Warum Kneipen schließen, Kalkulation eines Abends mit fast nur Getränken, Nichtraucherschutz nach Landesrecht, Spielgeräte, GEMA und Fernsehen, Lärm und Nachbarn, Formate für Stammgäste, eine kleine Karte, die sich rechnet, und die Nachfolge
„Die Eckkneipe stirbt aus.“ Das liest man seit Jahren, und an vielen Orten stimmt es. Wo früher an jeder Ecke ein Tresen stand, ist heute ein Kiosk, ein Nagelstudio oder Leerstand. Dabei ist die Kneipe für viele Menschen mehr als ein Ort zum Trinken: Sie ist Wohnzimmer, Nachrichtenbörse, Treffpunkt für den Skatclub und die Dart-Mannschaft. Wenn sie schließt, fehlt einem ganzen Viertel etwas.
Aber Kneipen sterben selten an fehlenden Gästen allein. Sie sterben an Preisen, die seit Jahren nicht angepasst wurden, an einer Pacht, die nicht zum Umsatz passt, an Abenden, an denen der Wirt allein hinter dem Tresen steht und kaum etwas verdient, und vor allem an fehlender Nachfolge. Wer eine Kneipe führen will, die überlebt, braucht dieselben Werkzeuge wie jedes Restaurant: Kalkulation, klare Regeln, gute Formate und einen Plan für die Zukunft.
In diesem Beitrag zeigen wir, warum Kneipen schließen, rechnen zwei Abende einer Kneipe durch, die fast nur von Getränken lebt, erklären, was beim Nichtraucherschutz, bei Spielgeräten, GEMA und Fernsehen und bei Lärm gilt, zeigen Formate, die Stammgäste binden und neue bringen, eine kleine Karte, die sich rechnet, und wie die Übergabe an die nächste Generation gelingt. Dazu ein Fall aus unserer Gastronomieberatung.
Warum schließen so viele Kneipen?
Kneipen schließen vor allem aus fünf Gründen: steigende Kosten für Energie, Pacht, Einkauf und Personal, fehlende Nachfolger, wenn Wirte in Rente gehen, Personalmangel für Abend- und Wochenendarbeit, ein verändertes Ausgehverhalten mit weniger festen Stammtischen und Preise, die aus Rücksicht auf Stammgäste jahrelang nicht angepasst wurden. Meist kommen mehrere Gründe zusammen.
| Ursache | Was passiert |
|---|---|
| Steigende Kosten | Energie, Pacht, Einkauf und Personal steigen schneller als die Preise |
| Fehlende Nachfolge | Wirte gehen in Rente, niemand übernimmt |
| Personal | Abendarbeit, Wochenende, wenige Bewerber |
| Verändertes Ausgehverhalten | weniger feste Stammtische, mehr Abende zu Hause |
| Alte Preise | Preise aus Rücksicht auf Stammgäste jahrelang nicht angepasst |
Auffällig ist, wie oft es nicht an der Nachfrage liegt. Viele Kneipen, die schließen, sind am Wochenende voll und unter der Woche halb leer. Sie haben Stammgäste, die gern kommen würden, wenn es die Kneipe noch gäbe. Was fehlt, ist ein Wirt, der sich das antun will, oder eine Rechnung, die sich für den nächsten Wirt lohnt. Genau dort setzt eine gute Planung an.
Ein unterschätzter Grund ist der eigene Stundenlohn. Viele Kneipenwirte arbeiten sechzig oder siebzig Stunden in der Woche und verdienen, rechnet man ehrlich, weniger als ihre Aushilfen. Das hält man ein paar Jahre durch, aber kein Nachfolger will das übernehmen. Wie viel am Ende für den Inhaber übrig bleibt, zeigt der Beitrag Wie viel verdient ein Gastronom.
Wie rechnet sich eine Kneipe?
Eine Kneipe rechnet sich, wenn der Getränkeumsatz eines Abends nach Wareneinsatz, Personal und anteiligen Fixkosten genug für Wirt, Tilgung und Steuern übrig lässt. In unserer Modellrechnung bleiben an einem guten Freitag mit 60 Gästen rund 316 Euro, an einem ruhigen Dienstag mit 35 Gästen rund 231 Euro, weil der Wirt allein arbeitet. Über einen Monat entscheidet die Mischung aus guten und schwachen Abenden, und die Frage, wie viele Stunden der Wirt selbst hinter dem Tresen steht.
