Grilltechnik für die Gastronomie: Beefer, Kamado, Smoker, Holzkohle oder Gas

Die richtige Grilltechnik für die Gastronomie hängt vom Konzept ab, nicht vom Preis: Oberhitzegrills wie der Beefer liefern in Minuten eine Steakkruste für das À-la-carte-Geschäft, Kamados wie der Monolith garen stundenlang stabil und vielseitig, Pelletsmoker übernehmen Langzeitgaren über Nacht, Holzkohle bringt Show und Aroma mit hohem Personalaufwand, Gas liefert planbaren Durchsatz. Vor dem Kauf zählen Lüftung, Brandschutz, Personal und Kalkulation.

Ich war vor einigen Jahren auf einem Grillseminar in Köln. Neben mir stand ein Gastronom, der gerade seinen dritten Gasgrill in fünf Jahren ausgetauscht hatte, jedes Mal teurer, jedes Mal mit dem gleichen Ergebnis: Fleisch, das schmeckt wie Fleisch. Kein Aroma, keine Tiefe, kein Erlebnis. Er fragte mich: „Muss das so sein?“ Die Antwort ist nein. Aber das Problem war nicht der Grill, sondern die Frage, die er sich vor dem Kauf nicht gestellt hatte: Was soll das Gerät in meinem Betrieb eigentlich leisten? In der Gastronomieberatung sehen wir das häufig. Grillgeräte werden gekauft wie Kühlschränke, nach Größe und Preis, und nicht danach, was sie für Karte, Abläufe und Personal bedeuten. In diesem Beitrag gehen wir die wichtigsten Grilltechniken durch und sagen ehrlich, welche Geräte ich selbst aus der Praxis kenne.

Warum ist Grilltechnik eine Konzeptfrage?

Weil jedes Gerät eine bestimmte Art zu kochen erzwingt. Ein Pelletsmoker läuft über Nacht, liefert aber kein spontanes Steak. Ein Kamado hält stundenlang konstante Temperatur, braucht aber Vorlauf. Ein Oberhitzegrill ist in Minuten heiß, grillt aber keine ganze Menülinie. Wer das Gerät nach der Karte auswählt statt die Karte nach dem Gerät, spart sich teure Fehlkäufe und frustrierte Köche.

Die drei Fragen, die vor jedem Kauf stehen, sind einfach. Was soll das Gerät im Alltag leisten: spontanes À-la-carte, Langzeitgaren oder hohen Durchsatz? Wer bedient es: ein eigener Grillkoch, die ganze Linie oder eine Aushilfe im Biergarten? Und wo steht es: in der Küche unter der Abzugshaube, auf der Terrasse oder mobil beim Catering? Wer diese drei Fragen klar beantwortet, hat die Auswahl meist schon auf ein oder zwei Techniken eingegrenzt.

Leistung

Spontan, langzeit oder Masse? Das bestimmt die Technik.

Personal

Grillkoch, Linie oder Aushilfe? Das bestimmt die Bedienbarkeit.

Standort

Küche, Terrasse oder mobil? Das bestimmt Abluft und Brandschutz.

Dahinter steht eine größere Frage: Ist der Grill Teil deines Konzepts oder nur ein Gerät in der Küche? Ein Landgasthof, der mit Fleisch aus der Region und offenem Feuer wirbt, braucht etwas anderes als ein Biergarten, der an einem Sommerabend 300 Bratwürste verkauft. Wie du dein Konzept schärfst, steht im Beitrag Gastronomiekonzept entwickeln. Für Betriebe auf dem Land gibt es einen eigenen Beitrag zur Positionierung in der Landgastronomie.

Welche Grilltechniken gibt es für die Gastronomie?

Für die Gastronomie sind sechs Grilltechniken relevant: Oberhitzegrills mit extrem hoher Hitze von oben, keramische Kamados, Pelletsmoker für Langzeitgaren, offene Holzkohlegrills, Gasgrills und klassische Offset-Smoker mit Holz. Jede hat Stärken bei Aroma, Planbarkeit, Personalbedarf und Durchsatz. Kein Gerät kann alles, deshalb arbeiten viele Profibetriebe mit einer Kombination aus zwei Techniken.

