No-Shows Gastronomie

Was leere Tische wirklich kosten

Digitalisierung | Lesezeit: circa 13 Minuten | Stand: Juli 2026

38 von 150 Plätzen leer. An einem Abend, der seit Wochen ausgebucht war. So beschrieb ein Gastwirt aus Leverkusen gegenüber der Fachpresse seinen schlimmsten No-Show-Abend: reserviert, bestätigt, nicht erschienen, kein Anruf.

Ein Ausreißer, denkst du? Bei dir doch höchstens mal ein Zweiertisch, oder?

Die Zahlen sagen etwas anderes. 87 Prozent aller befragten Gastronomen kennen No-Shows aus eigener Erfahrung, und bei vier von zehn betroffenen Betrieben frisst das Nichterscheinen mehr als fünf Prozent des Jahresumsatzes. Fünf Prozent vom Umsatz, das ist in vielen Betrieben mehr als der gesamte Jahresgewinn. No-Shows sind kein Ärgernis. Sie sind ein Ergebniskiller.

Dieser Artikel zeigt dir, was No-Shows in der Gastronomie wirklich kosten, warum Gäste nicht erscheinen, welche Maßnahmen die Quote nachweislich senken, was bei No-Show-Gebühren rechtlich und steuerlich gilt und wie du in vier Wochen herausfindest, wie groß dein eigenes Problem ist.

Wie groß ist das No-Show-Problem in der Gastronomie wirklich?

No-Shows betreffen fast die gesamte Branche: In einer Umfrage des DEHOGA Nordrhein-Westfalen unter 250 Gastronomen und Hoteliers gaben 87 Prozent an, das Problem aus eigener Erfahrung zu kennen. 60 Prozent der Betroffenen beziffern den Schaden auf bis zu fünf Prozent des Jahresumsatzes, rund 40 Prozent sogar auf mehr (Quelle: HOGAPAGE, Dezember 2025). DEHOGA-NRW-Präsident Patrick Rothkopf bringt es auf den Punkt: No-Shows sind für die Branche keine Lappalie.

Ein No-Show ist dabei klar definiert: Ein Gast reserviert, erscheint aber ohne Absage nicht. Der Unterschied zur rechtzeitigen Stornierung ist entscheidend, denn bei einer Absage am Vortag kannst du den Tisch neu vergeben. Beim No-Show erfährst du es erst, wenn der Abend schon läuft und die Laufkundschaft, die du vorher abgewiesen hast, längst woanders sitzt.

Verstärkt hat sich das Problem mit der Online-Reservierung: Ein Klick genügt, und fürs Nichterscheinen gibt es keine spürbare Konsequenz. Manche Gäste reservieren parallel in zwei oder drei Restaurants und entscheiden spontan. Die Bequemlichkeit der einen wird zur Kalkulationslücke der anderen.

Wie weit die Verzweiflung inzwischen reicht, zeigt dieselbe Umfrage: Rund jeder zehnte Betrieb nimmt Gäste bereits vorab finanziell in die Pflicht, per Anzahlung oder hinterlegter Kreditkarte, und drei Prozent der Betroffenen nehmen überhaupt keine Reservierungen mehr an. Das ist die Notbremse, und sie kostet Planbarkeit. Besonders brutal trifft es die Feiertage: Der Gastwirt aus dem Eingangsbeispiel berichtete von zwei Gruppen mit je 16 Personen, die am zweiten Weihnachtsfeiertag schlicht nicht erschienen, in einem seit Wochen ausgebuchten Haus. 32 Plätze, höchster Bon des Jahres, null Umsatz.

Was kostet dich ein No-Show wirklich?

Ein No-Show kostet dich deutlich mehr als den entgangenen Bon, denn drei Kostenblöcke laufen weiter oder sind schon ausgegeben: das Personal, das du für die Reservierungslage eingeplant hast, die Ware, die dafür vorbereitet wurde, und die Gäste, die du wegen des reservierten Tisches abgewiesen hast. Der leere Tisch ist nur das sichtbare Ende der Rechnung.