Freitagabend, 60 Gäste
| Ø 3,5 Getränke je Gast zu Ø 4,40 € brutto | 924 € |
| Umsatz netto, 19 % USt | 776 € |
| Wareneinsatz Getränke, 22 % | 171 € |
| Aushilfe, 8 Stunden zu 21 € | 168 € |
| Anteil Pacht, Energie, Beiträge, Reinigung | 122 € |
| Bleibt für Wirt, Tilgung und Steuern | 316 € |
Ein guter Abend
Dienstagabend, 35 Gäste, Wirt allein
| Ø 3,5 Getränke je Gast zu Ø 4,40 € brutto | 539 € |
| Umsatz netto | 453 € |
| Wareneinsatz Getränke, 22 % | 100 € |
| Personal | 0 € |
| Anteil Pacht, Energie, Beiträge, Reinigung | 122 € |
| Bleibt für Wirt, Tilgung und Steuern | 231 € |
für einen ganzen Abend allein hinter dem Tresen
Modellrechnung mit Annahmen: Pacht 2.000 € im Monat auf 26 Öffnungstage verteilt, Energie 15 €, Beiträge und Versicherungen 10 €, Reinigung 20 € je Abend. Aushilfe mit Mindestlohn 2027 von 14,60 € plus Arbeitgeberanteile und Ausfallzeiten. Ohne Spielgeräte und Speisen.
Die Rechnung zeigt das Grundproblem der Kneipe: Der Umsatz pro Gast ist niedrig, weil fast nur Getränke verkauft werden, und die Fixkosten laufen jeden Abend. Der ruhige Dienstag wirkt auf den ersten Blick gar nicht so schlecht, aber nur, weil der Wirt allein arbeitet und seine eigene Arbeitszeit nicht bezahlt wird. Rechnet man den Wirt mit, sieht der Dienstag ganz anders aus. Deshalb sind Formate für ruhige Abende so wichtig: Jeder zusätzliche Gast an einem schwachen Abend bringt fast nur Deckungsbeitrag, weil die Fixkosten ohnehin anfallen.
Der Wareneinsatz der Getränke ist mit 22 Prozent angesetzt, am oberen Ende dessen, was wir in Beratungsprojekten für Getränke sehen, nämlich 18 bis 22 Prozent. In Kneipen liegt er oft höher, weil Bier mit niedrigen Aufschlägen verkauft wird und die Preise aus Rücksicht auf Stammgäste niedrig bleiben. Ein bis zwei Prozentpunkte weniger Wareneinsatz machen bei einer Kneipe, die fast nur von Getränken lebt, im Jahr einen spürbaren Unterschied. Wie Bier richtig kalkuliert wird, zeigen die Beiträge zur Bierkarte und zum Bierpreis in der Gastronomie.
Bei den Preisen gilt: lieber regelmäßig in kleinen Schritten als selten in großen. Eine Anpassung einmal im Jahr, etwa zum Jahreswechsel, wenn auch der Mindestlohn steigt, wird von Stammgästen eher akzeptiert als ein großer Sprung nach fünf Jahren. Eine neue, übersichtliche Getränkekarte hilft, weil der direkte Vergleich mit dem alten Preis weniger auffällt. Was der Mindestlohn 2027 für die Personalkosten bedeutet, steht im Beitrag zum Mindestlohn in der Gastronomie.
Modellrechnung mit Annahmen, netto. Getränke mit 19 Prozent Umsatzsteuer.
Was gilt beim Nichtraucherschutz?
Den Nichtraucherschutz in Gaststätten regelt jedes Bundesland selbst. In Bayern, Nordrhein-Westfalen und im Saarland gilt ein weitgehendes Rauchverbot ohne Ausnahme für Raucherkneipen. In den anderen Ländern gibt es Ausnahmen, vor allem für Einraumgaststätten mit weniger als 75 Quadratmetern Gastfläche, meist unter Bedingungen wie Zutritt erst ab 18 Jahren, Kennzeichnung am Eingang und keinen oder nur einfachen kalten Speisen. Die Details unterscheiden sich von Land zu Land.