TechnikStärkeIdeal für
Oberhitze (Beefer)Kruste in Minuten, schnell heißSteak, Fisch, Finish
Kamado (Monolith)Stabile Temperatur, vielseitigSmoke, Grill, Pizza, Brot
PelletsmokerProgrammierbar, läuft über NachtBrisket, Pulled Pork, Catering
Holzkohle offenAroma und ShowShowgrill, Spitzenstücke
GasgrillPlanbarer Durchsatz, leicht zu reinigenBiergarten, Burger, Würstchen
Offset-SmokerKlassisches BBQ-AromaBBQ-Spezialrestaurant

Einschätzung der Gastro Piraten aus der Beratungspraxis. Preise für Profimodelle variieren stark, lass dir konkrete Angebote vom Hersteller oder Fachhändler machen.

Bei den Preisen lohnt Vorsicht. Viele Geräte gibt es in einer Hobby- und einer Profiversion, die sich in Größe, Material, Garantie und Zulassung für den gewerblichen Einsatz deutlich unterscheiden. Für die Gastronomie zählt die Profiversion: gewerbliche Garantie, Ersatzteilversorgung, Reinigung im Dauerbetrieb und, bei Gasgeräten, die passende Zulassung. Vergleiche nie den Hobbypreis aus dem Baumarkt mit dem Angebot des Fachhändlers.

Was kann ein Oberhitzegrill wie der Beefer?

Ein Oberhitzegrill wie der Beefer erhitzt das Grillgut von oben mit bis zu rund 800 Grad aus einem Keramikbrenner. In etwa anderthalb Minuten pro Seite entsteht eine Kruste, die kein normaler Grill und kein Ofen erreicht. Er ist schnell heiß und ideal für Steak, Fisch und das Finish vorgegarter Stücke, aber kein Gerät für eine ganze Menülinie oder große Mengen.

Den Beefer kenne ich seit Jahren aus eigener Praxis, und ich sage das klar als persönliche Einschätzung, ohne Provision oder Kooperation: Er ist eines der wenigen Geräte, die halten, was sie versprechen. Was mich überzeugt hat, sind drei Dinge. Die Ergebnisse sind konstant, auch wenn nicht der beste Koch am Gerät steht. Die Aufheizzeit ist kurz, das Gerät muss nicht den ganzen Abend laufen. Und die Reinigung ist überschaubar, wenn man sie konsequent macht. Das Gerät verzeiht keine Nachlässigkeit, aber wer sauber arbeitet, bekommt ein Ergebnis, das Gäste beeindruckt.

René Kaplick, persönliche Empfehlung

Für À-la-carte-Betriebe mit Steak auf der Karte ist der Beefer für mich eine klare Empfehlung, am besten als Finish-Gerät in Kombination mit Niedertemperatur oder Kamado. Modelle und Profiversionen findest du beim Hersteller unter beefer.de. Ich erhalte für diese Empfehlung kein Geld.

Für den Betrieb heißt das: Der Oberhitzegrill ersetzt keine Grillstation, sondern ergänzt sie. Seine Stärke ist das Finish. Ein Steak, das vorher sous-vide oder im Kamado auf Kerntemperatur gebracht wurde, bekommt in neunzig Sekunden die Kruste und ist sofort am Pass. Das entzerrt den Service, weil die eigentliche Garzeit vor dem Ansturm liegt. Gleichzeitig steigt die Qualität, weil die Kerntemperatur exakt stimmt. Genau dieser Ablauf macht den Unterschied zwischen einem guten und einem besonderen Steak, und zwischen einem stressigen und einem ruhigen Grillposten am Samstagabend.

Was kann ein Kamado wie der Monolith?

Ein Kamado ist ein keramischer Grill, der Hitze speichert und stundenlang eine stabile Temperatur hält, je nach Einstellung von Niedertemperatur bis zu über 350 Grad. Damit kann er räuchern, grillen, backen und Pizza liefern. Er braucht rund eine Dreiviertelstunde, bis er stabil läuft, danach arbeitet er über viele Stunden fast ohne Eingriff. Für vielseitige Betriebe ist er das flexibelste Grillgerät.

