Kategorie: Kalkulation | Lesezeit: ca. 15 Minuten
Ein Partyservice aus dem Ruhrgebiet gewinnt einen Auftrag über 120 Personen, Firmenjubiläum, Samstagabend. Angebotspreis 42 Euro pro Kopf, alles inklusive. Die Kalkulation stand in zehn Minuten: Wareneinsatz mal drei, fertig. Zwei Wochen später sitzt derselbe Betrieb über der BWA und versteht die Welt nicht mehr. Voll ausgelastet, sauberer Umsatz, und trotzdem bleibt fast nichts hängen.
Der Grund steht nicht in der Speisenkalkulation. Er steht in allem, was zwischen der eigenen Küche und dem fremden Veranstaltungsort passiert: Transport, Aufbau, Fahrzeit, Rücktransport, Spülen um Mitternacht. Genau diese Blöcke rechnet fast niemand sauber. Und genau daran verdient beim Catering außer Haus am Ende einer nichts, der Gastronom.
Dieser Artikel rechnet die vier versteckten Kostenblöcke des Außer-Haus-Caterings durch, zeigt die vollständige Kalkulation an einem 100-Personen-Beispiel und die Verträge, die dich vor dem Nullsummen-Event schützen.
Warum wird Catering außer Haus anders kalkuliert als das Geschäft im Haus?
Weil beim Catering außer Haus vier Kostenblöcke dazukommen, die im eigenen Haus längst bezahlt sind: Transport, die Fahrzeit des Personals, mobiles Equipment und ein Risikopuffer für alles, was auf fremdem Gelände schiefgehen kann. Im Restaurant sind Gastraum, Küche, Spülstraße und Grundausstattung Fixkosten, die dein normaler Betrieb trägt. Beim Auswärtstermin baust du das alles noch einmal auf, an einem Ort, den du nicht kontrollierst.
Das ist der entscheidende Denkfehler hinter dem Mal-drei-Reflex. Der Kalkulationsfaktor, der im Haus funktioniert, unterstellt eine Infrastruktur, die außer Haus schlicht nicht existiert. Wer sein Catering mit dem Restaurantfaktor bepreist, verkauft die Logistik gratis mit.
| Der Mal-drei-Reflex Wareneinsatz mal drei ergibt im Haus vielleicht eine tragfähige Marge. Außer Haus deckt derselbe Faktor die Ware und einen Teil der Küche, aber weder die Fahrzeit von fünf Servicekräften noch die Thermotransport-Logistik noch das Risiko, dass am Veranstaltungsort der Strom für die Chafing Dishes fehlt. Das Ergebnis ist ein voller Kalender bei leerem Konto. |
Die vier versteckten Kostenblöcke beim Catering außer Haus
Die vier Blöcke, die deine Außer-Haus-Kalkulation tragen muss, sind Personal inklusive Fahrzeit, Transport und Logistik, mobiles Equipment und ein Risikopuffer. Jeder einzelne davon fehlt in der klassischen Speisenkalkulation, und zusammen machen sie beim Catering schnell 30 bis 45 Prozent des Verkaufspreises aus.
| Kostenblock | Was dazugehört | Richtwert (× Verkaufspreis) |
| Personal inkl. Fahrzeit | Aufbau, Service, Abbau, Hin- und Rückfahrt, Spülen | 18 bis 28 % |
| Transport und Logistik | Fahrzeug, Sprit, Thermotransport, be- und entladen | 4 bis 8 % |
| Mobiles Equipment | Chafing Dishes, Kühlung, Geschirr, Zelt, Abschreibung | 3 bis 6 % |
| Risikopuffer | Ausfall, Wetter, Nachschlag, Bruch, Fehlmengen | 3 bis 5 % |
Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis, 2024/2025. Die Spannen hängen stark von Entfernung, Eventdauer und Selbstversorgungsgrad des Veranstaltungsorts ab. Eine Location mit eigener Küche und Spülmöglichkeit senkt Block drei und vier deutlich, ein Zelt auf der grünen Wiese treibt sie nach oben.
Personal: Warum die Fahrzeit deine Kalkulation frisst
Fahrzeit zum Veranstaltungsort ist bezahlte Arbeitszeit, und sie verdoppelt bei kurzen Events schnell die Personalstunden, die du eigentlich verkaufst. Ein dreistündiges Abendessen sieht auf dem Angebot nach drei Stunden Service aus. In der Realität sind es pro Servicekraft sieben bis acht bezahlte Stunden: beladen, hinfahren, aufbauen, servieren, abbauen, zurückfahren, ausladen, spülen.
