Minijobs in der Gastronomie 2027: Was die neuen Abgaben deinen Betrieb kosten

Pauschsteuer, neue Verdienstgrenze und was du jetzt im Dienstplan änderst

Der Minijob ist das Schweizer Taschenmesser der Gastronomie. Samstagabend zu wenig Service? Minijob. Biergarten im Juli voll? Minijob. Hochzeit mit 120 Gästen? Zwei Minijobber mehr. Kaum ein Werkzeug ist in unseren Betrieben so universell, und kaum eins wird so selten nachgerechnet.

Ab 2027 wird dieses Taschenmesser teurer. Das Bundeskabinett hat am 2. September eine höhere Pauschsteuer beschlossen, die Verdienstgrenze steigt mit dem Mindestlohn, und bei Kranken- und Pflegeversicherung wird über weitere Abgaben gestritten. Der DEHOGA hat am 25. September eine eigene Kampagne gestartet, weil er die faktische Abschaffung der Minijobs befürchtet.

Die häufigste Reaktion, die wir gerade in Betrieben hören: abwarten, was Berlin entscheidet. Wir halten das für einen Fehler. Die Zahlen für deinen Betrieb kannst du heute rechnen, und die Entscheidungen, die daraus folgen, triffst du in deinem Dienstplan, nicht im Bundestag.

Minijobs Gastronomie 2027: Servicekraft trägt am Samstagabend Teller durch ein volles Restaurant
Samstagabend, volles Haus: genau dafür ist der Minijob gemacht.

Was ändert sich 2027 bei Minijobs?

2027 kommen drei Dinge zusammen: Die Verdienstgrenze steigt mit dem Mindestlohn von 603 auf 633 Euro, die Pauschsteuer soll nach dem Kabinettsentwurf von 2 auf 5 Prozent steigen, und bei Kranken- und Pflegeversicherung sind weitere Belastungen beschlossen oder in der Diskussion. Der DEHOGA beziffert die mögliche Gesamtwirkung auf 42,27 statt heute 31,17 Prozent Arbeitgeberabgaben.

Minijobs: Was wann passiert1. Jan 2026Grenze 603 EuroMindestlohn 13,90Sommer 2026Koalition: Minijobbleibt erhalten2. Sep 2026Kabinett: Pauschsteuer2 auf 5 Prozent25. Sep 2026DEHOGA startetminijobs-erhalten.de1. Jan 2027Grenze 633 Euro,Pauschsteuer geplant 5 %
Stand Oktober 2026. Die Pauschsteuer-Erhöhung ist ein Kabinettsentwurf, Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen.

Die Gesamtrechnung des Verbands steht auf der Plattform minijobs-erhalten.de, die der DEHOGA Bundesverband im September gestartet hat, mit den geplanten und beschlossenen Maßnahmen und den Originaldokumenten. Die heute gültigen Abgabensätze veröffentlicht die Minijob-Zentrale. Wir rechnen im Folgenden mit beiden Werten: dem heutigen Stand als Untergrenze und dem ungünstigsten Fall als Obergrenze.

Wichtig für die Einordnung: Der Minijob als Beschäftigungsform bleibt. Die Koalition hat im Sommer entschieden, den Sonderstatus grundsätzlich zu erhalten. Es geht also nicht um das Ob, sondern um das Wieviel. Und beim Wieviel bist du nicht Zuschauer, sondern derjenige, der die Rechnung bezahlt.

Was kostet dich ein Minijobber ab 2027?

Ein Minijobber mit 633 Euro Verdienst kostet dich mit den heutigen Abgaben rund 830 Euro im Monat. Kommen alle diskutierten Belastungen und steigen die Abgaben auf 42,27 Prozent, sind es rund 901 Euro. Das sind 70 Euro mehr im Monat und 843 Euro mehr im Jahr, für jeden einzelnen Minijobber auf deiner Liste.

Monatliche Kosten für einen Minijobber mit 633 Euro Verdienst

Mit heutigen Arbeitgeberabgaben von 31,17 Prozent

830,31 Euro im Monat

Mit 42,27 Prozent, wenn alle diskutierten Belastungen kommen

900,57 Euro im Monat

Plus 70,26 Euro im Monat, 843 Euro im Jahr, für jeden einzelnen Minijobber.