René Kaplick wendet auf einem großen Grill beim Sommerfest Bratwürste und Gemüsespieße, Kinder schauen begeistert zu
Grillen ist Erlebnis, und das Erlebnis verkauft. René Kaplick am Grill beim Sommerfest. (KI-generierte Szene)

Mit dem Monolith habe ich über Jahre sehr gute Erfahrungen gemacht, auch das als persönliche Einschätzung ohne Provision. Was einen guten Kamado von günstigen Kopien unterscheidet, ist die Keramikqualität. Die Wände speichern die Wärme gleichmäßiger, die Dichtungen halten besser, die Luftführung ist ausgereifter. Das Ergebnis ist ein Gerät, das du auf 107 Grad einstellst und das dann auch acht, zehn oder zwölf Stunden 107 Grad hält, ohne nachzulegen. Für einen Betrieb ist genau diese Reproduzierbarkeit entscheidend.

René Kaplick, persönliche Empfehlung

Für Landgasthöfe, Privathotels mit Terrasse, Saisonbetriebe an Ostsee oder Bodensee und alle, die Vielseitigkeit mit echtem BBQ-Aroma verbinden wollen, ist der Monolith im Kamado-Segment meine erste Wahl. Modelle und Profiversionen beim Hersteller unter monolith-grill.de. Auch hier gibt es keine Provision.

Die Einschränkung: Ein Kamado ist kein Gerät für den Spontanbetrieb. Wer mittags plötzlich zwanzig Steaks braucht, ist mit dem Oberhitzegrill oder der Grillplatte besser bedient. Der Kamado spielt seine Stärke aus, wenn er geplant eingesetzt wird: Vorgaren am Nachmittag, Räuchern für die Abendkarte, Pizza für den Biergarten oder Brot für das Frühstück. Viele Betriebe nutzen ihn deshalb in Kombination mit einem schnellen Gerät für das Finish.

Wann lohnt sich ein Pelletsmoker?

Ein Pelletsmoker lohnt sich, wenn du regelmäßig große Stücke langsam garen willst, etwa Brisket, Pulled Pork, Ribs oder Pute für Catering und Buffet. Er arbeitet programmierbar, fördert die Holzpellets automatisch nach und läuft über Nacht mit minimalem Personalbedarf. Das Raucharoma lässt sich über die Holzart steuern. Für spontanes À-la-carte-Grillen ist er dagegen ungeeignet, weil er Vorlauf braucht.

Für Catering-Betriebe und Restaurants mit BBQ-Schwerpunkt ist der Pelletsmoker oft das wirtschaftlichste Gerät, weil er Arbeitszeit aus den teuren Stunden in die Nacht verlagert. Das Fleisch ist morgens fertig, wird portioniert, gekühlt und im Service nur noch regeneriert. Das schafft Planbarkeit, senkt den Stress in der Küche und macht die Portionskosten berechenbar. Bekannte Hersteller für den gewerblichen Bereich sind unter anderem Traeger und Smokin Brothers. Wie du große Mengen fürs Catering kalkulierst, steht im Beitrag Catering und Außer-Haus kalkulieren.

Wichtig beim Langzeitgaren ist die Hygiene. Fleisch, das über Stunden bei niedriger Temperatur gart und danach gekühlt und regeneriert wird, braucht einen klaren Ablauf mit Kerntemperaturen, schneller Abkühlung und Dokumentation. Das gehört in dein HACCP-Konzept. Mehr dazu im Beitrag zu HACCP in der Gastronomie.

Holzkohle oder Gas: Was passt wann?

Holzkohle bringt das intensivste Aroma und echten Showfaktor, braucht aber jemanden, der dauerhaft danebensteht, und mehr Aufwand bei Anzünden, Temperatur und Reinigung. Gas ist schnell heiß, leicht zu reinigen und liefert planbaren Durchsatz, aber kaum Aromavorteil. Die Faustregel: Holzkohle für wenige Spitzenstücke und Erlebnis, Gas für Biergarten, Burger und große Mengen in kurzer Zeit.