Rechne das an einem Beispiel durch. Fünf Servicekräfte, ein Event von drei Stunden, 45 Minuten Anfahrt pro Weg. Verkaufte Servicezeit: 15 Personenstunden. Tatsächlich zu bezahlende Zeit: rund 37 Personenstunden. Wer nur die 15 Stunden einpreist, verschenkt 22 Stunden Lohn plus Arbeitgeberanteil pro Event.
In den über 5.600 Betrieben, die René Kaplick seit 2010 begleitet hat, wiederholt sich beim Außer-Haus-Catering derselbe Fehler: Die Fahrzeit steht in keiner Kalkulation, weil sie in keiner Rechnung an den Kunden auftaucht. Bezahlen muss der Betrieb sie trotzdem, jeden einzelnen Kilometer.
Dass Wege- und Fahrzeit zu einem auswärtigen Einsatzort in aller Regel vergütungspflichtige Arbeitszeit ist, hat auch lohnrechtlich Gewicht, gerade seit der jüngsten Mindestlohnstufe. Wie sich das auf deine Personalkosten auswirkt, zeigen wir im Artikel zum Mindestlohn 2026 in der Gastronomie. Die arbeitsrechtliche Ausgestaltung im Einzelfall, etwa zu Pauschalen oder Zuschlägen, gehört in die Hände eines Rechtsanwalts für Arbeitsrecht, nicht in eine Blogvorlage.
| Tipp aus der Praxis Kalkuliere Personal nicht in Servicestunden, sondern in Einsatzstunden von der Abfahrt bis zur Rückkehr. Leg pro Event einen Stundenzettel an, der beim Beladen beginnt und beim letzten gespülten Blech endet. Diese eine Zahl, geteilt durch die Gästezahl, sagt dir sofort, ob dein Catering-Preis die Realität abbildet oder ein Wunsch ist. |
Equipment und Kühlkette: Was der Transport wirklich kostet
Der Transportblock kostet dich zweimal: einmal für Fahrzeug und Sprit, einmal für das Equipment, das Speisen sicher warm oder kalt an den Ort bringt und dort hält. Thermoboxen, Chafing Dishes mit Brennpaste, mobile Kühlung, Transportgeschirr und im Zweifel ein Zelt sind keine Einmalanschaffung, sondern eine laufende Position: Sie verschleißen, gehen zu Bruch und müssen anteilig auf jedes Event umgelegt werden.
Der teuerste Fehler in diesem Block ist unsichtbar, bis er passiert: die unterbrochene Kühlkette. Kalte Speisen müssen durchgehend gekühlt bleiben, warme Speisen über 65 Grad, und zwar vom Verlassen der Küche bis zur Ausgabe. Die Einhaltung der Kühlkette und ein sauberes HACCP-Konzept auch außer Haus sind Betreiberpflicht, keine Kür. Ein einziger Fall verdorbener Ware auf einer Feier kostet dich nicht die Warenmenge, sondern den Ruf und im schlimmsten Fall die Konzession.
Für die Kalkulation heißt das: Equipment-Abschreibung, Reinigung und ein realistischer Bruchansatz gehören als eigene Position in jedes Angebot. Wer das Equipment als bereits bezahlt betrachtet, weil es ja im Lager steht, rechnet sich die Marge schön.
| Kurz-Check Außer-Haus-Ausstattung Thermotransport für warm und kalt getrennt, geeichte Kerntemperatur-Messung, Chafing Dishes mit ausreichend Brennpaste plus Reserve, mobile Kühlung mit Pufferzeit, Transportgeschirr bruchsicher gestapelt, Ersatz für Strom vor Ort. Fehlt ein Punkt, ist es kein Sparen, sondern ein offenes Risiko. |
Wie die Location deine Kalkulation verändert
Der Selbstversorgungsgrad des Veranstaltungsorts entscheidet über zwei deiner vier Kostenblöcke, und die Spanne dazwischen kann den Preis pro Gast um 8 bis 12 Euro bewegen. Eine Location mit eigener Küche, Strom, Wasser und Spülmöglichkeit senkt Equipment und Personal spürbar. Eine Wiese ohne Anschluss zwingt dich, ein komplettes mobiles Restaurant mitzubringen, inklusive Stromaggregat, Wassertank und Zelt.