| Region | Regelung |
|---|---|
| Bayern, Nordrhein-Westfalen, Saarland | weitgehendes Rauchverbot in der Gastronomie, keine Ausnahme für Raucherkneipen |
| Übrige Bundesländer | Ausnahmen für Einraumgaststätten unter 75 Quadratmetern und teils für abgetrennte Raucherräume |
| Typische Bedingungen für Raucherkneipen | kein Zutritt unter 18, Kennzeichnung am Eingang, keine oder nur einfache kalte Speisen |
Für die Kneipe ist das eine Grundsatzentscheidung. Eine Raucherkneipe bindet eine bestimmte Stammkundschaft, schließt aber Jugendliche aus und schränkt das Speisenangebot stark ein, in vielen Ländern auf einfache kalte Speisen oder gar keine. Eine Nichtraucherkneipe kann eine kleine warme Karte anbieten, Familien und jüngere Gäste ansprechen und Veranstaltungen ohne Einschränkung durchführen, verliert aber möglicherweise einen Teil der rauchenden Stammgäste an die Tür. Beide Wege können funktionieren, aber man muss sich entscheiden, und die Entscheidung muss zum Konzept passen.
Wichtig ist, sich an die Regeln zu halten. Wer eine Raucherkneipe betreibt und gleichzeitig warme Speisen anbietet, wo das Land es verbietet, riskiert Bußgelder und Ärger mit dem Ordnungsamt. Wer unsicher ist, fragt bei der zuständigen Behörde nach oder lässt sich beraten. Und unabhängig vom Gesetz kann jeder Wirt über sein Hausrecht ein Rauchverbot aussprechen, auch für E-Zigaretten.
Vereinfachte Darstellung, keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist das Nichtraucherschutzgesetz deines Bundeslandes.
Was gilt bei Spielgeräten, GEMA und Fernsehen?
Bei Spielgeräten gilt: In Gaststätten dürfen nach der Spielverordnung höchstens zwei Geld- oder Warenspielgeräte stehen, mit Erlaubnis des Aufstellers und einer Geeignetheitsbestätigung für den Ort. Bei Musik und Fernsehen gilt: Wer öffentlich Musik spielt, ob vom Radio, Streaming, live oder über den Fernseher, braucht in der Regel eine GEMA-Lizenz, dazu kommt der Rundfunkbeitrag. Für Fußball von Bezahlsendern ist ein gewerbliches Abo nötig, das deutlich teurer ist als ein privates.
Spielgeräte sind in vielen Kneipen eine verlässliche Einnahmequelle. Die Rechtsgrundlage für die Höchstzahl steht in § 3 SpielV. Dafür trägt der Wirt Verantwortung: Er muss dafür sorgen, dass Jugendliche nicht spielen, und darf das Spielen nicht durch Getränke oder Rabatte fördern. Wer Spielgeräte aufstellt, sollte die Regeln kennen und sein Team darin einweisen, denn Verstöße können die Erlaubnis kosten.

Fußballabende sind in vielen Kneipen die umsatzstärksten Abende des Monats, aber nur, wenn die Lizenz sich rechnet. Bezahlsender verlangen für die Gastronomie eigene Abos, deren Preis sich oft nach Größe und Lage des Betriebs richtet. Rechne vorher aus, wie viele Spiele im Monat übertragen werden, wie viele zusätzliche Gäste du an diesen Abenden hast und wie viel Deckungsbeitrag sie bringen. Wenn die Lizenz mehr kostet als der Mehrumsatz bringt, ist es besser, nur ausgewählte Spiele zu zeigen oder auf frei empfangbare Übertragungen zu setzen. Was bei Veranstaltungen sonst gilt, steht im Beitrag zu Feiern und Veranstaltungen.
Vereinfachte Darstellung. Für Spielgeräte, GEMA und Übertragungsrechte gelten jeweils eigene Bedingungen.
Was gilt bei Lärm, Sperrzeit und Jugendschutz?
Bei Lärm gilt vor allem: Ab 22 Uhr beginnt die Nachtruhe, und Nachbarn haben ein Recht auf Ruhe, auch wenn die Kneipe länger offen hat. Sperrzeiten regeln die Länder unterschiedlich, viele haben sie gelockert oder abgeschafft, manche kennen noch eine kurze Putzstunde am frühen Morgen. Beim Jugendschutz gilt: Bier, Wein und Sekt erst ab 16 Jahren, Spirituosen und spirituosenhaltige Getränke erst ab 18, Spielgeräte und Raucherräume nur für Erwachsene.