Der offene Holzkohlegrill ist in vielen Betrieben ein Herzstück, wenn er Teil des Konzepts ist: ein Grill im Gastraum oder auf der Terrasse, an dem der Gast sieht, wie sein Stück zubereitet wird. Hersteller wie Ofyr setzen bewusst auf das Feuer als Erlebnis. Für große Mengen ist er ungeeignet. Der Gasgrill ist das Arbeitstier der Außengastronomie. Wenn in fünfzehn Minuten vierzig Burger raus müssen, ist Gas die richtige Antwort. Profisysteme gibt es etwa von Napoleon und Weber. Was ein Biergarten an Umsatz bringen kann, steht im Beitrag Biergarten: Umsatz in der Gastronomie.

Wer bedient den Grill, und wie hält er lange?

Ein Grill ist nur so gut wie die Person, die ihn bedient, und wie gründlich er gereinigt wird. Lege fest, wer für das Gerät verantwortlich ist, schule mindestens zwei Leute, damit Urlaub und Krankheit keine Lücke reißen, und plane Reinigung und Wartung fest in den Ablauf ein. Ein vernachlässigtes Gerät liefert schlechtere Ergebnisse, verbraucht mehr Energie und fällt früher aus.

Gerade bei neuen Techniken lohnt eine Schulung durch den Hersteller oder Fachhändler. Viele bieten Einweisungen für Profikunden an. Danach braucht es eine einfache, schriftliche Anleitung am Gerät: Aufheizen, Temperaturen für die wichtigsten Gerichte, Kerntemperaturen, Reinigung nach dem Service. Wer das einmal sauber aufschreibt, macht das Ergebnis unabhängig davon, wer gerade Dienst hat. Ein Gastronomieberater sieht in vielen Küchen, dass teure Geräte an genau diesem Punkt scheitern: Das Gerät ist da, aber das Wissen steckt nur im Kopf eines Kochs, und wenn er geht, steht der Grill still.

Bei der Reinigung entscheidet die Routine. Oberhitzegrills und Grillplatten werden nach jedem Service gereinigt, Kamados und Smoker je nach Nutzung regelmäßig ausgeascht und kontrolliert, Abluftfilter nach Plan gewechselt. Fettablagerungen in Abluft und Geräten sind eine häufige Brandursache in Küchen. Eine Reinigungsliste mit Unterschrift gehört deshalb genauso zum Grill wie die Zange.

Was gilt für Lüftung, Brandschutz und Hygiene?

Grillgeräte in der Küche brauchen eine ausreichend dimensionierte Abluft, und Holzkohle, Pellets oder Holz in Innenräumen stellen besondere Anforderungen an Lüftung, Brandschutz und Rauchabzug. Gasgeräte brauchen eine fachgerechte Installation und Prüfung. Kläre vor dem Kauf mit Lüftungsbauer, Schornsteinfeger und Versicherung, was an deinem Standort möglich ist. Das ist oft der teuerste Teil der Entscheidung.

Gerade bei Holzkohle und Holz unterschätzen viele den Aufwand. Rauch, Funkenflug und Kohlenmonoxid sind in geschlossenen Räumen ein ernstes Thema. Was auf der Terrasse problemlos funktioniert, kann in der Küche eine neue Abluftanlage erfordern. Auch auf der Terrasse gibt es Grenzen: Nachbarn, Rauchentwicklung und örtliche Vorschriften. Wie du Abluft in Küche und Gastraum richtig planst, steht im Beitrag Be- und Entlüftung in der Gastronomie. Wie die Küche insgesamt aufgebaut sein sollte, zeigt der Beitrag zur Küchenplanung in der Gastronomie.

Vor dem Kauf klären

Reicht die Abluft für das neue Gerät? Ist eine Genehmigung oder Abnahme nötig? Was sagt die Versicherung zu offenem Feuer oder Holzkohle in der Küche? Wer ist für Reinigung und Wartung zuständig? Diese Fragen kosten fünf Telefonate und können dir eine Fehlinvestition ersparen. Rechtliche Fragen klärst du im Zweifel mit einem Rechtsanwalt.

