Getränkepauschale Hochzeit kalkulieren

Kategorie: Kalkulation | Lesezeit: ca. 14 Minuten

29 Euro pro Person, sechs Stunden, Getränke inklusive. So steht es in vielen Hochzeitsangeboten. Klingt solide, oder? Dann rechnen wir kurz nach: Ein Gast trinkt zum Empfang zwei Gläser Sekt, danach fünf Bier und zum Essen zwei Gläser Wein. Nach deinen Kartenpreisen wären das 38 bis 45 Euro. Bekommen hast du 29. Wenn von 80 Gästen nur 25 so trinken, hast du an diesem Abend mehrere hundert Euro verschenkt, bevor die erste Servicekraft bezahlt ist.

Dieser Artikel zeigt dir, wie du eine Getränkepauschale für die Hochzeit so kalkulierst, dass sie für das Brautpaar planbar bleibt und für dich profitabel wird: mit realistischen Trinkmengen pro Gast, einer vollständigen Beispielrechnung für 80 Personen und den Vertragsklauseln, die deine Marge schützen.

Was ist eine Getränkepauschale bei einer Hochzeit und warum wollen Brautpaare sie?

Eine Getränkepauschale ist ein fester Preis pro Gast, der ein klar definiertes Getränkesortiment über einen festgelegten Zeitraum abdeckt, unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch. Für das Brautpaar ist sie die einzige Möglichkeit, die Getränkekosten der Feier vorab exakt zu budgetieren. Eine Hochzeit ist für viele Paare die größte Einzelrechnung ihres Lebens, und offene Posten machen nervös.

Der Markt dafür ist groß und stabil: Laut Statistischem Bundesamt wurden 2025 in Deutschland 348.813 Ehen geschlossen, der Großteil davon zwischen Mai und September. Das ist genau die Zeit, in der Landgasthöfe, Hotels mit Veranstaltungssaal und Eventlocations ihre Säle füllen. Wer die Getränkepauschale für Hochzeiten sauber beherrscht, hat in dieser Saison einen planbaren, margenstarken Umsatzblock. Wer sie aus dem Bauch heraus anbietet, subventioniert fremde Feiern.

Die drei Kernelemente jeder Getränkepauschale 1. Sortiment: Welche Getränke sind enthalten, welche ausdrücklich nicht.2. Zeitraum: Ab wann läuft die Pauschale, wann endet sie, was kostet jede weitere angefangene Stunde.3. Personenkreis: Wie viele Erwachsene, wie werden Kinder und Jugendliche gezählt, bis wann darf nachgemeldet werden.

Fehlt eines dieser drei Elemente, ist die Pauschale keine Kalkulation, sondern eine Hoffnung.

Warum ist eine falsch kalkulierte Getränkepauschale so gefährlich?

Eine Getränkepauschale ohne definiertes Sortiment ist eine Wette gegen die eigene Kasse, und der Gast gewinnt diese Wette fast immer. Der Grund ist simpel: Bei einer Hochzeit fällt die natürliche Konsumbremse weg. Niemand schaut auf den Bon, es ist ja bezahlt. Genau deshalb liegt der Verbrauch auf Pauschalfeiern regelmäßig 20 bis 30 Prozent über dem einer vergleichbaren A-la-carte-Gesellschaft. Diese Mehrmenge muss deine Pauschale tragen können.

Die Open-Bar-Falle Fünf Bier zu je 0,4 Litern haben nach Karte einen Verkaufswert von rund 24 Euro. Eine Pauschale von 25 Euro ist damit allein durch das Bier eines einzigen trinkfreudigen Gastes aufgebraucht, bevor er ein Glas Sekt, einen Wein oder einen Longdrink angefasst hat. Sobald Spirituosen, Cocktails oder Flaschenweine in der Pauschale stecken, ist die Rechnung nicht mehr zu gewinnen. Deshalb gilt: Spirituosen und Cocktails gehören niemals in die Pauschale. Sie werden immer nach Verbrauch abgerechnet.

