhessen
Ein Landgasthof mit Saal und Fremdenzimmern nimmt am Digitalisierungsprogramm GastroDigital-Hessen teil. Die Wirtin hat eine alte Kasse, Reservierungen stehen im Buch an der Theke, und das Telefon klingelt während des Mittagsservice ständig. Sie weiß, dass sich etwas ändern muss, aber nicht, wo sie anfangen soll.
Bei den Vor-Ort-Beratungen schauen wir zuerst auf die Abläufe, nicht auf die Technik. Wo geht Zeit verloren, wo entstehen Fehler, was nervt das Team am meisten? Daraus entsteht eine kurze Liste: eine Kasse, die den neuen Anforderungen entspricht, eine Online-Reservierung, die mit dem Kalender verbunden ist, und feste Telefonzeiten mit Ansage. Die Wirtin wählt die Anbieter selbst aus, wir helfen beim Vergleich und bei der Einrichtung.
Ein paar Monate später kommen viele Reservierungen online, das Telefon klingelt im Service seltener, und die Wirtin hat abends eine Übersicht, was der Tag gebracht hat. Ihr Satz dazu: Ich dachte, Digitalisierung ist was für die Großen. Dabei hat sie mir vor allem Ruhe gebracht.
Fallbeispiel aus der Beratungspraxis im Programm GastroDigital-Hessen, aus mehreren Fällen zusammengesetzt und anonymisiert.
Das Beispiel zeigt, was solche Programme leisten können: Sie senken die Hürde. Viele Gastronomen hätten nie von sich aus eine Beratung gebucht, weil sie nicht wussten, wo sie anfangen sollen, oder weil sie dachten, das sei zu teuer. Über den Verband kamen sie in Kontakt, über die Beratung zur Umsetzung. Solche Wege gibt es auch heute, etwa über Förderprogramme für Beratungen. Welche es gibt, steht im Beitrag zu den Fördermitteln in der Gastronomie.
Wie wirst du Mitglied?
Mitglied wirst du über den DEHOGA-Landesverband deines Bundeslandes. Auf der Website des Bundesverbands findest du alle Landesverbände mit Kontaktdaten. Ein Anruf oder eine E-Mail genügt meist, um die Leistungen, die Beiträge und die Möglichkeit einer Mitgliedschaft mit oder ohne Tarifbindung zu klären. Viele Landesverbände bieten auch ein persönliches Gespräch an, bevor du dich entscheidest.
- Landesverband finden. Über die Übersicht auf der Website des DEHOGA Bundesverbands.
- Leistungen erfragen. Rechtsberatung, Seminare, Rahmenverträge, Klassifizierung, Netzwerk.
- Beitrag klären. Meist abhängig von Betriebsart und Größe.
- Tarifbindung entscheiden. Mitgliedschaft mit oder ohne Tarifbindung, falls angeboten.
- Leistungen nutzen. Rundschreiben lesen, Veranstaltungen besuchen, bei Fragen anrufen.
Unser Tipp: Nutze die Mitgliedschaft aktiv. Viele Betriebe zahlen ihren Beitrag und vergessen dann, dass sie bei Fragen einfach anrufen können. Wer die Rechtsberatung nutzt, Veranstaltungen besucht und die Informationen liest, holt ein Vielfaches seines Beitrags heraus. Und wer sich in seiner Region engagiert, lernt Kolleginnen und Kollegen kennen, die in schwierigen Zeiten Gold wert sind.
Was bringt eine Gastronomieberatung zusätzlich?
Eine Gastronomieberatung bringt zusätzlich zum Verband die Arbeit mit den eigenen Zahlen und die Umsetzung im Betrieb: Kalkulation und Speisekarte, BWA und Kosten, Personalplanung, Konzept, Digitalisierung und Marketing. Wir sind eine Unternehmensberatung für Gastronomie und Hotellerie und ergänzen damit, was der Verband für die Branche leistet, für deinen einzelnen Betrieb.
Die Gastro Piraten arbeiten seit 2010 als Gastronomieberatung und Hotelberatung im DACH-Raum und haben über 5.600 Betriebe begleitet. In der Gastronomieberatung schauen wir auf die Zahlen, die Abläufe und das Team und entwickeln mit dir einen Plan, der zu deinem Betrieb passt. In der Unternehmensberatung begleiten wir größere Vorhaben wie Wachstum, Übernahme oder Nachfolge.
Und weil wir eng mit den Verbänden vernetzt sind, wissen wir, wo die Grenzen unserer Arbeit liegen und wann der Verband der bessere Ansprechpartner ist. Für Gründer bieten wir eine eigene Gründungsberatung an, die mit Konzept, Standort und Businessplan beginnt. Wie ein Businessplan aussieht, der Bank und Förderstellen überzeugt, zeigt der Beitrag zum Businessplan für die Gastronomie.
Wie unterstützen wir dich?
Wir unterstützen dich bei allem, was im Betrieb mit Zahlen, Abläufen und Umsetzung zu tun hat: Kalkulation und Speisekarte, BWA und Kosten, Personalplanung und Dienstpläne, Konzept und Gründung, Digitalisierung und Marketing. Und wenn eine Frage besser beim Verband aufgehoben ist, sagen wir dir das ehrlich und stellen gern den Kontakt her, gerade in Berlin und Brandenburg.
- Gastronomieberatung und Hotelberatung. Zahlen, Abläufe, Team und Konzept über unsere Gastronomieberatung.