Dazu kommt die Versicherung. Ein Brand durch einen Grill ist einer der typischen Schäden in der Gastronomie, und manche Policen haben Auflagen für offenes Feuer oder bestimmte Geräte. Sprich mit deinem Versicherer, bevor du umbaust. Mehr dazu im Beitrag zu Versicherungen im Gastgewerbe. Und bei den Energiekosten lohnt ein Blick auf Leerlauf: Ein Gasgrill, der den ganzen Abend auf Vollgas läuft, obwohl nur zur Hauptzeit gegrillt wird, verbrennt Geld. Wie du das vermeidest, steht im Beitrag Wie Restaurants Energie sparen.

Wie kalkulierst du Grillgerichte richtig?

Grillgerichte kalkulierst du mit dem Gewicht nach dem Garen, nicht mit dem Einkaufsgewicht. Fleisch verliert beim Grillen und vor allem beim Langzeitgaren deutlich an Gewicht, und dieser Garverlust gehört in die Portionskalkulation. Dazu kommen Brennstoff und Abschnitte. Für Speisen gilt ein Wareneinsatz von 28 bis 32 Prozent als üblich, ab 28 Prozent besteht Handlungsbedarf. Teures Fleisch reißt das schnell.

Eine Köchin wiegt ein rohes und ein gegartes Stück Fleisch auf zwei Waagen nebeneinander und notiert die Werte
Roh gegen gegart: Erst der eigene Wiegetest zeigt, was von einem Stück Fleisch auf dem Teller ankommt. (Symbolbild, KI-generiert)

Wie hoch der Garverlust ist, hängt von Stück, Fettgehalt, Gerät und Garzeit ab. Ein Brisket, das zwölf Stunden im Smoker liegt, verliert deutlich mehr als ein Rumpsteak, das neunzig Sekunden unter dem Oberhitzegrill war. Allgemeine Tabellen helfen nur grob. Verlässlich ist nur der eigene Test: Stück roh wiegen, garen, ruhen lassen, parieren, wiegen. Daraus ergibt sich die Ausbeute, und damit rechnest du jede Portion. Wie das genau geht, zeigen die Beiträge Speisen kalkulieren und Wareneinsatz in der Küche.

René Kaplick legt auf einer goldenen Balkenwaage Gemüse auf die eine Schale, auf der anderen liegt ein großes Steak
Steak gegen Gemüse: Gegrilltes Gemüse bringt oft mehr Deckungsbeitrag als das teure Fleisch. (KI-generierte Szene)

Ein unterschätzter Hebel sind Beilagen und Gemüse vom Grill. Ein Grillgemüse mit niedrigem Wareneinsatz, das Aroma und Röstaromen vom selben Gerät bekommt, verdient oft mehr pro Teller als das Steak daneben. Wer seine Grillkarte nach Deckungsbeitrag statt nach Gefühl aufbaut, nutzt das Gerät besser aus. Dazu gehört auch die Frage, welche Gerichte du streichen kannst. Wie das funktioniert, steht im Beitrag zum Menu Engineering und zur Deckungsbeitragskalkulation in der Gastronomie.

Rechnet sich die Investition?

Ob sich ein neues Grillgerät rechnet, zeigt eine einfache Rechnung: Mehrerlös oder Ersparnis pro Portion mal Portionen pro Jahr, verglichen mit Anschaffung, Umbau und laufenden Kosten. Mehrerlös entsteht, wenn du für ein besseres Produkt einen höheren Preis durchsetzt oder mehr verkaufst. Ersparnis entsteht durch weniger Ausschuss und weniger Personalstunden. Wer nur auf den Kaufpreis schaut, übersieht beides.

Rechenbeispiel: Wann ist das Gerät bezahlt?

Angenommene Investition inklusive Zubehör und Anschluss6.000 €
Mehrerlös netto pro Steak durch besseres Produkt1,50 €
Weniger Ausschuss pro Steak0,50 €
Steaks pro Woche80
Bezahlt nachrund 38 Wochen

Modellrechnung mit Annahmen, keine Herstellerpreise. 80 Steaks × 2,00 € = 160 € pro Woche. Deine Zahlen hängen von Gerät, Karte und Umbau ab.