René Kaplick hat in über 5.600 Beratungen beobachtet, dass Betriebe mit undefinierten Hochzeitspauschalen ihre Getränke-Wareneinsatzquote an solchen Abenden regelmäßig auf 30 bis 35 Prozent treiben, während derselbe Betrieb im A-la-carte-Geschäft bei 20 bis 24 Prozent liegt. Der Unterschied ist keine Trinkfestigkeit der Gäste. Der Unterschied ist, dass vorher niemand gerechnet hat.

Wie kalkulierst du eine Getränkepauschale für die Hochzeit richtig?

Die Getränkepauschale wird vom Verkaufswert her kalkuliert, nicht vom Wareneinsatz: Du rechnest die realistischen Trinkmengen pro Gast mit deinen Kartenpreisen hoch und gewährst auf diese Summe höchstens einen kleinen Paketabschlag. Wer stattdessen vom Einkaufspreis aus mit einem Faktor multipliziert, landet fast immer zu tief, weil der Faktor die Mehrmenge der Pauschalsituation nicht kennt.

So gehst du in fünf Schritten vor:

  1. Sortiment festlegen. In die Pauschale gehören Bier vom Fass, offene Weine, alkoholfreie Getränke und Kaffee. Der Sektempfang wird als definierte Menge einkalkuliert. Spirituosen, Cocktails, Longdrinks und Flaschenweine bleiben draußen und laufen nach Verbrauch.
  2. Zeitraum festlegen. Üblich sind sechs Stunden ab Empfang. Jede weitere angefangene Stunde kostet einen festen Betrag pro anwesendem Gast.
  3. Trinkmengen pro Gast schätzen. Nutze die Richtwerte aus dem nächsten Abschnitt und gleiche sie mit den Kassendaten deiner letzten Feiern ab.
  4. Mengen mit Kartenpreisen multiplizieren. Das Ergebnis ist der rechnerische Verkaufswert pro Gast, die Basis deiner Pauschale.
  5. Paketabschlag und Gegenprobe. Maximal 5 bis 10 Prozent Abschlag auf den Verkaufswert. Danach prüfen: Bleibt die Getränke-Wareneinsatzquote auch in der Pauschale unter 25 Prozent? Wenn nicht, ist der Preis zu niedrig oder das Sortiment zu offen.

Wie du Deckungsbeiträge sauber rechnest und warum ein pauschaler Faktor dich täuscht, zeigen wir ausführlich im Artikel zur Deckungsbeitragskalkulation in der Gastronomie.

Tipp aus der PraxisWerte vor der nächsten Preisverhandlung die Kassendaten deiner letzten drei Feiern aus: Getränkeumsatz geteilt durch Gästezahl geteilt durch Stunden. Diese eine Zahl ersetzt jedes Bauchgefühl und ist dein stärkstes Argument, wenn ein Brautpaar den Preis drücken will.

Welche Trinkmengen pro Gast sind auf einer Hochzeit realistisch?

Über einen sechsstündigen Hochzeitsabend trinkt ein erwachsener Gast im Durchschnitt 1,3 Gläser Sekt, 1,5 bis 2 Biere, gut ein Glas Wein und rund einen halben Liter Alkoholfreies. Entscheidend ist das Wort Durchschnitt: Einzelne Gäste liegen weit darüber, Kinder und Fahrer weit darunter. Die Pauschale funktioniert nur als Mischkalkulation über die gesamte Gesellschaft.

GetränkMenge pro Gast (Ø, 6 Stunden)Hinweis
Sekt (Empfang)1,3 Gläser à 0,1 lNachschenken aktiv steuern
Bier vom Fass1,5 bis 2 × 0,4 lreine Biertrinker: 4 bis 6
Wein offen1,2 bis 1,5 Gläser à 0,2 lsteigt im Verlauf des Abends
Alkoholfrei und Wasser0,5 bis 0,7 lim Hochsommer deutlich mehr
Kaffee und Espresso0,5 bis 0,7 Tassenzum Dessert und nach Mitternacht

Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis, 2024/2025. Faustregel für die Grobplanung: In den ersten beiden Stunden rechnet man je ein Getränk pro Gast und Stunde, danach sinkt der Takt. Bei Sommerhochzeiten mit Tanz steigt der Bedarf an alkoholfreien Getränken um 15 bis 20 Prozent.