Rechnung pro MinijobberHeute (31,17 %)Ungünstigster Fall (42,27 %)
Verdienst im Monat633,00 €633,00 €
Arbeitgeberabgaben im Monat197,31 €267,57 €
Kosten im Monat830,31 €900,57 €
Kosten im Jahr9.963,72 €10.806,84 €
Mehrkosten im Jahr843,12 €

Eigene Rechnung auf Basis der Verdienstgrenze 2027 und der Abgabensätze laut DEHOGA. Urlaubsanspruch, Lohnfortzahlung und Verwaltungsaufwand kommen zusätzlich dazu.

Die Pauschsteuer ist dabei der kleinere Teil. Sie steigt nach dem Entwurf von 12,66 auf 31,65 Euro im Monat, also um knapp 19 Euro. Der größere Brocken kommt über die Sozialversicherung, falls die diskutierten Erhöhungen bei Kranken- und Pflegeversicherung umgesetzt werden. Plane deshalb mit der Obergrenze. Wenn es günstiger kommt, freust du dich. Wenn nicht, bist du vorbereitet.

Drei Zahlen für deinen Kühlschrank

633 Euro: die neue Verdienstgrenze ab 2027. Bei 14,60 Euro Mindestlohn sind das gut 43 Stunden im Monat.

42,27 Prozent: die Arbeitgeberabgaben im ungünstigsten Fall laut DEHOGA, statt heute 31,17 Prozent.

843 Euro: so viel teurer wird jeder Minijobber im Jahr, wenn alle Belastungen kommen.

Welche Irrtümer kursieren gerade über Minijobs?

Rund um die Minijob-Debatte halten sich fünf Irrtümer besonders hartnäckig: dass Minijobs abgeschafft werden, dass die Aushilfe die höhere Steuer zahlt, dass drei Prozent nicht ins Gewicht fallen, dass mehr Minijobber automatisch mehr Flexibilität bringen und dass sich das Problem über den Preis von selbst löst. Keiner davon hält einer Rechnung stand.

Irrtum 1

„Minijobs werden abgeschafft.“

So ist es

Nein. Die Koalition hat im Sommer 2026 entschieden, den Sonderstatus grundsätzlich zu erhalten. Gestritten wird über die Kosten, nicht über das Ob.

Irrtum 2

„Die höhere Pauschsteuer zahlt der Minijobber.“

So ist es

Die Pauschsteuer trägt in der Regel der Betrieb. Am Auszahlungsbetrag deiner Aushilfe ändert sich nichts, an deiner Lohnabrechnung schon.

Irrtum 3

„Drei Prozent mehr Steuer, das merkt keiner.“

So ist es

Allein die Pauschsteuer kostet knapp 19 Euro pro Minijobber und Monat. Mit den diskutierten Sozialabgaben können es über 70 Euro werden.

Irrtum 4

„Mehr Minijobber machen den Dienstplan flexibler.“

So ist es

Bis zu einem Punkt. Danach machen sie ihn teurer, weil Einarbeitung, Fehler und Fluktuation mitwachsen.

Irrtum 5

„Das regelt am Ende sowieso der Preis.“

So ist es

Nur wenn du ihn kalkulierst. Wer die Mehrkosten nicht auf den Gast herunterrechnet, erhöht entweder zu viel oder gar nicht.

Den vierten Irrtum sehen wir in der Praxis am häufigsten. Ein Betrieb mit zwölf Minijobbern für sechs Stellen hat nicht doppelt so viel Flexibilität, sondern doppelt so viel Einarbeitung, doppelt so viele Abstimmungen im Dienstplan und eine Servicequalität, die vom Zufall abhängt. Wie du gute Leute findest und hältst, statt ständig neue einzuarbeiten, zeigt der Beitrag Mitarbeiter in der Gastronomie finden und halten.

Warum trifft das die Gastronomie stärker als andere Branchen?

Die Gastronomie trifft es stärker, weil kaum eine Branche so viele Minijobber beschäftigt und so sehr von Spitzen lebt. Wochenenden, Saison und Veranstaltungen lassen sich mit festen Vollzeitstellen nicht wirtschaftlich abdecken. Der DEHOGA rechnet allein für das Gastgewerbe mit Mehrbelastungen von fast 72 Millionen Euro pro Jahr.