Die Rechnung zeigt, warum Geräte für Steak oder Spezialitäten oft schneller bezahlt sind als gedacht, wenn sie wirklich genutzt werden. Sie zeigt aber auch, dass ein Gerät, das in der Ecke steht, nie bezahlt ist. Wer die Investition nicht aus dem laufenden Geld stemmen will, kann über Leasing oder einen Investitionskredit nachdenken. Wie du das Vorhaben finanzierst, steht im Beitrag Finanzierung in der Gastronomie.

René Kaplick blättert in einer Restaurantküche einen großen Wandkalender um, während ein Koch ein neu geliefertes Großküchengerät auspackt
Neues Gerät, neuer Kalender: Ob Kauf oder Leasing, die Rechnung entscheidet sich an der Nutzung. (KI-generierte Szene)

Wie sieht das in der Praxis aus?

In der Praxis bringt der Umstieg auf eine Kombination aus zwei Techniken oft mehr als ein einzelnes teures Gerät. Typisch ist ein Betrieb mit großem Gasgrill, der zuverlässig läuft, aber Steaks ohne Tiefe liefert, und einem Holzkohlegrill, den niemand bedienen will. Ein Kamado zum Vorgaren und ein Oberhitzegrill für das Finish verändern Produkt, Abläufe und Personalbedarf gleichzeitig.

Aus der Beratungspraxis: Saisonrestaurant am Bodensee

Ein inhabergeführtes Saisonrestaurant mit gehobener Regionalküche, rund 80 Sitzplätzen und Terrasse mit Seeblick wollte sein Grillkonzept neu aufstellen. Bisher lief im Sommer täglich ein großer Gasgrill, für besondere Abende gelegentlich ein alter Holzkohlegrill. Die Steaks waren in Ordnung, aber nicht besonders, und das Team mochte den Holzkohlegrill nicht, weil niemand verlässlich danebenstehen wollte.

Empfohlen wurde eine Kombination aus einem großen Kamado als zentralem Gargerät und einem Oberhitzegrill für das Finish. Der Kamado übernahm das Vorgaren, mit Niedertemperatur oder Rauch, der Oberhitzegrill gab in neunzig Sekunden die Kruste.

Nach einer Saison: deutlich bessere Bewertungen zur Fleischqualität, geringerer Personalbedarf am Grill, weil der Kamado ohne Daueraufsicht läuft, weniger Ausschuss durch präzisere Garzeiten und eine Grillkarte, die von vier auf sieben Positionen wuchs. Der Grill wurde zum Merkmal des Konzepts. Name und Ort anonymisiert, der Fall beruht auf einem Beratungsprojekt der Gastro Piraten.

Die Lehre: Nicht das teuerste Gerät hat den Unterschied gemacht, sondern die Kombination, die zum Ablauf passt. Genau das ist die Frage, die eine Restaurantberatung vor dem Kauf stellt, und nicht erst nach der dritten Fehlinvestition. Bemerkenswert war auch der Effekt im Team: Seit der Grill planbar läuft, ist der Grillposten kein Strafdienst mehr, sondern ein Platz, an dem die Köche zeigen können, was sie können. Die Gäste merken das am Teller, und die Bewertungen erzählen es weiter.

Welche Fehler machen Betriebe beim Grillkauf?

Die häufigsten Fehler sind ein Gerät nach Preis oder Optik statt nach Konzept, Hobbygeräte im Profibetrieb, fehlende Klärung von Abluft, Brandschutz und Versicherung, kein Plan, wer das Gerät bedient, und Grillgerichte, die mit Einkaufsgewicht statt mit Ausbeute kalkuliert werden. Jeder dieser Fehler macht aus einer guten Idee eine teure Ecke in der Küche.