Was kostet eine Getränkepauschale für 80 Hochzeitsgäste? Die Beispielrechnung

Für 80 erwachsene Gäste, sechs Stunden und ein definiertes Sortiment aus Sektempfang, Fassbier, offenen Weinen, alkoholfreien Getränken und Kaffee liegt der rechnerische Verkaufswert bei rund 33 Euro brutto pro Gast, die Getränkepauschale nach Paketabschlag also bei 31 Euro. So kommt die Zahl zustande:

PositionRechnungWert je Gast
Sektempfang1,3 Glas × 4,50 €5,85 €
Bier vom Fass 0,4 l1,8 × 4,80 €8,64 €
Wein offen 0,2 l1,3 × 6,50 €8,45 €
Alkoholfrei 0,3 l2,0 × 3,90 €7,80 €
Kaffee, Espresso0,6 × 3,20 €1,92 €
Rechnerischer Verkaufswert 32,66 €
Pauschale nach Paketabschlag (ca. 5 %) 31,00 €

Alle Kartenpreise sind Beispielwerte brutto, setze deine eigenen ein. Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis, 2024/2025.

Jetzt die Gegenprobe über den Wareneinsatz: Für dieses Sortiment liegt der Einkauf bei rund 5,20 Euro pro Gast (Fassbier, offene Weine im Kanister oder in der Literflasche, Sekt im Einkauf unter 5 Euro je Flasche, Softdrinks, Kaffee). Bei 31 Euro brutto, also 26,05 Euro netto, ergibt das eine Wareneinsatzquote von rund 20 Prozent. Das ist gesund. Für die ganze Gesellschaft heißt das: 80 Gäste mal 31 Euro sind 2.480 Euro Getränkeumsatz, davon bleiben nach Wareneinsatz rund 1.670 Euro netto als Rohertrag für Personal, Fixkosten und Gewinn.

Woran du eine gesunde Pauschale erkennst Getränke-Wareneinsatzquote unter 25 Prozent, definiertes Sortiment, festes Zeitfenster mit Überziehungspreis, Spirituosen nach Verbrauch und eine Kinderregelung. Wenn alle fünf Punkte stehen, kann die Feier kommen.

Für Kinder und Jugendliche gilt eine eigene Staffel: Kinder bis 12 Jahre zahlen eine alkoholfreie Kinderpauschale von rund 40 Prozent des Erwachsenenpreises, Jugendliche von 13 bis 17 Jahren etwa 50 bis 60 Prozent. Wer Kinder voll berechnet, verliert die Buchung. Wer sie gar nicht regelt, verliert Geld.

Getränkepauschale oder Abrechnung nach Verbrauch: Was ist wirtschaftlich besser?

Die Abrechnung nach Verbrauch ist fast immer die margensicherste Variante, denn du bekommst exakt bezahlt, was getrunken wurde. Die Pauschale gewinnt nur dort, wo Planbarkeit im Einkauf und in der Personaldisposition den kleinen Margenverzicht überwiegt und wo die Gästestruktur gemischt ist. Drei Fragen entscheiden:

  • Wie ist die Gesellschaft zusammengesetzt? Viele Kinder, Senioren und Fahrer sprechen für die Pauschale, weil sie die Mischkalkulation tragen. Eine junge, trinkfeste Gesellschaft spricht klar für Abrechnung nach Verbrauch.
  • Wie gut kennst du deine Zahlen? Ohne Kassendaten aus vergleichbaren Feiern ist jede Pauschale ein Blindflug. Dann lieber nach Verbrauch abrechnen und Daten sammeln.
  • Was will das Brautpaar wirklich? Meist geht es um Budgetsicherheit, nicht um den letzten Euro. Das löst auch ein Hybridmodell.