Rechnen wir es an einem typischen Betrieb durch. Die Zahlen stammen aus unserer Beratungspraxis und sind bewusst konservativ angesetzt (Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis, 2024/2025):

PositionAnnahmeWirkung pro Monat
Reservierte Plätze Fr/Sa80 Plätze, im Schnitt 60 reserviert, 8 Abende480 reservierte Plätze
No-Show-Quote Wochenende10 Prozent bleiben ohne Absage leer48 Personen erscheinen nicht
Entgangener Umsatz45 Euro Durchschnittsbon pro Gast2.160 Euro
Nicht eingesparte KostenPersonal und Ware bereits disponiertder Verlust bleibt fast voll hängen
Aufs Jahr gerechnetohne Feiertage und Eventsüber 25.000 Euro

Und dieser Wert ist noch untertrieben, denn er ignoriert die Feiertage. An Weihnachten, Silvester oder Muttertag sind die Bons höher, die Vorbereitung teurer und die abgewiesenen Alternativen zahlreicher. Genau an diesen Tagen häufen sich erfahrungsgemäß auch die Gruppen-No-Shows, bei denen gleich 12 oder 16 Plätze auf einmal leer bleiben.

Ein Nebeneffekt, den kaum jemand einrechnet: Deinem Serviceteam fehlt bei leeren Tischen das Trinkgeld. In Zeiten, in denen jede Servicekraft zählt, ist das ein echter Bindungsfaktor, wie wir im Artikel darüber zeigen, wie du Mitarbeiter in der Gastronomie findest und hältst. No-Shows kosten dich also nicht nur Umsatz. Sie kosten dich auf Dauer auch Leute.

René Kaplick hat in über 5.600 Beratungen beobachtet, dass fast jeder Betrieb seinen Umsatz pro Abend kennt, aber kaum einer seine No-Show-Quote. Gemessen wird, was auf dem Bon steht, nicht, was fehlt. Dabei ist die Quote in zehn Minuten pro Woche erfasst, und sie ist die Grundlage für jede Entscheidung: Ein Betrieb mit zwei Prozent No-Shows braucht keine Anzahlung. Ein Betrieb mit zwölf Prozent kann sich keine Woche mehr ohne leisten.

Warum erscheinen reservierte Gäste einfach nicht?

Hinter No-Shows stecken fast immer vier Muster, und nur eines davon verdient Nachsicht: Vergesslichkeit, Mehrfachreservierung, fehlende Verbindlichkeit und echte Notfälle. Wer die Ursachen kennt, kann gezielt gegensteuern, statt pauschal alle Gäste unter Verdacht zu stellen.

  • Vergesslichkeit: Die Reservierung wurde vor zwei Wochen gemacht und ist schlicht aus dem Kopf. Gegenmittel: Erinnerung am Vortag.
  • Mehrfachreservierung: Zwei, drei Restaurants parallel gebucht, spontan entschieden, den Rest vergessen. Gegenmittel: Verbindlichkeit über Anzahlung oder Kartengarantie.
  • Fehlende Verbindlichkeit: Ein Klick zum Buchen, null Konsequenz beim Fernbleiben. Gegenmittel: klare Stornofristen, die bei der Buchung sichtbar sind.
  • Echte Notfälle: Krankheit, Panne, Familiendrama. Passiert, ist menschlich und bleibt bei jeder Regelung eine Kulanzfrage. Gegenmittel: keins nötig, dafür gibt es Verständnis.

Über allen vier Mustern liegt aber ein fünfter Faktor, und der ist deine stärkste Waffe: die Beziehung. Einem anonymen Buchungssystem sagt niemand ungern ab, dem Wirt, der einen beim Namen kennt, schon. Deshalb sinkt die No-Show-Quote messbar, wo Reservierungen persönlich bestätigt werden, wo der Gast beim zweiten Besuch wiedererkannt wird und wo die Absage keine Hürde ist, sondern ein kurzer Anruf bei einem Menschen. Technik senkt die Quote. Beziehung senkt sie dauerhaft. Die besten Betriebe kombinieren beides: digitale Erinnerung für die Masse, persönliche Note für die Stammgäste, aus deren Reihen praktisch nie ein No-Show kommt.

Welche Maßnahmen senken No-Shows nachweislich?

Die wirksamste Reihenfolge ist ein Stufenplan von sanft nach verbindlich: erst erinnern, dann Fristen setzen, dann absichern. Nicht jeder Betrieb braucht jede Stufe, aber jede Stufe braucht die davor, sonst wirkt sie wie Misstrauen statt wie Professionalität.