Bundesweit arbeiten laut DEHOGA fast sieben Millionen Menschen in einem Minijob, 95 Prozent davon haben eine Hauptbeschäftigung oder sind Schüler, Studierende oder Rentner. Für diese Gruppe ist der Minijob attraktiv, weil netto gleich brutto bleibt. Für dich ist er attraktiv, weil du Spitzen abdeckst, ohne dauerhaft Stunden einzukaufen, die du in ruhigen Wochen nicht brauchst.

Dazu kommt die Lage der Branche. In der DEHOGA-Umfrage zum Jahresauftakt 2026 nannten drei Viertel der Betriebe die Personalkosten als größte Belastung, noch vor Bürokratie, Energie und Wareneinsatz. Wer seit Jahren mit dünner Marge arbeitet, merkt 843 Euro pro Minijobber nicht als Zahl, sondern auf dem Konto. Was ein Mitarbeiter insgesamt kostet, vom Mindestlohn 2027 bis zur Prime Cost, rechnen wir im Beitrag zu den Personalkosten in der Gastronomie vor.

Wie sieht der richtige Personalmix für 2027 aus?

Der richtige Personalmix für 2027 besteht aus drei Schichten: einem festen Kern in Vollzeit für die Grundlast, Teilzeitkräften für die Stunden, die jede Woche gleich anfallen, und Minijobbern nur für echte Spitzen am Wochenende, in der Saison und bei Veranstaltungen. Je klarer diese Trennung, desto weniger zahlst du für Leerlauf und Fluktuation.

Der Personalmix über die Woche (Schema)MoDiMiDoFrSaSoFester Kern (Vollzeit)Teilzeit für planbare StundenMinijob nur für SpitzenSchema, keine Echtdaten. Dein Muster ergibt sich aus Dienstplan und Umsatz nach Wochentag.

Die Grafik zeigt das Prinzip, nicht deinen Betrieb. Ein Landgasthof mit Saal hat seine Spitzen an Wochenenden und bei Feiern, ein Café in der Innenstadt mittags unter der Woche. Dein Muster findest du nur in deinen eigenen Zahlen. Wer dabei feststellt, dass zwei Minijobberinnen jede Woche dieselben Schichten am Dienstag und Mittwoch fahren, hat eigentlich eine Teilzeitstelle im Plan, die als zwei Minijobs bezahlt wird.

Zwischen Minijob und Vollzeit liegt außerdem der Übergangsbereich bis 2.000 Euro im Monat. Beschäftigte zahlen dort reduzierte Sozialversicherungsbeiträge und behalten mehr netto als bei einer normalen Teilzeitstelle. Für Servicekräfte, die sonst zwei Minijobs in verschiedenen Betrieben kombinieren würden, kann eine Stelle bei dir im Übergangsbereich attraktiver sein. Für dich heißt das: eine Person mit mehr Stunden, mehr Routine und weniger Wechsel.

Für reine Saisonspitzen gibt es zudem die kurzfristige Beschäftigung: höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr, nicht berufsmäßig ausgeübt, sozialversicherungsfrei, und die Minijob-Grenze gilt dafür nicht. Für Studierende in den Semesterferien oder Rentner, die im Sommer aushelfen, passt das oft gut. Wie du die Sommersaison wirtschaftlich aufstellst, zeigt der Beitrag zum Biergarten-Umsatz. Die Prüfung im Einzelfall übernimmt unsere Lohnbuchhaltung für die Gastronomie, damit Status, Abgaben und Meldungen von Anfang an stimmen.

Wie prüfst du deinen Dienstplan in 30 Minuten?

Leg den Dienstplan der letzten drei Monate neben deine Umsätze nach Wochentag und Uhrzeit. Markiere jede Schicht, die mit einem Minijobber besetzt ist, und frag bei jeder: Ist das eine echte Spitze oder eine Lücke, die jede Woche gleich aussieht? Diese halbe Stunde zeigt dir, welche Minijobs bleiben sollten und welche du umbauen kannst.

Der erste Check im Betrieb

Wie viele Minijobber hast du, und wie viele Stunden arbeitet jeder im Durchschnitt pro Monat?