Lärm ist für viele Kneipen das größte Konfliktthema. Raucher vor der Tür, Gäste, die nach Mitternacht laut nach Hause gehen, Musik bei offenem Fenster, Fußballjubel: Das alles kann zu Beschwerden und am Ende zu Auflagen führen. Ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn ist deshalb Gold wert. Ein persönliches Gespräch, eine Telefonnummer für Beschwerden, geschlossene Fenster ab 22 Uhr und ein Hinweis an die Gäste beim Gehen helfen mehr als jede Diskussion mit dem Ordnungsamt.
Beim Jugendschutz gilt § 9 JuSchG. Bier, Wein und Sekt dürfen an Jugendliche ab 16 Jahren abgegeben werden, Spirituosen erst ab 18. Bei jungen Gästen im Zweifel nach dem Ausweis fragen und das Team darauf vorbereiten, das freundlich, aber bestimmt zu tun. Für Raucherkneipen und Spielgeräte gilt ohnehin: nur ab 18.
Vereinfachte Darstellung, keine Rechtsberatung. Sperrzeiten und Lärmschutz regeln Länder und Kommunen.
Welche Formate binden Stammgäste und bringen neue?
Stammgäste binden und neue Gäste bringen vor allem Formate mit festem Termin: Skat- und Doppelkopfrunden, eine Dart-Liga mit Heimspielen, ein monatliches Kickerturnier, ein Kneipenquiz, Fußballabende und gelegentlich Live-Musik oder eine Lesung. Sie füllen gezielt die ruhigen Abende, schaffen Gemeinschaft und machen die Kneipe zu einem Ort, an dem man sich verabredet. Jedes Format bringt seine eigenen Gäste mit.
Skat und Doppelkopf
fester Wochentag, feste Runde, treue Stammgäste
Dart-Liga
Mannschaften, Heimspiele, Gäste an ruhigen Abenden
Kickerturnier
einmal im Monat, kleines Startgeld, viel Stimmung
Kneipenquiz
Teams, fester Termin, neue und jüngere Gäste
Fußballabend
Bundesliga, Pokal, Turniere, wenn die Lizenz sich rechnet
Live-Musik und Lesung
kleine Bühne, GEMA beachten, Nachbarn informieren

Der Trick ist der feste Termin. Ein Skatabend jeden Donnerstag, eine Dart-Mannschaft mit Heimspielen am Dienstag, ein Quiz am ersten Mittwoch im Monat: Wer das regelmäßig macht, hat an diesen Abenden eine Grundauslastung, auf die er sich verlassen kann. Ein Kneipenquiz bringt dabei oft genau die jüngeren Gäste, die einer alternden Stammkundschaft fehlen. Und Mannschaften aus Dart-Ligen bringen Gegner mit, die bei Auswärtsspielen ebenfalls trinken und essen.

Für die Kalkulation solcher Formate gilt dieselbe Logik wie in der Modellrechnung: Jeder zusätzliche Gast an einem Abend, an dem die Kneipe ohnehin offen ist, bringt fast nur Deckungsbeitrag. Ein kleines Startgeld für Turniere kann Preise finanzieren, ein Quiz braucht ein wenig Vorbereitung und Moderation, eine Dart-Mannschaft eine Scheibe und Platz. Der Aufwand ist klein, die Wirkung oft groß. Wie du eigene Events für schwache Monate planst, zeigt auch der Beitrag zu Feiern und Veranstaltungen.
Wie machst du deine Kneipe sichtbar?
Deine Kneipe machst du sichtbar mit einem vollständigen Google-Profil mit Öffnungszeiten, Fotos und den festen Terminen, einer einfachen Website oder Seite mit Getränkekarte und Veranstaltungen als Text, Social Media für Quiz, Turniere und Fußballabende und einer Tafel vor der Tür. Gastronomie Marketing für eine Kneipe heißt vor allem: zeigen, dass hier etwas los ist und an welchem Abend man kommen sollte.
Viele Kneipen sind im Netz praktisch unsichtbar, mit veralteten Öffnungszeiten, ohne Fotos und ohne Hinweis auf die festen Abende. Dabei suchen gerade neue Gäste im Netz oder fragen einen KI-Assistenten, etwa „Kneipe mit Dart in der Nähe“ oder „wo kann ich heute Fußball schauen“. Gefunden wird, wer diese Informationen als Text im Google-Profil und auf der Website hat. Ein Beitrag im Profil für jedes Quiz und jedes Turnier kostet fünf Minuten und bringt Gäste. Wie das Google-Profil aufgebaut wird, zeigt der Beitrag zum Google-Unternehmensprofil, wie KI-Suchmaschinen Betriebe empfehlen, der Beitrag KI in der Gastronomie. In der Restaurantberatung ist das oft der schnellste Hebel überhaupt.