Stufe 1, die Erinnerung: 24 Stunden vor der Reservierung automatisch per E-Mail, SMS oder Messenger, mit einem Storno-Link, der mit einem Klick funktioniert. Das allein senkt die Quote nach Anbieterdaten und unserer Praxiserfahrung um grob ein Drittel, weil es Vergesslichkeit und schlechtes Gewissen gleichzeitig adressiert: Absagen wird so einfach wie Fernbleiben.

Stufe 2, die Stornofrist: Kommuniziere bei der Buchung, bis wann kostenlos storniert werden kann und wann der Tisch neu vergeben wird, zum Beispiel 15 Minuten nach der reservierten Zeit. Das ist keine Drohung, sondern eine Spielregel, und Gäste halten sich an Spielregeln, die sie kennen.

Stufe 3, die Absicherung: Für Stoßzeiten, Feiertage, Gruppen und Menüs mit hohem Wareneinsatz haben sich Anzahlung oder Kreditkartengarantie durchgesetzt. Die Wirkung ist belegt: Nach einer Auswertung von OpenTable sinken No-Shows bei abgesicherten Reservierungen um 50 Prozent (Quelle: Gastgewerbe-Magazin, Dezember 2025). Zur Ehrlichkeit gehört auch die Gegenseite: 24 Prozent der Gäste hinterlegen ihre Kartendaten meistens bereitwillig, 28 Prozent lehnen es grundsätzlich ab. Deshalb gilt: gezielt einsetzen, nicht flächendeckend.

Stufe 4, die Auffangnetze: Eine digitale Warteliste vergibt kurzfristig freiwerdende Plätze automatisch neu, und wiederholte No-Show-Gäste lassen sich in modernen Reservierungssystemen mit klaren Regeln für künftige Online-Buchungen sperren. Welche Systeme zu deinem Betrieb passen und wie du sie einführst, ohne dein Team zu überfordern, klären wir in unserer Beratung zur Digitalisierung in der Gastronomie.

Ein Blick in die eigene Branchenfamilie lohnt übrigens: Die Hotellerie hat genau dieses Problem vor Jahrzehnten gelöst. Kein Hotel der Welt hält ein Zimmer ohne Kreditkarte oder Garantie frei, und kein Gast empfindet das als Zumutung, weil es schlicht der Standard ist. Die Gastronomie ist gerade dabei, denselben Weg zu gehen, nur eben 20 Jahre später. Wer als Hotelier mit Restaurant beides betreibt, kennt die Absurdität aus dem eigenen Haus: Fürs Zimmer um 200 Euro gibt es eine Garantie, für den Zehnertisch mit 450 Euro Wareneinsatz nicht. Diese Lücke schließt du mit denselben Werkzeugen, die dein Beherbergungsbereich längst nutzt.

Praxis-Tipp. Von Überbuchung als Gegenstrategie raten wir ab. Was bei Airlines funktioniert, endet im Restaurant mit wartenden Gästen, die reserviert haben und keinen Tisch bekommen. Eine einzige solche Situation kostet dich mehr Bewertungssterne, als zehn No-Shows dich Umsatz kosten. Arbeite mit Warteliste statt mit Überbuchung.

No-Show-Gebühr: Was ist rechtlich und steuerlich erlaubt?

Eine bestätigte Reservierung ist rechtlich mehr als eine Unverbindlichkeit: Je nach Ausgestaltung kann daraus bei Nichterscheinen ein Anspruch auf Schadensersatz entstehen, etwa für den entgangenen Gewinn. In der Praxis hängt aber alles an der sauberen Gestaltung: Die Bedingungen müssen dem Gast vor der Buchung klar kommuniziert werden, die Höhe muss sich am tatsächlichen Schaden orientieren, und die Durchsetzung gegen unbekannte Anrufer ohne hinterlegte Zahlungsdaten ist faktisch aussichtslos. Deshalb setzt die Branche auf Anzahlung und Kartengarantie statt auf nachträgliche Rechnungen.

Ein Detail mit echtem Geldwert: Wird eine einbehaltene Zahlung als echter Schadensersatz eingeordnet, fällt darauf keine Umsatzsteuer an, denn es steht keine Leistung dahinter. Wie die Steuersätze in der Gastronomie seit Januar grundsätzlich laufen, liest du in unserer Bilanz zur Umsatzsteuer in der Gastronomie. Die Abgrenzung im Einzelfall, etwa bei pauschalen Gebühren oder teilweiser Einlösung, gehört allerdings zwingend zu einem zugelassenen Steuerberater.