Welche Minijob-Schichten liegen jede Woche zur gleichen Zeit? Das sind Kandidaten für eine Teilzeitstelle.

Wie viele Minijobber haben dich in den letzten zwölf Monaten verlassen, und was hat jede Neueinstellung gekostet?

Passen deine Öffnungszeiten noch zu den Stunden, in denen wirklich Umsatz entsteht?

Hat dein Lohnbüro dir die Kosten 2027 pro Kopf schon gerechnet?

Der vierte Punkt ist der unbequemste. Wer zwei schwache Nachmittagsstunden mit zwei Minijobbern abdeckt, bezahlt diese Stunden 2027 teurer als bisher. Manchmal ist die beste Antwort auf höhere Personalkosten eine ehrliche Frage an die eigenen Öffnungszeiten. Wie du das rechnest, zeigt unser Beitrag zu Öffnungszeiten und der 60-Euro-Regel. Wie du Schichten, Ruhezeiten und Spitzen sauber planst, steht im Beitrag zum Dienstplan in der Gastronomie.

Dienstplan und Umsatzauswertung auf dem Tisch eines Restaurantbüros
Montagmorgen, 20 Minuten: Dienstplan neben die Umsätze legen.

Wie holst du 843 Euro pro Minijobber wieder rein?

Rechne die Mehrkosten auf den einzelnen Gast herunter, dann verlieren sie ihren Schrecken. Zehn Minijobber kosten im ungünstigsten Fall rund 8.400 Euro mehr im Jahr. Bei 30.000 Gästen im Jahr sind das 28 Cent pro Gast. Das ist keine Preisrevolution, sondern ein Getränk, das etwas öfter verkauft wird, oder eine Hauptspeise, die 50 Cent mehr kostet.

HebelWas du tustWirkung pro Gast
Umsatz pro Gastzweites Getränk aktiv anbieten, Dessert empfehlenoft mehr als 28 Cent
Preiseinzelne Gerichte mit Spielraum leicht anpassengezielt, nicht pauschal
DienstplanMinijobs nur noch in echten Spitzensenkt die Kosten direkt
Öffnungszeitenschwache Stunden prüfenspart Personal und Energie

Der stärkste Hebel ist meistens der Umsatz pro Gast, nicht der Preis. Ein Service, der aktiv ein zweites Getränk anbietet, einen Aperitif empfiehlt oder das Dessert nicht nur auf der Karte stehen lässt, holt die 28 Cent oft an einem einzigen Abend wieder rein. Wie das ohne Aufdringlichkeit funktioniert, zeigen wir Schritt für Schritt in unserem Buch Aktiver Verkauf im Restaurant. Für die Preisseite zeigt die Deckungsbeitragskalkulation in der Gastronomie, welche Gerichte eine Anpassung vertragen und welche nicht.

Personal ist der größte Kostenblock in fast jedem Betrieb, und er ist nur einer von mehreren. Wie du alle Kostenblöcke systematisch durchgehst, von Wareneinsatz über Personal bis Energie, steht in Rettungsanker Gastronomie, Band 1: Die Kostenseite.

Routine: 20 Minuten jeden Montag

Dienstplan der Vorwoche neben die Umsätze nach Tag und Stunde legen. Jede Schicht, in der mehr Personal als Gäste da war, rot markieren. Nach vier Wochen siehst du ein Muster, und dieses Muster ist dein Dienstplan für 2027.

Wann lohnt sich eine Gastronomieberatung bei Personalkosten?

Eine Gastronomieberatung lohnt sich bei Personalkosten, wenn du die Zahlen kennst, aber nicht weißt, wo du ansetzen sollst. Wir legen Dienstplan, Umsatzdaten, Öffnungszeiten und Kalkulation nebeneinander und rechnen mit dir durch, welcher Mix aus Kern, Teilzeit und Minijob 2027 für deinen Betrieb wirtschaftlich ist.

Die meisten Betriebe, mit denen wir über Personal sprechen, haben kein Kostenproblem an einer Stelle, sondern viele kleine gleichzeitig: ein paar Stunden zu viel am Nachmittag, eine Minijobberin, die eigentlich eine Teilzeitstelle füllt, eine Preisliste von 2024. Einzeln wirkt keiner dieser Punkte dramatisch. Zusammen entscheiden sie darüber, ob 2027 ein Jahr wird, in dem etwas übrig bleibt.