Welche Speisen passen in eine Kneipe?
In eine Kneipe passt eine kleine Karte mit Gerichten, die ohne eigene Küchenkraft gehen, schnell zubereitet sind und zum Getränk passen: Frikadellen, Bockwurst, Soljanka, Käse- und Schmalzbrot, Strammer Max oder Currywurst. Sie erhöhen den Umsatz pro Gast, halten Gäste länger und fördern den Durst. In Raucherkneipen sind warme Speisen in vielen Bundesländern allerdings nicht erlaubt.
Eine kleine Karte muss genauso kalkuliert sein wie jede andere. Eine Frikadelle mit Brot oder eine Bockwurst mit Kartoffelsalat hat oft einen sehr guten Deckungsbeitrag, wenn die Portionen stimmen und wenig weggeworfen wird. Wichtig ist, dass die Speisen ohne zusätzliche Kraft zubereitet werden können, etwa vorbereitet am Nachmittag und am Abend nur noch erwärmt. Sonst frisst das Personal den Gewinn. Speisen werden mit 7 Prozent Umsatzsteuer berechnet, Getränke mit 19 Prozent.
Eine kleine Karte kann auch ein Grund sein, die Kneipe zu besuchen. Die beste Frikadelle im Viertel, die Soljanka nach Hausrezept, das Schmalzbrot zum Bier: Das sind Dinge, die Gäste weitererzählen. Wie du eine kleine Karte so aufbaust, dass sie verkauft, zeigt der Beitrag Speisekarte optimieren, wie einzelne Gerichte kalkuliert werden, der Beitrag zur Deckungsbeitragskalkulation.
Was gilt bei Pacht und Brauerei?
Bei Pacht und Brauerei gilt: Viele Kneipen sind von einer Brauerei gepachtet oder mit einem Bezugsvertrag an sie gebunden. Das kann Vorteile bringen, etwa Inventar, Zapfanlage oder ein Darlehen, bindet aber oft über Jahre an Preise, Mindestabnahmen und Sortiment. Ist die Brauerei zugleich Verpächterin, darf die Bindung auch länger laufen als die sonst üblichen fünf Jahre. Rechne jede Bindung über die gesamte Laufzeit durch.
Für viele Kneipenwirte ist die Pacht der größte Fixkostenblock nach dem Personal. Eine Pacht, die vor zehn Jahren zum Umsatz gepasst hat, kann heute zu hoch sein, wenn der Umsatz gesunken und die Kosten gestiegen sind. Bei Vertragsverlängerungen lohnt sich deshalb ein ehrliches Gespräch mit dem Verpächter, mit Zahlen. Viele Verpächter haben kein Interesse an einem Leerstand und sind zu Anpassungen bereit, wenn sie sehen, dass der Betrieb sonst nicht weiterläuft. Wie Brauereiverträge funktionieren und worauf du achten musst, steht in unserer Übersicht zur Finanzierung in der Gastronomie.
Wie gelingt die Nachfolge?
Die Nachfolge einer Kneipe gelingt, wenn sie rechtzeitig geplant wird, drei bis fünf Jahre vor dem Ausstieg, mit sauberen Zahlen, einem Gespräch mit Vermieter oder Brauerei, einem fairen Preis für Inventar und Ablöse und einer Finanzierung, die zum Ertrag passt. Die besten Nachfolger sind oft Menschen, die die Kneipe schon kennen: langjährige Aushilfen, Stammgäste mit Gastronomieerfahrung oder Familienmitglieder.

Der häufigste Fehler ist, zu spät anzufangen. Wer mit siebzig beschließt aufzuhören und dann einen Nachfolger sucht, hat kaum Zeit, ihn einzuarbeiten, die Stammgäste an ihn zu gewöhnen und die Finanzierung zu klären. Wer früher anfängt, kann den Nachfolger schrittweise einbinden, erst als Mitarbeiter, dann als Partner, dann als Pächter. So bleiben Stammgäste und Abläufe erhalten, und der Übergang ist für alle leichter.