Achtung. Formuliere Stornobedingungen, Gebühren und AGB nicht nach Gefühl und kopiere sie nicht vom Wettbewerber. Eine unwirksame Klausel ist im Streitfall wertlos und kann teurer werden als der No-Show selbst. Lass die konkrete Ausgestaltung von einem Rechtsanwalt prüfen und die steuerliche Behandlung von einem zugelassenen Steuerberater. Wir sind beides nicht, und dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Wie führst du Anzahlungen ein, ohne Gäste zu vergraulen?

Die Antwort liegt im Zuschnitt: Anzahlungen funktionieren, wenn sie erklärbar sind, und sie sind erklärbar, wenn sie dort greifen, wo der Schaden real ist. Niemand versteht eine Kartengarantie für den Zweiertisch am Dienstagmittag. Fast jeder versteht sie für den Zehnertisch an Heiligabend.

Drei Regeln aus der Praxis: Erstens, begrenze die Absicherung auf Stoßzeiten, Feiertage und Gruppen ab einer definierten Größe, zum Beispiel ab sechs Personen. Zweitens, kommuniziere freundlich und mit Begründung, etwa so: Damit wir kleinen Betrieben leere Tische ersparen, bitten wir bei Gruppen um eine Anzahlung, die vollständig mit der Rechnung verrechnet wird. Drittens, verrechne die Anzahlung immer sichtbar auf dem Bon, denn dann fühlt sie sich für den Gast nicht wie eine Gebühr an, sondern wie eine Vorauszahlung aufs Essen. Übliche Größenordnungen liegen bei 10 bis 25 Euro pro Person, je nach Konzept und Bonhöhe.

Und was, wenn es trotzdem passiert? Dann entscheidet die Nachfass-Kommunikation darüber, ob du einen Gast verlierst oder zurückgewinnst. Eine kurze, freundliche Nachricht am Folgetag wirkt Wunder: Schade, dass es gestern nicht geklappt hat, wir hätten euch gern bewirtet. Wenn ihr einen neuen Termin wollt, meldet euch. Kein Vorwurf, keine Rechnung im ersten Schritt. Wer sich entschuldigt, war meist ein echter Notfall und kommt wieder, oft mit schlechtem Gewissen und großem Bon. Wer nicht reagiert, wandert auf die Liste für verbindlichere Buchungsregeln. So trennst du Kulanzfälle von Wiederholungsfällen, ohne einen einzigen guten Gast zu verlieren.

Fallbeispiel: Restaurant an der Ostseeküste

Ein Restaurant mit 80 Plätzen und großer Terrasse an der Ostseeküste, stark saisonabhängig, kam mit einem klaren Befund in die Beratung: In der Hochsaison blieben an Wochenenden regelmäßig 12 bis 18 reservierte Plätze pro Abend leer, während Laufkundschaft an der Tür abgewiesen wurde. Eine No-Show-Quote wurde nie erfasst, Erinnerungen gab es nicht, reserviert wurde überwiegend telefonisch ohne Kontaktdaten-Erfassung. Die Maßnahmen: Umstellung auf ein Reservierungssystem mit automatischer Erinnerung und Ein-Klick-Storno, 15-Minuten-Regel bei der Buchung kommuniziert, Kartengarantie ausschließlich für Freitag- und Samstagabend sowie Gruppen ab sechs Personen. Ergebnis nach einer Saison: No-Show-Quote am Wochenende von rund 11 auf unter 4 Prozent, rechnerisch gut 1.800 Euro mehr Umsatz pro Monat in der Saison, keine messbare Buchungszurückhaltung.

Name und Ort wurden aus Datenschutzgründen anonymisiert. Der geschilderte Fall basiert auf einer echten Beratungssituation der Gastro Piraten.

Und vergiss die zweite Hälfte der Rechnung nicht: Jeder Gast, der kommt, ist wertvoller, wenn der Bon stimmt. Ein gut geführter Abend mit vollem Haus und aktivem Zusatzverkauf gleicht manchen No-Show aus, wie unser Leitfaden zum Thema Getränkeumsatz steigern zeigt. Verteidigung und Angriff gehören zusammen.