Deshalb gehört vor jedes Angebot eine Location-Prüfung, am besten mit eigenen Augen, nicht nach Zuruf des Kunden. Drei Fragen entscheiden über den Aufschlag:
- Gibt es eine nutzbare Küche oder zumindest Strom und Wasser vor Ort? Wenn nein, steigen Equipment- und Transportblock deutlich.
- Wie weit ist der Weg vom Fahrzeug zur Ausgabe? 50 Meter Tragestrecke über Kies kosten reale Personalzeit, die niemand einplant.
- Wer spült, und wo? Ohne Spülmöglichkeit fährt schmutziges Geschirr zurück und bindet am Folgetag Personal im Haus.
Für die Kalkulation heißt das: Leg zwei Location-Kategorien an. Vollausgestattet, mit Abschlag auf Equipment und Personal. Und Selbstversorger, mit klarem Aufschlag. Wer beide Fälle zum selben Preis anbietet, verschenkt bei jeder schwierigen Location Geld und verliert die einfachen an günstigere Mitbewerber, die dort sauberer rechnen.
Was kostet Catering außer Haus für 100 Personen? Die vollständige Kalkulation
Für ein Menü außer Haus mit Service für 100 Gäste, drei Stunden vor Ort und rund 45 Minuten Anfahrt liegen die realistischen Selbstkosten bei rund 41 Euro pro Gast, der Verkaufspreis mit tragfähiger Marge also bei etwa 62 Euro netto. Der naive Mal-drei-Ansatz auf einen Wareneinsatz von 14 Euro hätte 42 Euro ergeben, ein Preis, der die Selbstkosten nicht einmal deckt. So sieht die ehrliche Rechnung aus:
| Position | Grundlage | Wert je Gast |
| Wareneinsatz | Menü, kalkuliert | 14,00 € |
| Personal inkl. Fahrzeit | 37 Personenstunden ÷ 100 Gäste | 13,50 € |
| Transport und Logistik | Fahrzeug, Sprit, Thermotransport | 4,20 € |
| Mobiles Equipment | Abschreibung, Reinigung, Bruch | 3,10 € |
| Risikopuffer | Ausfall, Nachschlag, Wetter | 2,20 € |
| Fixkostenanteil | Küche, Verwaltung, Angebotserstellung | 4,00 € |
| Selbstkosten je Gast | 41,00 € | |
| Verkaufspreis netto (Ziel-Marge) | Selbstkosten + ca. 34 % Gewinnaufschlag | 62,00 € |
Alle Werte sind Beispielzahlen, setze deine eigenen ein. Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis, 2024/2025.
Der Unterschied zwischen 42 Euro Bauchpreis und 62 Euro kalkuliertem Preis sind bei 100 Gästen 2.000 Euro pro Event. Das ist nicht der Gewinn, das ist die Lücke zwischen Verlust und Verdienst. Wer diese Kette einmal sauber aufgesetzt hat, kalkuliert jedes weitere Angebot in Minuten. Wie du den Deckungsbeitrag pro Gericht sauber ermittelst, statt mit einem pauschalen Faktor zu arbeiten, liest du in unserem Leitfaden zur Deckungsbeitragskalkulation in der Gastronomie. Und wenn Getränke ins Spiel kommen, etwa bei einer Hochzeit außer Haus, greift die eigene Logik der Getränkepauschale für Hochzeiten.
| Fallbeispiel: Partyservice im Rheinland Ausgangssituation: etablierter Partyservice, rund 90 Außer-Haus-Events pro Jahr, Pauschalpreise zwischen 38 und 45 Euro pro Kopf, kalkuliert nach Wareneinsatz mal drei.Problem: Die BWA zeigte solide Umsätze bei einer Umsatzrendite von unter zwei Prozent. Die Auswertung von acht Events ergab, dass die Fahrzeit von durchschnittlich fünf Servicekräften nie eingepreist war. Pro Event fehlten zwischen 400 und 700 Euro allein an nicht kalkulierten Personalstunden.Maßnahme: Umstellung von Pauschal- auf Kostenblock-Kalkulation. Personal in Einsatzstunden von Abfahrt bis Rückkehr, Transport und Equipment als eigene Positionen, Risikopuffer von vier Prozent, Mindestbestellwert je Event eingeführt.Ergebnis: Durchschnittspreis pro Kopf auf 58 Euro angehoben, drei besonders unwirtschaftliche Kleinaufträge bewusst abgelehnt. Umsatzrendite nach einer Saison bei rund neun Prozent, bei leicht geringerer Eventzahl und deutlich weniger Stress im Team.Name und Ort wurden aus Datenschutzgründen anonymisiert. Der geschilderte Fall basiert auf einer echten Beratungssituation der Gastro Piraten. |
Welche Mehrwertsteuer gilt für Catering außer Haus?