Bei der Finanzierung hilft oft ein Verkäuferdarlehen, bei dem ein Teil des Preises für Inventar und Ablöse später aus den Erträgen gezahlt wird. Für den Nachfolger gibt es außerdem Förderkredite für Übernahmen. Wichtig ist, dass der Preis zum tatsächlichen Ertrag passt, nicht zu den Erinnerungen des Wirts. Wie eine Nachfolge gut vorbereitet wird, zeigen die Beiträge zur Unternehmensnachfolge in der Gastronomie und Landgasthof übernehmen, welche Förderungen es gibt, der Beitrag zu den Fördermitteln.
Wie sieht das in der Praxis aus?
In der Praxis zeigt sich bei vielen Kneipen dasselbe Bild: ein starkes Wochenende, schwache Abende unter der Woche, Preise, die seit Jahren nicht angepasst wurden, ein Wirt, der allein hinter dem Tresen steht, und keine Idee, wer übernehmen soll. Mit einer ehrlichen Rechnung pro Wochentag, kleinen Preisanpassungen, festen Formaten für ruhige Abende, einer kleinen Karte und einer rechtzeitig geplanten Nachfolge kann die Kneipe weiterleben. Ein Fall aus unserer Gastronomieberatung zeigt das.
Fall: Eckkneipe in Dortmund
Ein Wirt Ende sechzig führt seit über dreißig Jahren eine Eckkneipe mit treuen, aber älter werdenden Stammgästen. Die Preise hat er seit Jahren kaum angepasst, weil er niemanden verärgern will. Unter der Woche steht er an mehreren Abenden allein hinter dem Tresen, die Pacht läuft weiter, und er weiß, dass er in ein paar Jahren aufhören will, aber nicht, an wen er übergeben soll.
In der Gastronomieberatung rechnen wir zuerst jeden Wochentag einzeln. Der Freitag und der Samstag tragen den Betrieb, Dienstag und Mittwoch kaum. Die Preise werden in zwei kleinen Schritten angepasst, mit einer neuen, übersichtlichen Getränkekarte, die Stammgäste kaum beschweren. Am Dienstag startet eine Dart-Mannschaft mit Heimspielen, am Mittwoch ein monatliches Kneipenquiz, das jüngere Gäste bringt. Eine kleine Karte mit Frikadellen, Bockwurst und Käsebrot läuft ohne zusätzliche Kraft. Und für die Nachfolge wird die langjährige Aushilfe angesprochen, die den Laden kennt und die Stammgäste auch.
Zwei Jahre später übernimmt sie die Kneipe als Pächterin, der Vermieter ist einverstanden, und ein Teil des Inventars wird über ein Verkäuferdarlehen finanziert. Der Wirt bleibt als Stammgast. Er sagt: Ich dachte, wenn ich aufhöre, ist die Kneipe weg. Jetzt sitze ich am Tresen und sehe, wie sie weiterläuft.
Fallbeispiel aus der Beratungspraxis, aus mehreren Fällen zusammengesetzt und anonymisiert.
Der Fall zeigt, dass eine Kneipe nicht schließen muss, nur weil der Wirt aufhört. Mit einer ehrlichen Rechnung, ein paar klugen Formaten und einer rechtzeitig gesuchten Nachfolgerin bleibt der Ort erhalten, an dem sich ein Viertel trifft. Das ist wirtschaftlich sinnvoll und für die Stammgäste oft das Wichtigste überhaupt.
Welche Fehler kosten am meisten?
Am meisten kosten beim Führen einer Kneipe diese Fehler: Preise jahrelang nicht anpassen, eine Raucherkneipe mit warmen Speisen betreiben, wo das Land es verbietet, einen Bezahlsender abonnieren, ohne die Kosten gegen den Mehrumsatz zu rechnen, Musik ohne GEMA-Lizenz spielen, keine Formate für ruhige Abende anbieten und die Nachfolge zu spät planen. Fast alle lassen sich mit einer ehrlichen Kalkulation und etwas Planung vermeiden.
| Fehler | Was passiert | Besser |
|---|---|---|
| Preise jahrelang nicht angepasst | Kosten fressen den Ertrag | kleine, regelmäßige Anpassungen |
| Raucherkneipe mit warmen Speisen | Verstoß gegen Landesrecht | Regeln des Landes prüfen, Konzept entscheiden |
| Bezahlsender ohne Rechnung | Lizenz teurer als der Mehrumsatz | Kosten pro Spiel gegen Umsatz rechnen |
| Musik ohne GEMA | Nachforderung und Strafzuschlag | Musik und Fernsehen anmelden |
| Keine Formate für ruhige Abende | Dienstag und Mittwoch kosten Geld | fester Termin für Skat, Dart, Quiz |
| Nachfolge zu spät geplant | Kneipe schließt statt übergeben | drei bis fünf Jahre vorher anfangen |
Was bringt eine Gastronomieberatung für eine Kneipe?