Genau dafür ist unsere Unternehmensberatung für die Gastronomie gebaut. Seit 2010 arbeiten wir als Gastroberatung, haben über 5.600 Betriebe begleitet, sind KfW- und BAFA-akkreditiert und seit 2018 Kooperationspartner des DEHOGA Berlin. Wie eine Gastronomie Beratung bei uns von der ersten Analyse bis zur Umsetzung abläuft, beschreiben wir im Beitrag Wie läuft eine Gastronomieberatung ab?. Und woran du einen guten Gastronomieberater erkennst: Er rechnet mit deinen Zahlen, nicht mit Branchendurchschnitten.

2027 rechnen, bevor es teuer wird

Wir legen mit dir Dienstplan, Umsätze und Minijob-Kosten nebeneinander und zeigen dir, welche Stellen bleiben, welche du umbaust und wie du die Mehrkosten über Umsatz und Preis zurückholst. Jetzt kostenloses Erstgespräch buchen

Du willst solche Themen regelmäßig live mit uns durchgehen? Dann melde dich für die Hospitality Business School an, unser wöchentliches Online-Format für Gastronomen im DACH-Raum, montags von 10 bis 11 Uhr.

Das Taschenmesser bleibt. Es wird nur teurer. Zeit nachzuzählen, welche Klingen du wirklich brauchst.

Häufige Fragen zu Minijobs in der Gastronomie 2027

Was ändert sich 2027 bei Minijobs in der Gastronomie?

Nach dem Kabinettsentwurf zum Einkommensteuerreformgesetz 2027 soll die Pauschsteuer für Minijobs ab 1. Januar 2027 von 2 auf 5 Prozent steigen. Gleichzeitig steigt die Verdienstgrenze mit dem Mindestlohn von 603 auf 633 Euro. Weitere Verteuerungen bei Kranken- und Pflegeversicherung werden diskutiert. Der DEHOGA rechnet im ungünstigsten Fall mit Arbeitgeberabgaben von 42,27 statt 31,17 Prozent.

Wie viel kostet ein Minijobber 2027 den Arbeitgeber?

Bei 633 Euro Verdienst und den heutigen Abgaben von 31,17 Prozent kostet ein Minijobber rund 830 Euro im Monat. Steigen die Abgaben auf 42,27 Prozent, sind es rund 901 Euro. Das sind 843 Euro mehr im Jahr pro Minijobber. Allein die höhere Pauschsteuer macht knapp 19 Euro im Monat aus.

Wer zahlt die höhere Pauschsteuer?

Der Betrieb. Die Pauschsteuer trägt in der Regel der Arbeitgeber, am Auszahlungsbetrag des Minijobbers ändert sich nichts. Bei 633 Euro Verdienst steigt sie nach dem Entwurf von 12,66 auf 31,65 Euro im Monat. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen.

Lohnt sich ein Minijob in der Gastronomie 2027 noch?

Für echte Spitzen am Wochenende, in der Saison oder bei Veranstaltungen ja. Für Stellen, die jede Woche mit fast denselben Stunden besetzt sind, rechnet sich oft eine Teilzeitstelle besser: weniger Einarbeitung, weniger Fluktuation, mehr Verlässlichkeit. Die Entscheidung triffst du pro Stelle, nicht pauschal.

Wie fange ich höhere Minijob-Kosten auf?

Rechne die Mehrkosten auf den Gast herunter. Zehn Minijobber kosten im ungünstigsten Fall rund 8.400 Euro mehr im Jahr, bei 30.000 Gästen sind das 28 Cent pro Gast. Das fängst du über etwas mehr Umsatz pro Gast, eine kleine Preisanpassung oder einen schlankeren Dienstplan auf.

Was ist die Alternative zum Minijob für die Saison?

Die kurzfristige Beschäftigung: höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr, nicht berufsmäßig ausgeübt. Sie ist sozialversicherungsfrei, die Minijob-Verdienstgrenze gilt dafür nicht. Ob die Voraussetzungen im Einzelfall passen, prüft dein Lohnbüro.

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