Catering mit Serviceleistung wird umsatzsteuerlich in der Regel als sonstige Leistung mit 19 Prozent behandelt, während die reine Lieferung von Speisen ohne weitere Leistungen unter 7 Prozent fallen kann. Die Einordnung entscheidet über den Satz, und sie hängt am konkreten Leistungsbild: Sobald du Personal stellst, aufbaust, servierst, Geschirr bereitstellst und wieder abräumst, überwiegen die Dienstleistungselemente. Reichst du nur abholfertige Platten, sieht die Sache anders aus.
Genau an dieser Grenze wird es für jeden Betrieb individuell, und seit Speisen im Haus zum 1. Januar 2026 dauerhaft mit 7 Prozent besteuert werden, ist die saubere Abgrenzung wichtiger denn je. Kläre die Einordnung deines konkreten Angebots mit einem zugelassenen Steuerberater, nicht mit einer Faustregel aus dem Netz. Aktuelle Hinweise zu den steuerlichen Rahmenbedingungen im Gastgewerbe geben das Bundesministerium der Finanzen und der DEHOGA Bundesverband.
Wie sicherst du dich gegen Ausfall und Storno ab?
Gegen Ausfall schützen dich vier Bausteine im Vertrag: eine garantierte Personenzahl, eine Anzahlung, eine gestaffelte Stornoregelung und bei Außenevents eine Schlechtwetter-Klausel. Ein blockierter Samstag in der Saison lässt sich kaum nachverkaufen, deshalb muss das Ausfallrisiko finanziell dort landen, wo es entsteht, beim Besteller.
- Garantierte Personenzahl mit Nachmeldefrist bis 7 Tage vor dem Event. Die garantierte Zahl wird berechnet, auch wenn weniger Gäste erscheinen.
- Anzahlung von 30 bis 50 Prozent bei Auftragsbestätigung, Restzahlung nach vereinbarter Frist.
- Stornostaffel: je näher am Termin, desto höher der einbehaltene Anteil, weil Ware und Personal längst disponiert sind.
- Schlechtwetter- und Locationklausel bei Außenevents, die regelt, wer Zelt, Verlegung oder Absage trägt.
Die konkreten Formulierungen, besonders bei Storno- und Anzahlungsklauseln, gehören vor die Augen eines Rechtsanwalts. Eine unwirksame Klausel ist im Streitfall wertlos, egal wie gut sie gemeint war.
Wann lohnt sich Catering außer Haus überhaupt?
Catering außer Haus lohnt sich, wenn es Auslastungslücken deines Kernbetriebs füllt, ein Mindestvolumen erreicht und nach Kostenblöcken statt nach Bauchgefühl kalkuliert ist. Es lohnt sich nicht als Gefälligkeit für den Stammgast, dessen 20-Personen-Feier dir einen halben Betriebstag kostet und kaum Deckungsbeitrag bringt.
Drei Bedingungen entscheiden. Erstens ein Mindestbestellwert, unter dem du grundsätzlich ablehnst, weil Fahrzeit und Aufbau unabhängig von der Gästezahl anfallen. Zweitens eine ehrliche Prüfung, ob das Event dein Kerngeschäft schwächt: Wer am Samstagabend das halbe Team zum Catering schickt, darf das eigene Restaurant nicht gegen die Wand fahren. Drittens die Kalkulation nach Kostenblöcken, ohne die jeder Auftrag ein Blindflug bleibt.
| Woran du ein lohnendes Catering erkennst Der Mindestbestellwert ist erreicht, alle vier Kostenblöcke sind eingepreist, das Kerngeschäft leidet nicht, und nach Selbstkosten bleibt ein Gewinnaufschlag von mindestens 30 Prozent. Stimmen diese vier Punkte, sag zu. Fehlt einer, verhandle nach oder sag ab. |
Diese Angebots- und Kalkulationslogik bauen wir in unserer Gastronomieberatung mit jedem Catering-Betrieb individuell auf, von der Kostenblock-Vorlage bis zum Mindestbestellwert. Und weil Fahrzeit und Zuschläge schnell zur Lohnfalle werden, richten wir auf Wunsch die passende Lohnbuchhaltung für die Gastronomie gleich mit sauber ein.