Wie misst du dein eigenes No-Show-Problem in vier Wochen?

Du brauchst kein neues System, um anzufangen, sondern nur eine Strichliste und vier Wochen Konsequenz. So gehst du vor:

  1. Erfasse vier Wochen lang jede Reservierung mit Personenzahl und markiere No-Shows und Kurzfrist-Stornos unter 24 Stunden getrennt.
  2. Berechne die Quote: nicht erschienene Personen geteilt durch reservierte Personen, getrennt nach Wochentag und Wochenende.
  3. Bewerte den Schaden: nicht erschienene Personen mal Durchschnittsbon, einmal pro Monat hochgerechnet.
  4. Wähle die passende Stufe: unter 5 Prozent Quote reichen Erinnerung und Stornofrist, darüber kommt die Absicherung für Stoßzeiten dazu.
  5. Miss nach 3 Monaten erneut und passe an. Was gemessen wird, wird besser.

Plane die Feiertage dabei als eigene Kategorie. Weihnachtsfeiern, Silvester, Valentinstag und Muttertag sind die Tage mit den höchsten Bons und gleichzeitig den härtesten No-Show-Folgen, weil kurzfristig kein Ersatz zu finden ist. Für diese Termine gilt die Absicherung ohne Ausnahme, unabhängig davon, wie niedrig deine Alltagsquote ist. Ein einziger geplatzter Sechzehnertisch an Heiligabend kostet dich mehr als die komplette Einrichtung eines Reservierungssystems.

Ergebnis. Realistisches Ziel mit dem kompletten Stufenplan ist eine No-Show-Quote unter 5 Prozent. Wer von 10 auf 4 Prozent kommt, holt sich bei 480 reservierten Wochenendplätzen im Monat und 45 Euro Durchschnittsbon rund 1.300 Euro Monatsumsatz zurück, ohne einen einzigen neuen Gast zu gewinnen.

Wenn du deine Zahlen auf dem Tisch hast und wissen willst, welche Stufe für deinen Betrieb die richtige ist, schauen wir da gern gemeinsam drauf, im Rahmen unserer Gastronomieberatung oder ganz unkompliziert: einfach Kontakt aufnehmen.

Über den Autor

René Kaplick hat Gastronomie nicht studiert. Er ist darin aufgewachsen. Mit zehn Jahren hat er das erste Bier gezapft, neben seinen Eltern, für echte Gäste. Was folgte: Kochausbildung, Stationen in der Sternegastronomie (u.a. First Floor Berlin, Michelin-Stern), Handelsfachwirt, über 5.600 beratene Betriebe im DACH-Raum seit 2010. Die Fragen, die er stellt, hat er selbst durchgelebt.

Mehr über René Kaplick und das Team der Gastro Piraten auf unserer Über-uns-Seite.

Wie viel Umsatz lässt du an leeren Tischen liegen?

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Häufige Fragen zu No-Shows in der Gastronomie

Was bedeutet No-Show in der Gastronomie?

Ein No-Show ist ein Gast, der einen Tisch reserviert, aber ohne vorherige Absage nicht erscheint. Der entscheidende Unterschied zur Stornierung: Bei einer rechtzeitigen Absage kann der Tisch neu vergeben werden, beim No-Show bleibt er leer, obwohl Personal und Ware dafür eingeplant wurden. Genau deshalb ist der No-Show die teuerste Form des Ausfalls.

Wie verbreitet sind No-Shows in Deutschland?

In einer DEHOGA-NRW-Umfrage unter 250 Gastronomen und Hoteliers vom Dezember 2025 gaben 87 Prozent an, No-Shows aus eigener Erfahrung zu kennen. 60 Prozent der Betroffenen beziffern den Schaden auf bis zu fünf Prozent des Jahresumsatzes, rund 40 Prozent auf mehr. Die Quote im Einzelbetrieb schwankt stark nach Lage, Konzept und Wochentag, weshalb die eigene Messung wichtiger ist als jeder Branchendurchschnitt.

Warum kommen reservierte Gäste einfach nicht?

Die vier häufigsten Gründe sind Vergesslichkeit, Mehrfachreservierungen in mehreren Restaurants gleichzeitig, fehlende Verbindlichkeit der Online-Buchung und echte Notfälle. Nur der letzte Grund ist unvermeidbar. Die ersten drei lassen sich mit Erinnerungen, klaren Stornofristen und Anzahlungen für Stoßzeiten wirksam bekämpfen.