- Unternehmensberatung. Wachstum, Übernahme und Nachfolge über unsere Unternehmensberatung.
- Digitalisierung. Kasse, Reservierung und Online-Auftritt, mit der Erfahrung aus GastroDigital-Hessen, im Bereich Digitalisierung.
- Zahlen. Wo dein Betrieb steht, zeigt die BWA-Analyse.
Das Buch zum Thema
Der digitale Wirt
Kasse, Reservierung, Telefon, KI-Suche: René Kaplicks Praxisbuch für den digitalen Betrieb, entstanden aus Projekten wie GastroDigital-Hessen.
Für alle, die nach dem Vortrag beim Verband wissen wollen, wie Digitalisierung im eigenen Betrieb konkret aussieht.
Verband im Rücken, Beratung im Betrieb
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir auf deinen Betrieb und sagen dir ehrlich, wo wir helfen können und wo dein Landesverband der bessere Ansprechpartner ist.
Du willst solche Themen regelmäßig live mit uns durchgehen? Dann melde dich für die Hospitality Business School an, unser wöchentliches Online-Format für Gastronomen und Hoteliers im DACH-Raum, montags von 10 bis 11 Uhr.
Allein ist man in der Gastronomie schnell. Mit einem Verband im Rücken und einer Beratung an der Seite muss man es nicht sein.
Häufige Fragen zum DEHOGA
Was ist der DEHOGA?
Der DEHOGA, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, ist der Branchenverband des Gastgewerbes in Deutschland. Er vertritt Restaurants, Gaststätten, Cafés, Hotels, Pensionen und weitere Betriebe gegenüber Politik und Öffentlichkeit, verhandelt als Arbeitgeberseite die Tarifverträge mit der Gewerkschaft NGG und bietet seinen Mitgliedern Beratung, Information und Weiterbildung. Organisiert ist er in einem Bundesverband und Landesverbänden.
Was bringt eine DEHOGA-Mitgliedschaft?
Eine Mitgliedschaft bringt vor allem Rechtsberatung bei Fragen rund um Arbeitsrecht, Pacht und Gaststättenrecht, aktuelle Informationen zu Gesetzen und Pflichten, Zugang zu Seminaren und Vorträgen, je nach Landesverband Vergünstigungen über Rahmenverträge und ein Netzwerk aus Kolleginnen und Kollegen. Dazu kommt die gemeinsame Stimme gegenüber der Politik. Welche Leistungen es genau gibt, hängt vom Landesverband ab.
Was kostet die Mitgliedschaft im DEHOGA?
Die Beiträge legt jeder Landesverband selbst fest, oft abhängig von Betriebsart und Größe, etwa Umsatz, Zimmerzahl oder Mitarbeitern. Eine bundesweit einheitliche Zahl gibt es deshalb nicht. Am besten fragst du direkt bei deinem Landesverband nach und rechnest die Beiträge gegen die Leistungen, die du tatsächlich nutzen würdest.
Muss ich Mitglied sein, damit der Tarifvertrag gilt?
Nicht unbedingt. Tarifverträge gelten grundsätzlich für Mitglieder des Verbands und der Gewerkschaft. Wird ein Tarifvertrag aber für allgemeinverbindlich erklärt, gilt er für alle Betriebe im Tarifgebiet, auch ohne Mitgliedschaft. Viele Landesverbände bieten außerdem eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung an. Prüf deshalb, welcher Tarifvertrag in deinem Gebiet gilt.
Lohnt sich der DEHOGA für kleine Betriebe?
Für viele kleine Betriebe lohnt sich die Mitgliedschaft vor allem wegen der Rechtsberatung und der Informationen. Ein kleiner Betrieb hat selten eine eigene Rechtsabteilung, und schon eine einzige gut beantwortete Frage zu einer Kündigung, einer Abmahnung oder einem Pachtvertrag kann den Jahresbeitrag wert sein. Dazu kommt der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen in derselben Lage.
Was ist der Unterschied zwischen DEHOGA und einer Gastronomieberatung?
Der Verband vertritt die Branche, verhandelt Tarife, berät rechtlich und informiert über Gesetze. Eine Gastronomieberatung arbeitet operativ im einzelnen Betrieb: mit Kalkulation, BWA, Speisekarte, Personalplanung, Konzept und Digitalisierung. Beides ergänzt sich. Viele Betriebe nutzen den Verband für Recht und Rahmen und eine Beratung für die Zahlen und die Umsetzung.
Wie arbeiten die Gastro Piraten mit dem DEHOGA zusammen?
Wir arbeiten seit Jahren eng mit den Verbänden zusammen, vor allem in Berlin und Brandenburg, wo wir zu Hause sind. Mit dem DEHOGA Berlin haben wir früher Gastronomen in Berlin intensiv unterstützt, beim DEHOGA Brandenburg halten wir Vorträge, und das Digitalisierungsprogramm GastroDigital-Hessen haben wir gemeinsam mit dem DEHOGA Hessen umgesetzt. Zu beiden Verbänden vor Ort haben wir bis heute einen sehr guten Kontakt.
Wo finde ich meinen DEHOGA-Landesverband?
Auf der Website des DEHOGA Bundesverbands findest du eine Übersicht aller Landesverbände mit Kontaktdaten. Dort stehen auch die Ansprechpartner für Mitgliedschaft, Rechtsberatung und Tariffragen. Ein kurzer Anruf beim Landesverband klärt meist schnell, welche Leistungen es in deiner Region gibt und was die Mitgliedschaft für deinen Betrieb kosten würde.