FehlerFolgeLösung
Kauf nach PreisGerät passt nicht zur KarteErst Konzept, dann Gerät
Hobbygerät im BetriebVerschleiß, keine GarantieProfiversion mit Gewerbegarantie
Abluft nicht geklärtUmbau nach dem KaufLüftungsbauer vorher fragen
Niemand zuständigGerät steht ungenutztVerantwortlichen schulen
Kalkulation mit RohgewichtWareneinsatz zu niedrig angesetztEigener Garverlust-Test
Ein Gerät für allesKompromiss bei Qualität oder TempoZwei Techniken kombinieren

Grill-Check vor dem Kauf

  • ☐ Klar, was das Gerät leisten soll: spontan, langzeit oder Masse?
  • ☐ Grillkarte steht, bevor das Gerät gekauft wird?
  • ☐ Verantwortliche Person benannt und geschult?
  • ☐ Abluft, Brandschutz und Genehmigungen geklärt?
  • ☐ Versicherung über das neue Gerät informiert?
  • ☐ Profiversion mit gewerblicher Garantie angeboten?
  • ☐ Garverlust für die wichtigsten Stücke selbst getestet?
  • ☐ Portionskosten mit Ausbeute kalkuliert?
  • ☐ HACCP-Ablauf für Langzeitgaren dokumentiert?
  • ☐ Amortisation mit eigenen Zahlen gerechnet?

Wenn du bei mehr als drei Punkten zögerst, lohnt sich ein Blick von außen. In unserer Gastronomieberatung schauen wir mit dir zuerst auf Konzept und Karte und erst danach auf die Geräte. Ein Gastronomieberater, der selbst am Grill gestanden hat, sieht schnell, welche Technik zu deinem Ablauf passt. Die Kalkulation in der Gastronomie, von der Ausbeute bis zum Kartenpreis, bearbeiten wir unter Kalkulation, laufende Auswertungen unter BWA und Controlling.

Ein Berater für Gastronomie ersetzt dabei keinen Lüftungsbauer, keinen Schornsteinfeger und keinen Rechtsanwalt. Er kümmert sich darum, dass Gerät, Karte, Personal und Zahlen zusammenpassen. Das gehört zur Unternehmensberatung Gastronomie genauso wie die Frage, ob sich die Investition rechnet. In der Hotelberatung kommen Terrasse, Bankett und Frühstück dazu, wo ein Kamado auch Brot und Pizza liefern kann. Mehr unter Beratung für Gastronomie und Hotellerie.

Wer gerade gründet und ein Grillkonzept plant, sollte die Technik in der Gründungsberatung von Anfang an mitdenken, denn Abluft und Anschlüsse sind beim Umbau günstiger als danach. In der Existenzgründung entscheidet das oft über fünfstellige Beträge. Mehr unter Existenzgründung. Und ein sichtbarer Grill ist auch Gastronomie Marketing: Feuer, Rauch und Kruste sind die Bilder, die Gäste fotografieren und teilen. Mehr unter Gastronomie Marketing. Ob Restaurantberatung, Hotelberatung oder Gründungsberatung: Ein Berater für Gastronomie fragt vor dem Gerät nach dem Konzept, die Unternehmensberatung Gastronomie rechnet die Investition durch, und die Kalkulation in der Gastronomie zeigt, was am Ende auf dem Teller verdient wird.

Wer hier schreibt

René Kaplick ist in der Gastronomie aufgewachsen und hat mit zehn Jahren die ersten Gäste bedient. Danach kamen Kochausbildung, Sternegastronomie im First Floor Berlin und der Abschluss als Handelsfachwirt. Er steht bis heute selbst am Grill und kennt die Geräte aus eigener Praxis. Seit 2010 hat er mit den Gastro Piraten über 5.600 Betriebe beraten, KfW- und BAFA-akkreditiert und als DEHOGA-Partner. Er ist Gründer und CEO der Gastro Piraten, Keynote-Speaker und Autor. Mehr über uns.

Zum Weiterlesen: Vom Wirt zum Unternehmer

Wie du Investitionen in Küchentechnik gegen deine Kosten rechnest, steht in Band 1 „Wo dein Geld hingeht“. Wie du aus einem Grillkonzept mehr Umsatz pro Gast machst, zeigt Band 2 „Wo dein Geld herkommt“. Beide aus der Reihe „Vom Wirt zum Unternehmer“ von René Kaplick.