Das Hybridmodell ist in unserer Beratungspraxis der häufigste Kompromiss: Pauschale für das Basissortiment (Bier, offene Weine, Alkoholfreies, Kaffee), alles andere nach Verbrauch. Das Brautpaar hat Planungssicherheit für 85 bis 90 Prozent des Getränkeaufkommens, du behältst die Marge auf allem, was teuer wird. Wie du das dazugehörige Essen bepreist, liest du in unserem Leitfaden Buffet kalkulieren. Und wenn die Feier nicht bei dir, sondern beim Brautpaar zu Hause oder in einer Location stattfindet, greift die Logik aus unserem Leitfaden Catering außer Haus.

Welche Fehler ruinieren die Marge bei der Getränkepauschale?

Die teuersten Fehler sind ein offenes Sortiment, ein fehlendes Zeitfenster und Spirituosen in der Pauschale, gefolgt von vergessenen Nebenposten wie Korkgeld und Sektempfang. Die sieben Klassiker im Einzelnen:

  • Kein definiertes Sortiment. Wer alles offen lässt, hat keine Kalkulationsbasis und keine Grenze im Service.
  • Spirituosen und Cocktails inklusive. Der sicherste Weg, aus einer Feier ein Verlustgeschäft zu machen.
  • Kein Zeitfenster und keine Überziehungsregel. Hochzeiten enden selten pünktlich, und ab Mitternacht arbeitet dein Team mit Zuschlägen weiter, während die Pauschale längst ausgeschöpft ist.
  • Sektempfang obendrauf geschenkt. 1,3 Gläser pro Gast sind bei 80 Gästen gut 100 Gläser. Das ist eine Kalkulationsposition, kein Werbegeschenk.
  • Kinder gar nicht oder voll gerechnet. Beides kostet: einmal Geld, einmal die Buchung.
  • Mitgebrachte Getränke ohne Korkgeld. Der Hochzeitswein vom Winzer des Vertrauens ersetzt deinen Umsatz und beschäftigt trotzdem dein Personal und dein Glas.
  • Pauschale vom Wareneinsatz statt vom Verkaufswert kalkuliert. Der Faktor kennt die Mehrmenge der Pauschalsituation nicht und liegt systematisch zu tief.
Richtwert Korkgeld 8 bis 15 Euro je 0,75-Liter-Flasche Wein oder Sekt sind in der Praxis durchsetzbar und decken Service, Glas, Spülen und den entgangenen Deckungsbeitrag zumindest teilweise. Wichtig: Korkgeld vor Vertragsschluss benennen, nicht auf der Rechnung überraschen. (Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis, 2024/2025)
Fallbeispiel: Landhotel mit Veranstaltungssaal im Salzburger LandAusgangssituation: rund 25 Hochzeiten pro Saison, Getränkepauschale 26 Euro pro Person, beworben als alles inklusive, ohne Zeitgrenze und ohne Sortimentsdefinition.Problem: Die Getränke-Wareneinsatzquote lag an Hochzeitsabenden bei 34 Prozent, im normalen Restaurantbetrieb bei 22 Prozent. Ab 23 Uhr liefen Longdrinks und Obstbrände auf die Pauschale, während das Team mit Nachtzuschlägen arbeitete.Maßnahme: Umstellung auf ein definiertes Sortiment mit sechs Stunden Laufzeit zu 33 Euro pro Person, Spirituosen und Cocktails nach Verbrauch, jede weitere angefangene Stunde 6,50 Euro pro anwesendem Gast, Kinderstaffel und Korkgeldregelung im Vertrag.Ergebnis: Wareneinsatzquote an Hochzeitsabenden bei 21 Prozent, Mehrerlös zwischen 900 und 1.100 Euro pro Feier mit 80 Gästen, keine einzige Absage wegen des neuen Modells. Zwei Brautpaare buchten gezielt wegen der transparenten Staffelung.Name und Ort wurden aus Datenschutzgründen anonymisiert. Der geschilderte Fall basiert auf einer echten Beratungssituation der Gastro Piraten.

Wie verhandelst du die Getränkepauschale mit dem Brautpaar, ohne Marge zu verlieren?