Eine Gastronomieberatung bringt für eine Kneipe vor allem eine ehrliche Rechnung und einen Plan für die Zukunft: Wir rechnen jeden Wochentag einzeln, prüfen Preise, Wareneinsatz, Pacht und Brauereivertrag, entwickeln Formate für ruhige Abende, planen eine kleine Karte, die sich rechnet, klären die rechtlichen Fragen und begleiten die Nachfolge. Wir kennen als Gastronomieberater auch die Seite der Brauereien, weil René Kaplick selbst für Brauereien gearbeitet hat.
Die Gastro Piraten arbeiten seit 2010 als Gastronomieberatung, Restaurantberatung und Hotelberatung im DACH-Raum und haben über 5.600 Betriebe begleitet, darunter viele kleine, inhabergeführte Kneipen und Gaststätten. In der Gastronomieberatung ist die Kalkulation in der Gastronomie dabei immer der Anfang, denn bei einer Kneipe, die fast nur von Getränken lebt, entscheiden wenige Prozentpunkte über das Überleben. Ein Berater für Gastronomie sieht von außen oft schneller, wo das Geld bleibt.
Für Nachfolger, die eine Kneipe übernehmen wollen, ist das ein Fall für unsere Gründungsberatung und Existenzgründungsberatung, in der ein erfahrener Gastronomieberater die Übernahme von Anfang an begleitet. Bei der Existenzgründung in der Gastronomie durch Übernahme prüfen wir die Zahlen des Vorgängers, den Pacht- und Brauereivertrag und den fairen Preis für Inventar und Ablöse und planen die Finanzierung. Größere Vorhaben, etwa mehrere Betriebe oder eine Brauereigaststätte, begleiten wir als Unternehmensberatung Gastronomie in der Unternehmensberatung.
Wie unterstützen wir dich?
Wir unterstützen dich, indem wir deine Kneipe Wochentag für Wochentag durchrechnen, Preise und Getränkekarte überarbeiten, Pacht und Brauereivertrag prüfen und verhandeln, die Regeln zu Nichtraucherschutz, Spielgeräten, GEMA und Jugendschutz klären, Formate für ruhige Abende entwickeln, eine kleine Karte kalkulieren, das Gastronomie Marketing für deine Kneipe aufsetzen und die Nachfolge rechtzeitig planen. So bleibt deine Kneipe, was sie ist: ein Ort, an dem sich Menschen treffen.
- Gastronomieberatung. Kalkulation, Preise und Formate über unsere Gastronomieberatung.
- Unternehmensberatung. Nachfolge, Übernahme und mehrere Betriebe über unsere Unternehmensberatung.
- Marketing. Quizabende, Dart-Liga und Google-Profil über unseren Bereich Marketing.
- Zahlen. Wie sich Getränkeumsatz und Wareneinsatz entwickeln, zeigt die BWA-Analyse.
Das Buch zum Thema
Das Lebenswerk übergeben
Nachfolge in der Gastronomie: René Kaplick zeigt, wie Wirte ihren Betrieb rechtzeitig vorbereiten, einen fairen Preis finden und die Übergabe so gestalten, dass Betrieb und Stammgäste bleiben.
Viele Kneipen schließen nicht, weil sie sich nicht rechnen, sondern weil niemand übernimmt, im Buch steht, wie die Übergabe gelingt.
Hat deine Kneipe eine Zukunft?
Im kostenlosen Erstgespräch rechnen wir deine Wochentage durch, schauen auf Pacht, Preise und Nachfolge und sagen dir ehrlich, was deine Kneipe braucht, um weiterzuleben.
Du willst solche Themen regelmäßig live mit uns durchgehen? Dann melde dich für die Hospitality Business School an, unser wöchentliches Online-Format für Gastronomen und Hoteliers im DACH-Raum, montags von 10 bis 11 Uhr.
Die Eckkneipe stirbt nicht an fehlenden Gästen. Sie stirbt an alten Preisen und fehlender Nachfolge, und beides lässt sich ändern.