Der Markt trägt das: Allein die privaten Feiern liefern konstante Nachfrage, 2025 wurden laut Statistischem Bundesamt348.813 Ehen geschlossen, dazu kommen Firmenevents, Jubiläen und Tagungen. Wer außer Haus sauber kalkuliert, hat einen planbaren Zusatzumsatz mit hoher Marge. Wer es aus dem Bauch macht, arbeitet für andere.
| Über den Autor René Kaplick hat Gastronomie nicht studiert. Er ist darin aufgewachsen. Mit zehn Jahren hat er das erste Bier gezapft, neben seinen Eltern, für echte Gäste. Was folgte: Kochausbildung, Stationen in der Sternegastronomie (u.a. First Floor Berlin, Michelin-Stern), Handelsfachwirt, über 5.600 beratene Betriebe im DACH-Raum seit 2010. Die Fragen, die er stellt, hat er selbst durchgelebt. |
Mehr über René Kaplick und das Team der Gastro Piraten findest du auf unserer Über-uns-Seite.
| Dein Catering soll Gäste satt machen und dich nicht ärmer? Wir setzen deine Kostenblock-Kalkulation, Mindestbestellwerte und Verträge einmal komplett auf, mit deinen Zahlen. Jetzt kostenloses Erstgespräch buchen und das nächste Event mit klarer Marge annehmen. |
Du willst solche Rechnungen regelmäßig live mit uns durchgehen? Dann melde dich hier für die Hospitality Business School an, unser wöchentliches Online-Format für Gastronomen im DACH-Raum, montags von 10 bis 11 Uhr.
Häufige Fragen zum Catering außer Haus
| Was kostet Catering außer Haus pro Person? |
| Der Preis ergibt sich aus vier Kostenblöcken plus Ware und Fixkostenanteil, nicht aus einem Marktvergleich. Für ein Menü mit Service, drei Stunden vor Ort und mittlerer Anfahrt liegen die Selbstkosten realistisch bei rund 41 Euro pro Gast, der Verkaufspreis mit tragfähiger Marge bei etwa 62 Euro netto. Reines Fingerfood ohne Service liegt darunter, ein mehrgängiges Menü mit Küchencrew vor Ort deutlich darüber. Entscheidend sind deine eigenen Zahlen, nicht fremde Durchschnitte. (Quelle: Gastro Piraten Beratungspraxis, 2024/2025) |
| Warum reicht Wareneinsatz mal drei beim Catering nicht? |
| Weil der Mal-drei-Faktor eine Infrastruktur unterstellt, die außer Haus nicht existiert. Im Restaurant sind Küche, Gastraum und Spülstraße Fixkosten, die dein Tagesgeschäft trägt. Außer Haus baust du all das neu auf und bezahlst zusätzlich Fahrzeit, Transport, mobiles Equipment und einen Risikopuffer. Diese vier Blöcke machen zusammen 30 bis 45 Prozent des Verkaufspreises aus und fehlen im Mal-drei-Ansatz komplett. |
| Muss ich die Fahrzeit meiner Servicekräfte bezahlen? |
| Wege- und Fahrzeit zu einem auswärtigen Einsatzort ist in aller Regel vergütungspflichtige Arbeitszeit. Ein dreistündiges Event bedeutet pro Servicekraft schnell sieben bis acht bezahlte Stunden, weil Beladen, Anfahrt, Aufbau, Abbau, Rückfahrt und Spülen dazugehören. Wer nur die reine Servicezeit einpreist, verschenkt pro Event einen erheblichen Lohnbetrag. Die arbeitsrechtliche Ausgestaltung im Einzelfall klärst du mit einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht. |
| Wie kalkuliere ich das Personal beim Catering außer Haus richtig? |
| Kalkuliere Personal in Einsatzstunden von der Abfahrt bis zur Rückkehr, nicht in Servicestunden vor Ort. Führe pro Event einen Stundenzettel, der beim Beladen beginnt und beim letzten gespülten Blech endet. Bei fünf Servicekräften, drei Stunden Event und 45 Minuten Anfahrt pro Weg sind das rund 37 Personenstunden statt der 15 verkauften. Diese Zahl, geteilt durch die Gästezahl, zeigt sofort, ob dein Preis die Realität abbildet. |
| Was gehört an mobilem Equipment ins Catering und in die Kalkulation? |