Verhandelt wird über Sortiment und Leistung, nie über den Preis pro Person nach unten. Wenn ein Brautpaar sagt, die Getränkepauschale sei zu teuer, ist die richtige Antwort keine Rabattrunde, sondern eine kleinere Staffel. Dafür brauchst du drei sauber kalkulierte Pakete:

  • Basis: Fassbier, offene Weine, alkoholfreie Getränke, Kaffee. Der Einstiegspreis, der deine Marge bereits vollständig trägt.
  • Komfort: Basis plus Sektempfang und ein Aperitif. Das Paket, das die meisten Paare wählen, weil es zwischen zwei Ankern liegt.
  • Premium: Komfort plus Winzersekt und ein Signature-Drink zum Empfang. Spirituosen bleiben auch hier nach Verbrauch.

Die mittlere Option wird erfahrungsgemäß am häufigsten gebucht, deshalb muss genau sie deine Zielmarge tragen. Und die Spirituosen nach Verbrauch sind kein Verzicht, sondern deine größte Umsatzchance des Abends: Ein Team, das Empfehlungen ausspricht, verkauft Digestifs und Longdrinks aktiv. Wie das trainierbar ist, zeigen wir im Artikel zum Upselling in der Gastronomie. Genau diese Angebotsarchitektur aus Staffeln, Kalkulationsbasis und Verhandlungslogik bauen wir übrigens in unserer Gastronomieberatung mit jedem Veranstaltungsbetrieb individuell auf.

Was gehört vertraglich in die Getränkepauschale?

In die schriftliche Vereinbarung gehören Sortiment, Zeitfenster, Personenzahl mit Nachmeldefrist, Kinderregelung, Überziehungspreis, Korkgeld und Anzahlung. Das ist keine Bürokratie, sondern der Unterschied zwischen einer klaren Abrechnung und einer Diskussion um zwei Uhr nachts. Die Checkliste:

  • Sortiment als abschließende Liste, inklusive des Satzes: Alle nicht aufgeführten Getränke werden nach Verbrauch berechnet.
  • Zeitfenster mit Uhrzeit von bis, plus Preis je weiterer angefangener Stunde pro anwesendem Gast, zum Beispiel 6 bis 7 Euro.
  • Garantierte Personenzahl mit Nachmeldefrist bis 7 Tage vor der Feier. Die garantierte Zahl wird berechnet, auch wenn weniger Gäste erscheinen.
  • Kinderstaffel mit Altersgrenzen und Preisen.
  • Korkgeld je Flasche, falls eigene Getränke mitgebracht werden dürfen.
  • Anzahlung von 30 bis 50 Prozent bei Buchung, Restzahlung nach vereinbarter Frist.

Lass die endgültigen Vertragsformulierungen von einem Rechtsanwalt prüfen, insbesondere Stornoklauseln und Anzahlungsregelungen. Das ist keine Aufgabe für Vorlagen aus dem Internet.

Welche Mehrwertsteuer gilt für die Getränkepauschale?

Getränke unterliegen dem vollen Umsatzsteuersatz von 19 Prozent, während Speisen seit dem 1. Januar 2026 dauerhaft mit 7 Prozent besteuert werden. Für die reine Getränkepauschale ist die Sache damit klar: 19 Prozent auf den gesamten Pauschalbetrag. Kompliziert wird es bei Kombipaketen, in denen Essen und Getränke zu einem Gesamtpreis verkauft werden. Dann muss der Preis auf beide Steuersätze aufgeteilt werden, und dafür existiert eine pauschale Vereinfachungsregel mit einem Getränkeanteil von 30 Prozent. Ob und wie sie auf dein Angebot anwendbar ist, klärst du mit einem zugelassenen Steuerberater, nicht mit uns und nicht mit einer Internetrecherche. Aktuelle Informationen zu den steuerlichen Rahmenbedingungen im Gastgewerbe veröffentlichen das Bundesministerium der Finanzen und der DEHOGA Bundesverband.

Praktische Konsequenz für deine Kalkulation: Weise Getränkepauschale und Speisenpauschale im Angebot getrennt aus. Das ist steuerlich sauber, für das Brautpaar transparent und erspart deiner Buchhaltung die Aufteilungsdiskussion.