Häufige Fragen zum Führen einer Kneipe
Lohnt sich eine Kneipe heute noch?
Eine Kneipe kann sich lohnen, wenn Preise, Kosten und Öffnungstage zusammenpassen. In unserer Modellrechnung bleiben an einem guten Freitag mit 60 Gästen rund 316 Euro für Wirt, Tilgung und Steuern, an einem ruhigen Dienstag mit 35 Gästen rund 231 Euro, wenn der Wirt allein arbeitet. Entscheidend sind regelmäßige Preisanpassungen, Formate für ruhige Abende, eine tragbare Pacht und ein realistischer Blick auf den eigenen Stundenlohn.
Darf in Kneipen noch geraucht werden?
Das regelt jedes Bundesland selbst. In Bayern, Nordrhein-Westfalen und im Saarland gilt ein weitgehendes Rauchverbot in der Gastronomie ohne Ausnahme für Raucherkneipen. In den anderen Ländern gibt es Ausnahmen, vor allem für Einraumgaststätten unter 75 Quadratmetern, meist mit Bedingungen wie Zutritt erst ab 18, Kennzeichnung am Eingang und keinen oder nur einfachen kalten Speisen. Prüf die genauen Regeln deines Landes.
Darf eine Raucherkneipe Essen anbieten?
In vielen Bundesländern nur eingeschränkt. Wer eine Raucherkneipe nach der Ausnahme für kleine Einraumgaststätten betreibt, darf meist keine oder nur einfache kalte Speisen anbieten. Eine warme Küche ist dann nicht erlaubt. Das ist eine Grundsatzentscheidung: Raucherkneipe mit Getränkeschwerpunkt oder Nichtraucherkneipe mit kleiner Karte. Die genauen Bedingungen stehen im Nichtraucherschutzgesetz deines Landes.
Wie viele Spielautomaten darf eine Kneipe aufstellen?
In Gaststätten dürfen nach der Spielverordnung höchstens zwei Geld- oder Warenspielgeräte aufgestellt werden. Dafür braucht der Aufsteller eine Erlaubnis und für den Aufstellort eine Geeignetheitsbestätigung der Behörde. Der Wirt muss dafür sorgen, dass Jugendliche nicht an den Geräten spielen. Spielgeräte können eine Einnahmequelle sein, verlangen aber Aufsicht und Verantwortung.
Brauche ich GEMA, wenn in meiner Kneipe Musik oder Fernsehen läuft?
Ja, wenn in einer Kneipe öffentlich Musik gespielt wird, aus dem Radio, von Streaming, live oder über den Fernseher, braucht es in der Regel eine Lizenz der GEMA. Dazu kommt der Rundfunkbeitrag für die Betriebsstätte. Für Fußballübertragungen von Bezahlsendern ist außerdem ein gewerbliches Abo nötig, das deutlich teurer ist als ein privates.
Wie oft sollte ich die Preise in der Kneipe anpassen?
Lieber regelmäßig in kleinen Schritten als selten in großen. Eine Anpassung einmal im Jahr, etwa zum Jahreswechsel, wenn auch der Mindestlohn steigt, wird von Stammgästen eher akzeptiert als ein großer Sprung nach Jahren. Eine neue, übersichtliche Getränkekarte hilft dabei, weil der Vergleich mit dem alten Preis weniger auffällt.
Wie finde ich einen Nachfolger für meine Kneipe?
Am besten rechtzeitig, drei bis fünf Jahre vor dem geplanten Ausstieg. Oft sind die besten Nachfolger Menschen, die die Kneipe schon kennen: langjährige Aushilfen, Stammgäste mit Gastronomieerfahrung oder Familienmitglieder. Wichtig sind saubere Zahlen, ein Gespräch mit Vermieter oder Brauerei und eine Finanzierung, die zum Ertrag passt, etwa mit Verkäuferdarlehen.
Welche Speisen passen in eine Kneipe?
Eine kleine Karte mit Gerichten, die ohne eigene Küchenkraft gehen und zum Getränk passen: Frikadellen, Bockwurst, Soljanka, Käse- und Schmalzbrot, Strammer Max oder Currywurst. Sie sollten sich schnell zubereiten lassen, gut kalkuliert sein und den Durst fördern. In Raucherkneipen sind warme Speisen in vielen Ländern nicht erlaubt.