Darf ich eine No-Show-Gebühr verlangen?

Grundsätzlich kann aus einer bestätigten Reservierung bei Nichterscheinen ein Schadensersatzanspruch entstehen, wenn die Bedingungen dem Gast vor der Buchung transparent kommuniziert wurden und die Höhe sich am realen Schaden orientiert. Praktisch durchsetzbar ist das fast nur mit hinterlegten Zahlungsdaten oder Anzahlung. Die konkrete Gestaltung von Klauseln und AGB gehört in die Hände eines Rechtsanwalts.

Wie hoch sollte eine Anzahlung für eine Reservierung sein?

Üblich sind 10 bis 25 Euro pro Person oder ein fester Betrag pro Tisch, abhängig von Konzept und durchschnittlicher Bonhöhe. Wichtig ist, dass die Anzahlung bei Erscheinen vollständig mit der Rechnung verrechnet wird und das für den Gast von Anfang an klar ist. Dann wirkt sie wie eine Vorauszahlung aufs Essen, nicht wie eine Strafgebühr. Bei größeren Gruppen hat sich zusätzlich die Menü-Vorauswahl bewährt: Wer sein Essen schon gewählt und angezahlt hat, erscheint fast immer, und deine Küche kann obendrein präziser disponieren.

Muss ich auf eine einbehaltene No-Show-Zahlung Umsatzsteuer abführen?

Wird die Zahlung als echter Schadensersatz eingeordnet, steht ihr keine Leistung gegenüber, und es fällt keine Umsatzsteuer an. Die Abgrenzung ist im Einzelfall aber anspruchsvoll, etwa bei Pauschalen oder wenn ein Teil der Gruppe erscheint. Kläre die Behandlung deshalb mit einem zugelassenen Steuerberater, bevor du ein Gebührenmodell einführst.

Welche Maßnahme senkt No-Shows am schnellsten?

Die automatische Erinnerung 24 Stunden vor der Reservierung mit einem Ein-Klick-Storno-Link. Sie kostet fast nichts, verärgert niemanden und senkt die Quote nach Anbieterdaten und Praxiserfahrung um grob ein Drittel, weil sie Vergesslichkeit direkt abstellt und Absagen so einfach macht wie Fernbleiben.

Vergraule ich Gäste mit einer Kreditkartengarantie?

Nicht, wenn du sie gezielt einsetzt. Nach Marktdaten hinterlegen 24 Prozent der Gäste ihre Kartendaten meist bereitwillig, 28 Prozent lehnen es grundsätzlich ab. Deshalb gilt: Absicherung nur für Stoßzeiten, Feiertage und Gruppen, freundlich begründet und mit sichtbarer Verrechnung auf der Rechnung. Für den Dienstagmittag braucht es keine Kartengarantie.

Was mache ich mit Gästen, die wiederholt nicht erscheinen?

Moderne Reservierungssysteme erlauben es, Wiederholungsfälle zu markieren und nach klaren Regeln für künftige Online-Buchungen zu sperren, zum Beispiel ab dem zweiten No-Show. Das ist kein Rachefeldzug, sondern Risikomanagement: Deine Tische sind ein knappes Gut, und wer sie zweimal hat verfallen lassen, bucht beim dritten Mal telefonisch mit persönlicher Bestätigung.

Ist Überbuchung eine sinnvolle Strategie gegen No-Shows?

Nein. Überbuchung verlagert das Risiko vom leeren Tisch auf den vollen: Erscheinen alle Gäste, stehen Menschen mit bestätigter Reservierung ohne Platz da, und genau diese Abende landen in den Online-Bewertungen. Eine digitale Warteliste erreicht denselben Effekt ohne das Risiko, weil frei werdende Plätze automatisch neu vergeben werden.

Wie berechne ich meinen Schaden durch No-Shows?

Erfasse vier Wochen lang alle Reservierungen und markiere nicht erschienene Personen. Multipliziere diese Zahl mit deinem Durchschnittsbon pro Gast, dann hast du den entgangenen Umsatz pro Monat. Da Personal und Ware bereits disponiert waren, bleibt dieser Verlust fast vollständig am Ergebnis hängen und gehört deshalb in jede ehrliche Monatsauswertung.

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