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Über den AutorRené Kaplick hat Gastronomie nicht studiert. Er ist darin aufgewachsen. Mit zehn Jahren hat er das erste Bier gezapft, neben seinen Eltern, für echte Gäste. Was folgte: Kochausbildung, Stationen in der Sternegastronomie (u.a. First Floor Berlin, Michelin-Stern), Handelsfachwirt, über 5.600 beratene Betriebe im DACH-Raum seit 2010. Die Fragen, die er stellt, hat er selbst durchgelebt.

Mehr über René Kaplick und das Team der Gastro Piraten findest du auf unserer Über-uns-Seite.

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Häufige Fragen zur Getränkepauschale bei Hochzeiten

Was kostet eine Getränkepauschale pro Person auf einer Hochzeit?
Der Preis ergibt sich aus dem rechnerischen Verkaufswert der enthaltenen Getränke, nicht aus einem Marktvergleich. Für ein definiertes Sortiment aus Sektempfang, Fassbier, offenen Weinen, Alkoholfreiem und Kaffee über sechs Stunden liegt der Verkaufswert nach durchschnittlichen Kartenpreisen bei rund 33 Euro brutto pro Gast, die Pauschale nach kleinem Paketabschlag bei etwa 31 Euro. Betriebe mit höheren Kartenpreisen liegen entsprechend darüber. Eine Pauschale deutlich unter 30 Euro ist bei diesem Sortiment nur tragfähig, wenn die eigenen Kartenpreise sehr niedrig sind.
Wie viele Getränke trinkt ein Gast auf einer Hochzeit?
Über einen sechsstündigen Hochzeitsabend trinkt ein erwachsener Gast im Durchschnitt 1,3 Gläser Sekt, 1,5 bis 2 Biere zu 0,4 Litern, 1,2 bis 1,5 Gläser Wein und 0,5 bis 0,7 Liter alkoholfreie Getränke, dazu etwa eine halbe Tasse Kaffee. Die Faustregel: in den ersten beiden Stunden je ein Getränk pro Stunde, danach sinkend. Reine Biertrinker kommen auf 4 bis 6 Biere, im Hochsommer steigt der Bedarf an Alkoholfreiem um 15 bis 20 Prozent. (Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis, 2024/2025)
Welche Getränke gehören in eine Hochzeits-Getränkepauschale?
In die Pauschale gehören Fassbier, offene Weine, alkoholfreie Getränke, Wasser und Kaffee, dazu ein klar definierter Sektempfang. Nicht in die Pauschale gehören Spirituosen, Cocktails, Longdrinks und Flaschenweine, diese werden immer nach Verbrauch abgerechnet. Entscheidend ist die abschließende Formulierung im Vertrag: Alle nicht aufgeführten Getränke werden nach Verbrauch berechnet.
Warum sollten Spirituosen nie in der Pauschale enthalten sein?
Weil sie die Mischkalkulation sprengen. Fünf Bier haben bereits einen Verkaufswert von rund 24 Euro, und sobald ab 23 Uhr Longdrinks und Obstbrände auf die Pauschale laufen, steigt die Wareneinsatzquote schnell über 30 Prozent, während sie im gesunden Bereich unter 25 Prozent liegen sollte. Nach Verbrauch abgerechnete Spirituosen sind außerdem die größte Umsatzchance des Abends, wenn das Serviceteam aktiv empfiehlt.
Wie rechne ich Kinder und Jugendliche in der Getränkepauschale ab?
Kinder bis 12 Jahre zahlen eine alkoholfreie Kinderpauschale von rund 40 Prozent des Erwachsenenpreises, Jugendliche von 13 bis 17 Jahren etwa 50 bis 60 Prozent. Bei einer Erwachsenenpauschale von 31 Euro sind das rund 12 Euro für Kinder und 16 bis 19 Euro für Jugendliche. Die Altersgrenzen und Preise gehören ausdrücklich in den Vertrag, sonst wird am Feierabend diskutiert.
Was passiert, wenn die Feier länger dauert als vereinbart?