Band 1: Wo dein Geld hingehtBand 2: Wo dein Geld herkommt

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Häufige Fragen zur Grilltechnik in der Gastronomie

Welcher Grill ist der beste für die Gastronomie?

Den einen besten Grill gibt es nicht. Für Steak und Finish ist ein Oberhitzegrill stark, für vielseitiges Grillen und Räuchern ein Kamado, für Langzeitgaren ein Pelletsmoker, für Show und Aroma Holzkohle und für hohen Durchsatz im Biergarten ein Gasgrill. Viele Profibetriebe kombinieren zwei Techniken.

Lohnt sich ein Beefer für ein Restaurant?

Für À-la-carte-Betriebe mit Steak auf der Karte aus meiner Erfahrung ja, vor allem als Finish-Gerät. Er ist in Minuten heiß und liefert in etwa anderthalb Minuten pro Seite eine Kruste, die andere Geräte nicht erreichen. Für eine ganze Menülinie oder große Mengen ist er nicht gedacht. Das ist eine persönliche Einschätzung ohne Provision.

Was kann ein Kamado in der Profiküche?

Ein Kamado speichert Hitze in der Keramik und hält über viele Stunden eine stabile Temperatur. Er kann räuchern, grillen, backen und Pizza in Steinofenqualität liefern. Er braucht etwa eine Dreiviertelstunde Vorlauf und eignet sich für geplantes Vorgaren, weniger für spontanes À-la-carte-Grillen.

Darf ich mit Holzkohle in der Küche grillen?

Das hängt von Abluft, Brandschutz und den Vorgaben vor Ort ab. Holzkohle, Holz und Pellets in Innenräumen stellen besondere Anforderungen an Rauchabzug und Lüftung. Kläre das vor dem Kauf mit Lüftungsbauer, Schornsteinfeger und Versicherung. Rechtliche Fragen klärst du im Zweifel mit einem Rechtsanwalt.

Wie berücksichtige ich den Garverlust in der Kalkulation?

Wiege das Stück roh, gare es, lass es ruhen, pariere es und wiege erneut. Das Verhältnis ist deine Ausbeute. Mit diesem Wert rechnest du den Wareneinsatz pro Portion, nicht mit dem Einkaufsgewicht. Allgemeine Tabellen helfen nur grob, weil Stück, Gerät und Garzeit stark variieren.

Wann rechnet sich ein neues Grillgerät?

Wenn Mehrerlös und Ersparnis pro Portion, multipliziert mit den Portionen pro Jahr, die Investition in überschaubarer Zeit decken. Im Rechenbeispiel mit angenommenen 6.000 Euro und zwei Euro Vorteil pro Steak bei 80 Steaks pro Woche ist das Gerät nach rund 38 Wochen bezahlt. Ein ungenutztes Gerät rechnet sich nie.

Gas oder Holzkohle im Biergarten?

Für hohen Durchsatz mit Würstchen, Burgern und Steaks ist Gas meist die bessere Wahl, weil es schnell heiß, gut regelbar und leicht zu reinigen ist. Holzkohle bringt mehr Aroma und Atmosphäre, braucht aber eine Person, die dauerhaft danebensteht. Viele Biergärten kombinieren einen Gasgrill für die Masse mit einem Showgrill.

Brauche ich eine Profiversion oder reicht ein Hobbygerät?

Im gewerblichen Dauerbetrieb solltest du eine Profiversion wählen. Sie unterscheidet sich in Größe, Material, Garantie, Ersatzteilversorgung und bei Gasgeräten in der Zulassung. Hobbygeräte verschleißen schnell und die Garantie gilt oft nicht für den gewerblichen Einsatz. Vergleiche nur Angebote für Profimodelle miteinander.

Der beste Grill ist der, der zu deiner Karte passt: Schreib zuerst auf, was das Gerät leisten soll, kläre Abluft und Versicherung und rechne die Portion mit deiner eigenen Ausbeute, bevor du das Angebot unterschreibst.

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