| Nötig sind getrennter Thermotransport für warm und kalt, Chafing Dishes mit Brennpaste, mobile Kühlung, bruchsicheres Transportgeschirr und je nach Location ein Zelt. In die Kalkulation gehört nicht der Neupreis, sondern die anteilige Abschreibung plus Reinigung und ein realistischer Bruchansatz, üblicherweise 3 bis 6 Prozent des Verkaufspreises. Wer das Equipment als bereits bezahlt betrachtet, rechnet sich die Marge schön. |
| Welche Mehrwertsteuer gilt für Catering außer Haus? |
| Catering mit Serviceleistung gilt umsatzsteuerlich meist als sonstige Leistung mit 19 Prozent, während die reine Lieferung von Speisen ohne weitere Leistungen unter 7 Prozent fallen kann. Sobald du Personal stellst, aufbaust, servierst und abräumst, überwiegen die Dienstleistungselemente. Die Einordnung hängt am konkreten Leistungsbild und sollte für dein Angebot mit einem zugelassenen Steuerberater geklärt werden, besonders seit Speisen im Haus dauerhaft mit 7 Prozent besteuert werden. |
| Wie halte ich die Kühlkette beim Transport ein? |
| Kalte Speisen müssen durchgehend gekühlt bleiben, warme Speisen über 65 Grad, und zwar vom Verlassen der Küche bis zur Ausgabe. Dafür brauchst du getrennten Thermotransport, mobile Kühlung mit Pufferzeit und eine Kerntemperatur-Messung vor Ort. Die Einhaltung der Kühlkette und ein HACCP-Konzept auch außer Haus sind Betreiberpflicht. Ein einziger Fall verdorbener Ware kostet nicht die Warenmenge, sondern den Ruf. |
| Ab welcher Gästezahl lohnt sich Catering außer Haus? |
| Entscheidend ist nicht die Gästezahl, sondern der Mindestbestellwert, weil Fahrzeit und Aufbau unabhängig von der Personenzahl anfallen. Ein 20-Personen-Event kann sich lohnen, wenn der Bestellwert stimmt, und ein 60-Personen-Event kann ein Verlust sein, wenn der Preis pro Kopf zu niedrig ist. Lege einen Mindestbestellwert fest, unter dem du grundsätzlich ablehnst, und prüfe bei jedem Auftrag, ob er dein Kerngeschäft schwächt. |
| Wie hoch sollte die Anzahlung beim Catering sein? |
| Eine Anzahlung von 30 bis 50 Prozent bei Auftragsbestätigung ist Standard und schützt dich, weil ein blockierter Termin in der Saison kaum nachzuverkaufen ist. Die Restzahlung wird nach vereinbarter Frist fällig, die garantierte Personenzahl mit Nachmeldefrist bildet die Abrechnungsbasis. Stornoklauseln und Anzahlungsregelungen solltest du von einem Rechtsanwalt prüfen lassen, damit sie im Streitfall auch wirksam sind. |
| Was ist ein Mindestbestellwert und warum brauche ich ihn? |
| Der Mindestbestellwert ist die Umsatzuntergrenze, ab der du einen Auftrag überhaupt annimmst. Er ist nötig, weil Fahrzeit, Transport und Aufbau als Fixblock bei jedem Event anfallen, egal ob 20 oder 100 Gäste kommen. Ohne Mindestbestellwert subventionierst du Kleinaufträge mit dem Deckungsbeitrag der großen. In der Praxis orientiert er sich an den Selbstkosten für Anfahrt, Aufbau und ein Mindestteam plus Zielmarge. |
| Wie viel Personal brauche ich für ein Catering mit 100 Gästen? |
| Als Richtwert plant man für ein Menü mit Tellerservice eine Servicekraft je 20 bis 25 Gäste, für Buffet je 30 bis 40 Gäste, dazu Küchen- und Aufbaukräfte. Für 100 Gäste am Tellerservice sind das rund vier bis fünf Servicekräfte plus Küche. Entscheidend ist, dass du diese Kräfte in Einsatzstunden von Abfahrt bis Rückkehr kalkulierst, nicht nur in der Zeit vor Ort, sonst fehlt die Fahrzeit in der Rechnung. |
| Lohnt sich Catering außer Haus als zweites Standbein? |
| Ja, wenn es Auslastungslücken deines Kernbetriebs füllt und nach Kostenblöcken kalkuliert ist. Catering hat den Vorteil planbarer, vorab bezahlter Umsätze mit hoher Marge, wenn die Logistik sauber eingepreist ist. Es wird zum Risiko, wenn es dein Kerngeschäft schwächt, etwa weil das halbe Team am Samstagabend außer Haus ist. Prüfe jeden Auftrag auf Mindestbestellwert, Kostendeckung und Auswirkung auf das Stammhaus. |