Dann greift die Überziehungsregel: Jede weitere angefangene Stunde kostet einen festen Betrag pro anwesendem Gast, in der Praxis 6 bis 7 Euro. Ohne diese Regel läuft die Pauschale unbegrenzt weiter, während dein Team ab Mitternacht mit Nachtzuschlägen arbeitet. Die Überziehungsstunde muss im Vertrag stehen und dem Brautpaar vor der Feier bekannt sein, dann ist sie auch kein Streitpunkt.
Was ist Korkgeld und wie hoch sollte es sein?
Korkgeld ist die Gebühr dafür, dass Gäste mitgebrachte Getränke, meist Wein oder Sekt, im Betrieb konsumieren dürfen. Es deckt Service, Gläser, Spülen und einen Teil des entgangenen Deckungsbeitrags. In der Praxis durchsetzbar sind 8 bis 15 Euro je 0,75-Liter-Flasche. Wichtig ist, das Korkgeld vor Vertragsschluss zu benennen und nicht erst auf der Endabrechnung. (Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis, 2024/2025)
Wann lohnt sich Abrechnung nach Verbrauch statt einer Pauschale?
Nach Verbrauch abzurechnen lohnt sich bei jungen, trinkfesten Gesellschaften, bei unbekannter Gästestruktur und immer dann, wenn keine Kassendaten aus vergleichbaren Feiern vorliegen. Die Pauschale funktioniert bei gemischten Gesellschaften mit Kindern, Senioren und Fahrern, weil dort die Mischkalkulation trägt. Der häufigste Kompromiss ist das Hybridmodell: Pauschale für Bier, offene Weine, Alkoholfreies und Kaffee, alles andere nach Verbrauch.
Wie kalkuliere ich den Sektempfang in die Pauschale ein?
Der Sektempfang wird als eigene Position mit 1,3 Gläsern zu 0,1 Litern pro Gast angesetzt, das entspricht bei einem Glaspreis von 4,50 Euro einem Verkaufswert von 5,85 Euro pro Person. Bei 80 Gästen sind das gut 100 Gläser, also 14 bis 16 Flaschen. Wer den Empfang als Geschenk obendrauf legt, verschenkt bei dieser Größenordnung einen dreistelligen Betrag pro Feier. Nachschenken sollte der Service aktiv steuern statt Flaschen auf den Stehtischen zu verteilen.
Welche Mehrwertsteuer gilt für Getränkepauschalen?
Auf die reine Getränkepauschale fallen 19 Prozent Umsatzsteuer an, während Speisen seit dem 1. Januar 2026 dauerhaft mit 7 Prozent besteuert werden. Bei Kombipaketen aus Essen und Getränken zu einem Gesamtpreis muss der Betrag auf beide Steuersätze aufgeteilt werden, wofür eine pauschale Vereinfachungsregel mit 30 Prozent Getränkeanteil existiert. Die konkrete Anwendung auf dein Angebot klärst du mit einem zugelassenen Steuerberater.
Wie viel muss ich als Gastronom für eine Getränkepauschale bei 100 Personen verlangen?
Bei 100 erwachsenen Gästen, sechs Stunden und dem Standardsortiment aus Sektempfang, Fassbier, offenen Weinen, Alkoholfreiem und Kaffee liegt der rechnerische Verkaufswert nach durchschnittlichen Kartenpreisen bei rund 33 Euro pro Person, die Pauschale also bei etwa 31 Euro. Das ergibt rund 3.100 Euro Getränkeumsatz, bei gesunder Wareneinsatzquote von etwa 20 Prozent bleiben davon gut 2.080 Euro netto Rohertrag. Rechne immer mit deinen eigenen Kartenpreisen, nicht mit fremden Durchschnittswerten.
Muss ich eine Anzahlung für die Getränkepauschale verlangen?
Ja, eine Anzahlung von 30 bis 50 Prozent bei Buchung ist bei Hochzeiten Standard und schützt dich vor Stornokosten, denn ein blockierter Samstag in der Hochsaison ist kaum nachzuvermarkten. Die Restzahlung wird nach einer vereinbarten Frist fällig, die garantierte Personenzahl mit Nachmeldefrist bis 7 Tage vor der Feier bildet die Abrechnungsbasis. Stornoklauseln und Anzahlungsregelungen solltest du von einem Rechtsanwalt prüfen lassen.

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